Mehr als nur Sicherheit – der neue Personalausweis als Verkaufsvorteil

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Mehr als nur Sicherheit – der neue Personalausweis als Verkaufsvorteil

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Die E-Commerce-Branche boomt wie nie. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis der Internet-User nach mehr Sicherheit im Netz: Über 80 Prozent wünschen sich einen besseren Datenschutz seitens der Unternehmen. Die Onlinefunktion des neuen Personalausweises kann dies leisten.


Nach einer aktuellen Studie des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft BVDW wächst der E-Commerce-Markt in den Feldern B2B und B2C stetig weiter. 2010 haben Unternehmen aus diesen Bereichen einen Umsatz von 42,59 Millionen Euro erwirtschaftet, für das Jahr 2012 erwartet der Verband 54,228 Millionen Euro. Laut einer Publikation des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien BITKOM aus dem Jahr 2011 haben bereits mehr als 40 Millionen Deutsche im Netz eingekauft. Das entspricht etwa 81 Prozent aller Internetnutzer, Tendenz steigend.


„Immer mehr Menschen nutzen die Vorteile des Onlineshoppings: Es ist bequem, orts- und zeitunabhängig, man kann Preise vergleichen und die Rückgaberechte sind sehr verbraucherfreundlich“, sagt Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM.


Immer mehr User fühlen sich unsicher im Netz Parallel zum eCommerce-Boom wächst bei den Usern der Bedarf nach mehr Sicherheit im Internet. Laut einer weiteren BITKOM-Studie aus dem Jahr 2011 wünscht sich ein Großteil von 81 Prozent einen besseren Datenschutz seitens der Unternehmen. Der Grund: Nutzer sind immer häufiger von Online-Kriminalität betroffen. Laut BITKOM finden 55 Prozent der Deutschen, dass ihre persönlichen Daten im Internet unsicher sind. Jeder Zweite hat bereits kriminelle Vorfälle im Internet erlebt, etwa zwölf Prozent wurden beim Einkaufen, einer Auktion oder einem privaten Verkauf im Internet von einem vermeintlichen Gesprächspartner betrogen. Insgesamt sechs Prozent der Nutzer beklagten, dass ihre Zugangsdaten zu einem Onlineshop oder Auktionshaus ausspioniert wurden.


Dementsprechend hoch sind die Schutzmaßnahmen der User: Sieben von zehn Usern verzichten gänzlich auf bestimmte Aktivitäten, wie zum Beispiel Online-Banking oder Onlineshopping. 43 Prozent der Befragten fühlen sich durch eine mögliche Ausspähung und illegale Nutzung persönlicher Daten im Internet bedroht. Ein Drittel der Befragten hat Angst vor einem Betrug beim Online-Banking. Jeder Vierte fühlt sich durch Betrug beim Online-Einkauf oder einer Inline-Auktion bedroht.


Die Online-Funktion des neuen Personalausweises als Sicherheitskomponente für E-Commerce


In Anbetracht der Angst vor Datenmissbrauch wird Sicherheit zum Wettbewerbsvorteil im E-Commerce. Dabei hat der neue Personalausweis einen zentralen Vorteil gegenüber anderen Sicherheitsmaßnahmen: Bald wird jeder Bundesbürger über das neue Ausweisdokument verfügen, über 15 Millionen sind bereits in Umlauf.


Um sich im Netz vor Betrügern zu schützen, braucht der Kunde heute eine Vielzahl von Benutzernamen, wechselnden Passwörtern und PINs. Mit der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises können die User sich über persönliche Daten wie Name, Adresse und Geburtsdatum im Internet zu erkennen geben, ohne dafür Online-Formulare per Tastatur ausfüllen zu müssen.


Doch nicht nur die Kundeseite profitiert vom neuen Personalausweis: Mit der Online-Ausweisfunktion kann ein Shopbetreiber ohne Zweifel feststellen, ob es sich bei seinem Kunden tatsächlich um denjenigen handelt, für den er sich ausgibt. Das war mit den herkömmlichen Sicherheitsmethoden nicht möglich.


In Fällen von Identitätsmissbrauch werden Name sowie weitere persönliche Daten wie das Geburtsdatum, die Anschrift, die Bankkonto- oder Kreditkartennummern genutzt, um eine andere Identität vorzugeben als die eigene. Der Missbrauch gelingt umso besser, je mehr zueinander passende Daten dem Täter zur Verfügung stehen. „Gerade die Internetwirtschaft sollte den neuen Ausweis nutzen, denn seine Online-Funktion bietet viele Verbesserungsmöglichkeiten“, so Sascha Sauer, Vorstand Ageto, Fullservice-Dienstleister für internetbasierte Geschäftsprozesse. „Für Onlineshops entfällt mit dem neuen Ausweisdokument die Login-Funktion für geschützte Bereiche und das Management von Zugangsdaten wird nutzerfreundlicher“.


 Wie funktioniert eID?


eID steht für „Electronic Identity“, zu Deutsch „elektronische Identität“. Das neue Ausweisdokument als Sicherheitslösung ist Teil einer komplexen und hoch sicheren eID-Systemarchitektur. Neben dem Ausweis selbst besteht diese Architektur aus einem Lesegerät, einer Software, die eine Verbindung zwischen dem Ausweis und dem Onlineshop herstellt (z.B. AusweisApp) und einem Berechtigungszertifikat.


Das Zertifikat ist eine staatliche Genehmigung, mit der sich Dienstanbietern aus eGovernment und E-Business vor ihren Kunden ausweisen. Zusätzlich liefert es Information darüber, welche Datenfelder des neuen Personalausweises der Anbieter mit Hilfe der Online-Ausweisfunktion auslesen darf, wie zum Beispiel Name, Vorname und Anschrift. im Zuge eines Verkaufs von altersbeschränkten Produkten kann mit der Online-Ausweisfunktion eine Altersverifikation stattfinden, wobei dann nur die Information übermittelt wird, ob der Kunden über 16 beziehungsweise über 18 Jahre alt ist. Weitere persönliche Daten oder gar das komplette Geburtsdatum werden nicht übermittelt, so hilft diese Funktion bei der Datensparsamkeit.


Der eID-Service verknüpft Ausweis, AusweisApp und Zertifikat miteinander und ermöglicht damit Kunden wie Anbietern vertrauensvoll miteinander zu kommunizieren und Geschäfte abzuschließen – er stellt den Parteien hochsichere Räume zur Verfügung, in denen sie sich begegnen.


Anwendungsbeispiele


Der neue Personalausweis und der eID-Service unterstützen zum Beispiel Versicherungen dabei, ihre Antragsteller eindeutig und entsprechend den Anforderungen des Geldwäschegesetztes (GWG) zu identifizieren. Beim Abschluss einer Versicherungspolice erfolgt die Legitimation der Partner via Internet. Der Antragssteller muss also nicht mehr persönlich vorsprechen, das spart Zeit und Kosten.


Anbieter, die aufgrund ihres altersbeschränkten Angebots gesetzlich verpflichtet sind, das Alter ihres Kunden zu erfragen, können dies problemlos mithilfe des eID-Service bewerkstelligen. Dabei muss das genaue Lebensalter gar nicht angegeben werden: Die AusweisApp übermittelt nur eine Bestätigung auf die Abfrage, ob jemand den Alterskriterien entspricht oder nicht. Hier entfällt das bisher notwendige aber aufwendige Post-Ident-Verfahren. Potentielle Kunden lassen sich nicht mehr so leicht abschrecken. Die Implementierung der Online-Ausweisfunktion senkt die Hürden beim Abschluss von Online-Verträgen und macht sie gleichzeitig sicherer – für Unternehmer und Kunden.


Die Online-Ausweisfunktion: In wenigen Schritten zum Dienstanbieter


1. Dienst konzipieren: Hier legt der Shopbetreiber fest, welche Daten aus dem Personalausweis des Kunden er benötigt.


2. Berechtigung beantragen: Der Shopbetreiber stellt bei der Vergabestelle für Berechtigungszertifikate einen Antrag auf Erstellung eines Berechtigungszertifikats. Dies kann auf drei Wegen erfolgen: elektronisch mit der Client-Software CVPS, schriftlich per Postident-Verfahren oder durch persönliche Vorsprache.


3. Wahl eines Berechtigungszertifikate-Anbieters und Einbindung der Online-Ausweisfunktion: Für die Bereitstellung der Berechtigungszertifikate und die Integration ins Shopsystem gilt es, einen Anbieter auszuwählen. Die Bundesdruckerei unterstützt ihre Kunden mit ihrem eigenen Trustcenter DTRUST dabei, die Strukturen für ein sicheres ID-Management aufzubauen.


Autor: Mark Rüdiger hat an der Technischen Universität Berlin Nachrichtenübertragung und –systeme studiert und seine berufliche Karriere 1999 im Bereich IT/Telekommunikation gestartet. Über die Planung und Optimierung von IT-Infrastrukturen kam er als System Engineer in den Vertrieb. Anschließend verantwortete er in einer Unternehmensberatung diverse IT-Großprojekte in der öffentlichen Verwaltung und leitete auf Bundes- und Landesebene die Umsetzung großvolumiger IT-Lösungen von deren Konzeption bis zur Umsetzung. 2005 wechselte Mark Rüdiger in den Vertrieb der Bundesdruckerei GmbH und übernahm dort u. a. die Positionierung des Trustcenter der Bundesdruckerei (D-TRUST GmbH) im Bereich eHealth. Im Bereich Trusted Solutions ist er seit 2009 für die Etablierung neuer Lösungen mit dem Schwerpunkt Secure ID zuständig. Rüdiger ist Experte und Ansprechpartner für die Integration der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises in Internet-Portale.

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