Markenschutz: Amazon startet IP-Accelerator-Programm für KMU

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Amazon führt jetzt das 2019 gestartete IP-Accelerator-Programm auch in Europa ein. Hierbei werden Kleinunternehmen beim Schutz ihrer Marken und bei der Bekämpfung von Fälschungen durch ein Netzwerk vertrauenswürdiger Kanzleien für geistiges Eigentum unterstützt.
Direct-to-Consumer Markenschutz

Quelle: Rawpixel.com/shutterstock

  • Mit dem jetzt in Europa gestarteten IP-Accelerator-Programm werden kleine Unternehmen beim Schutz ihrer Marken und bei der Bekämpfung von Fälschungen unterstützt.
  • IP Accelerator verbindet Unternehmen mit einem Netzwerk vertrauenswürdiger Kanzleien für geistiges Eigentum, die im Voraus ausgehandelte Gebühren verlangen.
  • Teilnehmende Firmen können bereits einige Monate vor ihrer Markenregistrierung auf die Markenschutz-Programme zugreifen.

Heute hat Amazon den Intellectual Property Accelerator (IP Accelerator) in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich eingeführt. Dieser macht es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) leichter und für sie kostengünstiger, Marken zu registrieren, Markenschutz zu gewährleisten und gegen gefälschte Waren vorzugehen. Das Amazon-Programm steht für jeden Verkaufspartner, der über diese Stores verkauft, zur Verfügung. Es verbindet Unternehmer direkt mit einem kuratierten Netzwerk von europäischen Anwaltskanzleien, die auf gewerbliche Schutzrechte spezialisiert sind.

Die teilnehmenden Anwaltskanzleien werden den KMU Gebühren zu wettbewerbsfähigen, im Voraus ausgehandelten Sätzen in Rechnung stellen, was den Verkäufern Sicherheit und Klarheit darüber verschafft, wie viel der Erwerb einer Marke sie kosten wird. Darüber hinaus können KMU auch allgemeine Beratung zum geistigen Eigentum von diesen Kanzleien einholen, wenn ihre Marken und Unternehmen wachsen.

Mangelnde Kenntnisse zur Durchsetzung von Markenschutz

Amazon hat das IP-Accelerator-Programm speziell mit Blick auf die Inhaber kleinerer Unternehmen eingeführt. Größere Unternehmen melden ihre Rechte an geistigem Eigentum mit viermal höherer Wahrscheinlichkeit an als KMU. Laut einer von der EUIPO durchgeführten Untersuchung haben neun Prozent der KMUs in der EU Schutzrechte angemeldet, im Vergleich zu 36 Prozent der größeren Unternehmen. Der Hauptgrund dafür, dass Kleinunternehmer ihre Rechte nicht schützen, liegt darin, dass sie nicht genug über geistiges Eigentum wissen und nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. In der Studie von EUIPO gaben 38 Prozent der Befragten an, dass mangelnde Kenntnisse über geistiges Eigentum der Hauptgrund für den Verzicht auf eine Registrierung seien.

Der Prozess kann kompliziert sein, insbesondere für Unternehmer in der Anfangsphase der Unternehmensgründung. Amazon will allen europäischen KMU einschließlich den über 150.000 in Europa ansässigen KMU, die über Amazon verkaufen, kostengünstige Unterstützung beim Markenschutz bieten. Die Verkaufspartner stehen weiterhin für mehr als 50 Prozent aller in den Stores von Amazon verkauften Artikel.

Schutz von geistigem Eigentum

Rechte am geistigen Eigentum sind für Unternehmen, die Unbefugte daran hindern wollen, ihre Marken zu benutzen oder ihre Ideen zu kopieren, von entscheidender Bedeutung. Der Besitz von geistigem Eigentum kann auch neue Einnahmequellen schaffen, falls Unternehmer ihre Waren oder Dienstleistungen an Dritte lizenzieren möchten.

Unternehmen, die am IP Accelerator-Programm teilnehmen, erhalten zudem Zugang zu den umfassenderen Programmen für Markenschutz von Amazon, Monate oder sogar Jahre bevor ihre Marke offiziell registriert wird. Die Amazon Markenregistrierung bietet KMU leistungsstarke Tools, die ihnen helfen, ihre Markenrechte und Rechte am geistigen Eigentum in Amazon-Stores zu verwalten und zu schützen. Die Markenregistrierung ist ein kostenloser Service, in dem bereits mehr als 350.000 Marken registriert sind.

Die Teilnehmer profitieren von Amazons automatisierten Schutzmechanismen, die Informationen über Marken nutzen, um proaktiv mutmaßlich verletzende Inhalte zu entfernen. Brands können außerdem durch leistungsfähigere Tools potentielle Rechtsverletzungen erkennen und melden und haben so größeren Einfluss auf die auf Amazons Detailseiten angezeigten Produktinformationen, damit Kunden vertrauensvoll und informiert ihre Kaufentscheidungen treffen können.

Registrierungsprozess von Rechten am geistigen Eigentum vereinfachen

Francois Saugier, Vice President for EU Seller Services bei Amazon, erklärt: „Aus unseren Gesprächen mit Kleinunternehmern wissen wir, dass es oft Verwirrung darüber gibt, warum Rechte am geistigen Eigentum wichtig sind und wie Verkäufer sie sich sichern können. Als Teil unseres breiteren Engagements zur Unterstützung kleiner Unternehmen haben wir das IP-Accelerator-Programm eingerichtet, um den Prozess der Registrierung von Rechten am geistigen Eigentum für Unternehmer in der Anfangsphase ihres Unternehmens so einfach und erschwinglich wie möglich zu gestalten.”

Amazon hat die teilnehmenden Anwaltskanzleien für geistiges Eigentum auf der Grundlage ihrer Erfahrung, ihres Fachwissens und ihrer Kundenorientierung ausgewählt. Sie werden KMU bei allen Aspekten des Markenanmeldeverfahrens unterstützen, zum Beispiel bei der Recherche nach einer Marke, um zu sehen, ob sie bereits von jemand anderem benutzt wird. Und sie bieten maßgeschneiderte Beratung zu Markenanmeldungen. Mehr als einhundert Markenexperten aus ganz Europa haben sich für das Programm angemeldet. Tilman Vossius, von Barkhoff, tätig bei Reimann Vossius Deutschland, sagt: „IP Accelerator ist das erste weltweite Programm, das kleinen und mittleren Unternehmen eine schnelle Registrierung von Marken ermöglicht. Amazon hat KMU geholfen, indem es angesehene Kanzleien für geistiges Eigentum in ganz Europa ausgewählt und außerordentlich gute Preise für die KMU ausgehandelt hat.”

Michael Weber und Johannes Diem, Gründer von FT Fitness Technology, das portable Klimmzugstangen unter der eigenen Marke Pullup & Dip anbietet, erklären: „Die Idee für tragbare und flexibel einsetzbare Klimmzugstangen kam uns 2015 – wir waren damit die Ersten. Hinter der Entwicklung steckte viel Arbeit. Vom Zeitpunkt als wir unsere erste tragbare Klimmzugstange geschweißt haben, über die Optimierung und bis zur Finanzierung mit einer Crowdfunding-Kampagne verging ein Jahr. Uns ist es daher wichtig unsere Marke, die in ganz Europa und in den USA erhältlich ist, zu schützen. Wir haben ein Patent, doch es gab schon einige Nachahmer. Wir freuen uns daher, dass wir als kleines Unternehmen bei Problemen mit IP Accelerator verlässliche Partner im Kampf gegen Fälscher finden können.“

IP Accelerator wurde 2019 in den USA eingeführt. Seit dem Start hat Amazon KMU mit teilnehmenden IP-Kanzleien verbunden, was zu 6.000 Markenanmeldungen führte, die beim US-Patent- und Markenamt eingereicht wurden. Dewar Gaines, Eigentümer und Betreiber des Premium-Haustierprodukte-Anbieter Gaines Family Farmstead, hat den IP Accelerator zur Registrierung seiner Marke genutzt und erklärt, warum auch europäische Kleinunternehmen das Programm nutzen sollten: „Wie bei jedem schnell wachsenden Unternehmen besteht immer das Risiko, dass Leute ihre harte Arbeit kopieren oder stehlen und aus ihrem Wachstum Kapital schlagen. Als Ergebnis der Anmeldung unserer Marke über IP Accelerator bin ich zuversichtlicher denn je, dass unsere Marke sicher ist, sodass ich und mein Team mehr Zeit haben, sich auf die Bereitstellung großartiger Produkte für unsere unglaublichen Kunden zu konzentrieren.“

Amazon berechnet Unternehmen keine Gebühren für die Nutzung von IP Accelerator – KMU bezahlen ihre Anwaltskanzlei nur direkt für die geleistete Arbeit zu vorher ausgehandelten Tarifen. (sg)

Lesen Sie auch: Von Fakes und Fakten: Wie Plagiate auf Online-Marktplätzen Marken gefährden

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