Markenschutz im App Store

Eine gut designte, gebrandete App kann ein effektiver Weg sein, um Markentreue und -bekanntheit auf- beziehungsweise auszubauen. Das ruft auch Cyberkriminelle auf den Plan, die mit unrechtmäßig gebrandeten Apps gefälschte Markenware verkaufen. Wie können sich Unternehmen davor schützen und die Kontrolle über ihre wichtigsten Assets, die eigenen Marken, bewahren?

Dafür gibt es eine App – dieser Spruch gilt nun schon fast seit zehn Jahren. Denn Mobile Apps, wie wir sie kennen, gibt es bereits seit 2008. Längst sind sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – wir nutzen sie, um Kleidung zu kaufen, Spiele zu zocken, uns mit Freunden auszutauschen und vieles mehr. Kein Wunder also, dass sich die mobile Online-Nutzung mittlerweile deutlich zugunsten der App entwickelt hat: so verbringen Smartphone-User heute 90 Prozent Online-Zeit per Smartphone in Apps – gerade mal 10 Prozent entfallen noch auf das Surfen über den Browser. Klar, dass auch mehr und mehr Unternehmen die Vorteile der mobilen Anwendungen für die Kundenkommunikation für sich entdecken. Denn eine gut designte, gebrandete App kann ein effektiver Weg sein, um Markentreue und -bekanntheit auf- beziehungsweise auszubauen.

Während die mobilen Applikationen an Beliebtheit gewonnen haben, ist es gleichzeitig einfacher geworden, sie zu entwickeln – selbst für technisch weniger versierte Menschen. Das hat auf der einen Seite eine Welle der Kreativität zur Folge gehabt. Andererseits wurden dadurch aber auch Cyber-Kriminelle auf den Plan gerufen, die immer häufiger unrechtmäßig gebrandete Apps entwickeln, um darüber ihre gefälschte Markenware an arglose Verbraucher zu verkaufen.

Diese Form des Markenmissbrauchs ist bereits seit einigen Jahren weit verbreitet. Aber wie können sich Unternehmen davor schützen und die Kontrolle über ihre wichtigsten Assets, die eigenen Marken, bewahren? Stefan Moritz, Regional Director DACH beim Online-Markenschutzexperten MarkMonitor, zeigt, wie Sie Ihre Marken auch im App-Store schützen können.

Die Methoden der Marken-Piraten verstehen

Markenmissbrauch im Zusammenhang mit Apps hat viele Gesichter. Zum einen können Betrüger eine App entwickeln und sie unerlaubt mit einem Marken-Label versehen oder eine nicht authorisierte Verbindung mit einer Marke herstellen. Eine weitere Möglichkeit sind Trittbrettfahrer, die unerlaubt geschützte Markenzeichen, Bilder oder Logos in ihren Apps verwenden. Und nicht zuletzt können Entwickler auch falsche Online-Identitäten mit der Absicht des Identitätsdiebstahls erstellen.

Für Markenunternehmen kann der Marken-Missbrauch im App Store zu Imageschäden führen und sogar ernste Auswirkungen auf den Umsatz haben. Daher besteht der erste Schritt, die eigenen Marken im App Store zu schützen, darin, die Methoden der Online-Kriminellen zu erkennen und zu verstehen.

Alle Kanäle im Auge behalten

Online-Markenmissbrauch findet aber nicht nur im App-Store statt. Vielmehr nutzen Cyber-Kriminelle die diversen Kanäle, um sich auf Kosten etablierter Marken zu bereichern. Daher sollten Unternehmen alle Online-Kanäle und Social-Media-Netzwerke, in denen ihre Marke vertreten ist, kontinuierlich auf Anzeichen für Markenmissbrauch überprüfen. Falls eine ungewöhnliche Aktivität erkannt wird, müssen Markeninhaber ermitteln, ob ein und derselbe Täter hinter den Attacken steckt oder ob es sich um unterschiedliche Betrüger handelt. Sollten verschiedene Täter am Werk sein, müssen Unternehmen die Fälle priorisieren und der Reihenfolge entsprechend adressieren, um den Schaden für das Unternehmen und seine Marken gering zu halten.

Kein Tunnelblick auf einige wenige App Stores

Viele glauben, dass es nur eine Handvoll App Stores gibt. Tatsächlich existieren aber hunderte weltweit. Einige davon sind sehr sicher und wachsam, was Markenmissbrauch anbelangt. Aber es gibt auch andere – insbesondere in sich entwickelnden Märkten – auf die das weniger zutrifft. Da App Stores sehr unterschiedliche Sicherheitsstufen und Freigabeprozesse haben, liegt es bei den Markenunternehmen, selber ein wachsames Auge auf die Online-Geschäfte zu haben, Verstöße zu identifizieren und sich deren schnellstmöglich anzunehmen.

„Da Smartphones und Apps weiterhin an Beliebtheit gewinnen, wird es für Unternehmen immer schwieriger, ihre Marken und ihr geistiges Eigentum vor Missbrauch in der Online-Welt zu schützen. Wenn sie jedoch die verschiedenen Formen und Methoden der Cyber-Kriminellen verstehen und sich der Folgen eines Missbrauchs bewusst sind, können sie Marken-Piraten souverän begegnen und Missbrauch effektiv bekämpfen“, erklärt Moritz abschließend.

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