Mindestens 20 Prozent Online-Anteil im Handel bis 2020

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Mindestens 20 Prozent Online-Anteil im Handel bis 2020

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Das eWeb-Research-Center der Hochschule Niederrhein geht davon aus, dass der Online-Handel im Non-Food-Bereich noch in diesem Jahr auf über zehn Prozent wächst.

 

Bis zum Jahr 2020 wird sogar jeder fünfte Euro Umsatz im Einzelhandel online erzielt, selbst wenn man dabei nur von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von acht Prozent ausgeht. Die Umsätze im traditionellen stationären Handel gehen seit Jahren kontinuierlich zurück. Gleichzeitig gibt es ein rasantes Wachstum beim Online-Handel im deutlich zweistelligen Bereich, sagt Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb-Research-Centers der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach.

Gemessen am gesamten Einzelhandelsumsatz von rund 392 Milliarden Euro im Jahr 2010 lag der Anteil des Online-Handels mit 18,3 Milliarden Euro bzw. 18 Prozent Wachstum im letzten Jahr zwar nur bei 4,7 Prozent. Allerdings gilt der Bereich Lebensmittel als nicht onlinetauglich. Als Vergleichsbasis kann insofern nur der Non-Food-Einzelhandel mit rund 211 Milliarden Euro Umsatz und einem Online-Anteil von 8,6 Prozent herangezogen werden, sagt Heinemann. Der Professor für Managementlehre und Handel an der Hochschule Niederrhein geht deswegen davon aus, dass die Zehnprozentmarke noch 2011 durchbrochen wird, selbst wenn „nur noch“ 16 Prozent Wachstum im Online-Handel in diesem Jahr erreicht werden sollte.

Allerdings ist die Situation in den verschiedenen Handelsbranchen sehr unterschiedlich. Gemessen am Branchenumsatz lagen Medien und Bücher im vergangenen Jahr mit einem Online-Anteil von 16,2 Prozent an der Spitze, gefolgt von Bekleidung/ Schuhe mit 12,2 Prozent. Es folgen Computer mit Computerzubehör (10,1 Prozent), Elektronik und Elektroartikel (8,2 Prozent), Hobby-/Spiel- und Freizeitartikel (6,6 Prozent) sowie Haushaltswaren mit 6,3 Prozent Onlineanteil.

Ein Ende des Online-Wachstums ist laut Heinemann nicht abzusehen. Die Experten des eWeb-Research-Centers gehen davon aus, dass sich der Anteil des Online-Handels im Non-Food-Einzelhandel bis 2020 mindestens verdoppelt  auf dann über 20 Prozent.

Das bei dieser Prognose unterstellte durchschnittliche Wachstum von rund acht Prozent jährlich erscheint nicht zu hoch gegriffen. Web-Experte Heinemann nennt dafür fünf Gründe:

– Die Netzinfrastruktur ist noch im Aufbau und wird mit der Erhöhung der bei derzeit rund einem Megabyte liegenden durchschnittlichen Übertragungsrate das Wachstum beflügeln

– Die großen Filialketten beginnen erst damit, ein Onlineangebot aufzubauen

– In Deutschland sind rund ein Drittel der Bevölkerung digitale Außenseiter bzw. Internetanalphabeten; sie werden zunehmend von den Digital Natives verdrängt, die heute Facebook belagern und noch nicht geschäftsfähig sind.

– Der Mobile-Boom beflügelt den Online-Handel, da durch die bedienungsleichten Smartphones viele der bisherigen Internetanalphabeten an das Internet herangeführt werden.

– Schließlich führt die zunehmende Interaktivität in der sozialen Vernetzung zu einem kontinuierlichen Abbau noch bestehender Barrieren im Online-Handel.

Die Zukunft gehört Multichannel-Händlern, die verstehen, welche Bedürfnisse ihre Kunden im Internet und in der Filiale haben und sie auf allen Kanälen bedienen können. Das große Potenzial des Einzelhandels liegt im Cross-Channel-Management, also der Verzahnung der Verkaufskanäle“, folgert Heinemann, der das eWeb-Research-Center an der Hochschule Niederrhein maßgeblich mit aufgebaut hat und zusammen mit seinen Kollegen Prof. Dr. Silvia Zaharia und Prof. Dr. Michael Schleusener leitet.

 

 

 

 

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