Musiklabels von iTunes-Dominanz eingeschüchtert

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Das Verhältnis zwischen Apple und der Musikindustrie bleibt weiter angespannt. Anfang des Jahres einigten sich die beiden Parteien zwar auf einen DRM-freien Verkauf von Musikdownloads sowie eine neue Preispolitik für den Online-Store iTunes. Doch hinter den Kulissen scheinen die Majorlabels und Apple weiterhin ihren lang andauernden Konflikt auszutragen. Wie die New York Times aus informierten Kreisen berichtet, scheinen sich die Labels regelrecht vor Apples Marktdominanz zu fürchten und wollen offenbar keinesfalls riskieren, dass ihre Künstler aus dem Angebot von iTunes gestrichen werden. Apple habe sich im Zuge der jüngsten Verhandlungen zum obersten Ziel gesetzt, die Distribution von Musik über das iPhone sicherzustellen, so ein führender Verhandlungsteilnehmer aus der Musikindustrie gegenüber der New York Times.

Zudem habe es Uneinigkeiten über den Zeitpunkt der veränderten Vertriebskonditionen gegeben, die laut dem Zeitungsbericht zu einer heftigen Debatte zwischen Apple-Chef Steve Jobs und Rolf Schmidt-Holtz, Chairman von Sony Music, geführt haben sollen. Beide Seiten verweigerten bislang allerdings eine offizielle Stellungnahme dazu. Selbst wenn Jobs aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme in den Hintergrund treten sollte, erwartet man in den Chefetagen der Majorlabels weiterhin ein gespanntes Verhältnis zu Apple. In verschiedenen Interviews sagten Vertreter der Musikindustrie, die nicht namentlich genannt werden wollten, die Labels würden in Angst davor agieren, dass Apple im Falle von Unstimmigkeiten die Produkte der betreffenden Musikkonzerne aus dem iTunes-Store entfernen könnte. Allerdings ist so etwas bisher nie vorgekommen.

„Ich glaube, Steve Jobs war sehr klug. Er weiß;, dass er die Oberhand behält“, meint auch Dave Goldberg, ehemaliger General Manager von Yahoo Music. Kein Label könne sich erlauben, seine Musik nicht über iTunes zu verkaufen. Daher sucht die Musikindustrie auch seit geraumer Zeit nach Möglichkeiten, die Dominanz von Apple im Musik-Downloadgeschäft aufzubrechen. Dass Labels und digitale Musikhändler über Geschäftskonditionen verhandeln, sei völlig normal, meint IFPI-Sprecher Thomas Böhm. „Apple zählt mit iTunes und dem iPod sicher zu den Pionieren des digitalen Musikvertriebs. Mehr Wettbewerb würde diesem Markt allerdings sehr gut tun – auch wenn es bereits durchaus Mitbewerber gibt, die in Zukunft eine größ;ere Rolle spielen könnten.“ Vor allem in Musikverkäufe über Mobiltelefone setzen die Labels derzeit groß;e Hoffungen. Wobei Apple auch hier mit dem iPhone ganz vorne mitspielt. Doch die Musikindustrie orientiert sich zunehmend auch an anderen Services wie Nokias „Comes with Music“.

Auch im Offline-Verkauf hatte die Musikindustrie immer wieder mit dominanten Händlern gestritten. Besonders mit Wal-Mart hatte es lange Zeit Auseinandersetzungen gegeben, was die Verkaufspolitik von CDs betraf. Allerdings hatte die Handelskette nicht eine solche kulturelle Bedeutung eingenommen und das Konsumverhalten der Nutzer derart beeinflusst, wie das heute iTunes macht. „Ob es der Industrie gefällt oder nicht, die iTunes-Charts zeigen die populärsten Songs und haben groß;en Einfluss darauf, wie Jugendliche Musik entdecken und sich darüber mit ihrem Freundeskreis auseinandersetzen“, sagt Charlie Walk, ehemaliger Präsident von Epic Records.

Info: http://www.apple.com/itunes

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