Nachhaltiger Einkauf und Corona-Krise: So achten Unternehmen auf soziale Aspekte

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Nachhaltiger Einkauf und Corona-Krise: So achten Unternehmen auf soziale Aspekte

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Die Coronakrise hat die Verwundbarkeit des eigenen Geschäfts offengelegt. Viele Lieferketten sind selbst aus ökonomischer Sicht wenig nachhaltig.
Nachhaltiger Einkauf

Quelle: one photo/shutterstock

Denn im global verzweigten, auf Effizienz ausgerichteten, Wirtschaftssystem gab es stets nur wenig Puffer, etwaige Störungen abzufangen. Dennoch zeigte sich schon während der Pandemie, dass viele Unternehmen soziale Aspekte ganz oben auf ihrer To-do-Liste sehen und das Thema nachhaltiger Einkauf eine große Rolle spielt.

Nachhaltiger Einkauf wird immer wichtiger

Das BME-Fachmagazin BIP-Best in Procurement thematisiert in seiner aktuellen Ausgabe Nachhaltigkeit in der Lieferkette in zwei Beiträgen.

„Das Unternehmen am Laufen zu halten und die Sicherheit und Gesundheit aller Stakeholder zu gewährleisten waren gleichermaßen wichtig“, erklärt Katharina Stenholm, CPO bei Danone. „Nachhaltiger Einkauf umfasst neben Umweltaspekten immer auch die soziale Komponente.“ Dass über den Gesundheitsaspekt hinaus der Umweltaspekt nicht erlahmen muss, zeigt sich bei dem Verpackungsspezialisten Anton Debatin. Bereits seit zehn Jahren spielt Nachhaltigkeit dort eine immer größere Rolle. Aus ersten Überlegungen wurde Zug um Zug eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Eine Maßnahme davon ist die angestrebte Klimaneutralität, die auch bei den Lieferanten abgefragt wird. Einkaufschef Hans-Walter Trepper will mittel- bis langfristig neun von zehn Lieferanten im Rohstoff- und Handelswarenbereich für seine Ziele gewinnen. Das bedeutet, dass die an Debatin gelieferten Produkte klimaneutral hergestellt würden. Bei einem Lieferanten von Klebern ist dies bereits gelungen. Er neutralisiert die erfassten CO2-Emissionen in Produktion und Logistik durch Klimaschutzzertifikate. 

An der logistischen Stellschraube drehen

Für Debatin ist die Logistik ein wichtiger Aspekt. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen auch bei den Zulieferern reduziert werden, indem nur noch bestimmte Schadstoffklassen für Transporte genutzt werden. Die eigene, interne Nachhaltigkeitsstrategie wird in der Corona-Krise weiterverfolgt. In vielen Unternehmen geraten preisliche Aspekte sogar ein Stück weit in den Hintergrund. Stattdessen fragen Unternehmen sich, wie es um die Wirtschaftlichkeit und Bonität der Lieferanten bestellt ist. 

Gibt es eine Second Source? Haben wir einen Plan B? Aspekte aus dem Risikomanagement gewinnen zunehmend an Bedeutung, Lieferketten werden kritisch durchleuchtet. Auch wenn in erster Linie Lieferketten im ökonomischen Sinne resilient ausgerichtet werden, ist eine isolierte Betrachtung unrealistisch. Anders herum betrachtet: Wer seine Lieferketten ökologisch und sozial nachhaltig ausrichtet, erhöht automatisch deren Resilienz und stärkt damit auch die ökonomische Komponente.

Lesen Sie auch: Verpackungslösungen: Der Boom von Plastikbeuteln in der Corona-Pandemie

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