Marktbeherrschende Position: Österreich contra Amazon

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Die österreichische Wettbewerbsbehörde BWB hat eine Untersuchung gegen Amazon eingeleitet und folgt damit dem deutschen Bundeskartellamt. Stein des Anstoßes: Amazon missbrauche, so der Vorwurf, seine marktbeherrschende Position gegenüber seinen Marktplatz-Händlern.

Amazon-Schriftzug

Die österreichische Wettbewerbsbehörde BWB hat eine Untersuchung gegen Amazon eingeleitet und folgt damit dem deutschen Bundeskartellamt. Stein des Anstoßes: Amazon missbrauche, so der Vorwurf, seine marktbeherrschende Position gegenüber seinen Marktplatz-Händlern.

Nach dem deutschen Bundeskartellamt ermittelt nun auch die österreichische Wettbewerbsbehörde BWB gegen den Internet-Riesen Amazon. Es werde geprüft, ob Amazon Services Europe eine marktbeherrschende Stellung gegenüber Händlern missbrauche, die auf dem Amazon-Marktplatz aktiv und auf diesen angewiesen seien.

Zudem sollen die Konditionen, zu denen Amazon österreichischen Händlern Zutritt zu seinem Marktplatz gewährt, überprüft werden. Es bestehe der Verdacht, dass der Internet-Riese andere Händler auf seinem Marktplatz benachteilige und so seine eigenen Angebote bevorzuge. Amazon wollte das Ermittlungsverfahren nicht im Detail kommentieren. „Wir werden jedoch vollumfänglich mit der BWB kooperieren und weiterhin daran arbeiten, kleine und mittlere Unternehmen in ihrem Wachstum zu unterstützen“, sagte ein Amazon-Sprecher.

Verfahren des Bundeskartellamtes

Das deutsche Bundeskartellamt hatte bereits Ende November ein ähnliches Verfahren eingeleitet. Auch dort wird geprüft, ob Amazon seine Doppelrolle als Anbieter und Marktplatz gegenüber den Händlern auf „amazon.de“ ausnutzt. Ziel sei es, die Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen von Amazon gegenüber den Händlern umfassend zu untersuchen, hieß es damals beim Bundeskartellamt.

Viele Händler sind beim Vertrieb ihrer Waren im Internet auf die Reichweite des Amazon-Marktplatzes angewiesen. Laut dem Internet-Riesen werden weltweit 58 Prozent aller Artikel auf den Amazon-Webseiten von Händlern verkauft und nicht von Amazon selbst.

Die österreichischen Händler hatten sich bei der BWB unter anderem darüber beschwert, dass Händlerkonten unbegründet und plötzlich gesperrt, falsche Lieferangaben von Amazon hinzugefügt und sie dazu verpflichtet würden, ihre Einkaufspreise offenzulegen. (dpa)

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