10.04.2022 – Kategorie: Handel

Nachhaltigkeit im Unternehmen: „Unsere Verantwortung ist, etwas zu ändern“

Nachhaltigkeit im Unternehmen: „Unsere Verantwortung ist, etwas zu ändernQuelle: Fritz Miller/Bergfreunde.de

Der Outdoor-Onlinehändler Bergfreunde treiben die Dekarbonisierung im eigenen Unternehmen voran. Auch wenn sie schon viel bewegt haben, stehen sie bei der CO2-Reduktion noch am Anfang. Johanna Krohmer, Teamlead Sustainability bei Bergfreunde erklärt Chefredakteurin Christiane Manow-Le Ruyet, was als Nächstes ansteht.

Als Bergfreunde entschieden hat, das Thema Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen anzugehen, mussten bestimmt auch interne Prozesse verändert werden. Wie ist es gelungen, die Mitarbeiter auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit mitzunehmen?

Ganz klar: Transparenz, über das Thema sprechen, Wiederholung, Wiederholung Wiederholung. Wir kommunizieren seit Beginn an die Mitarbeitenden, dass wir uns gemeinsam auf eine Reise begeben, die länger dauern wird. Dass wir ausprobieren, mal scheitern, mal Erfolge feiern… und am allerwichtigsten: dass wir ganz viel lernen auf diesem Weg. Was definitiv auch sehr wichtig ist: wir haben von Anfang an die volle Unterstützung der beiden Geschäftsführer bekommen und sie sogar in den Prozess einbezogen. So haben wir allen deutlich machen können, dass Nachhaltigkeit ein CEO-Thema ist. Wir haben zum Beispiel eine Q&A-Session mit unserem Geschäftsführer Matthias Gebhard angeboten.  Jede/r Mitarbeiter/in, der/die wollte, konnte so direkt in den Austausch und auch kritisch hinterfragen.

Mit welchen Tools haben die Bergfreunde analysiert, wie hoch der CO2-Ausstoß im Unternehmen überhaupt ist?

Wir arbeiten hier mit ClimatePartner zusammen und nutzen deren Software. Wir tragen jährlich alle Werte für die Klimabilanz zusammen, beispielsweise Verbrauch Verpackung, Anfahrt MA, Strom… .

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen – Schritt für Schritt

Wie ging es dann weiter auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. An welchen Stellschrauben wurde konkret angesetzt, um mehr Nachhaltigkeit messbar umzusetzen? 

Durch die Ermittlung unseres Corporate Carbon Footprint wussten wir direkt, welche Bereiche die größte Menge CO2-Emissionen verursachen. Dann haben wir analysiert und die Dinge priorisiert, die wir schnell verändern können, und die Großprojekte definiert, die wir längerfristig angehen müssen wie etwa die Reduktion der Verpackungsemissionen. Im ersten Jahr haben wir erstmal die „Low-hanging-fruits“ umgesetzt, zum Beispiel die Umstellung auf Ökostrom. Das war auch für uns als Team wichtig, um erste Erfolge zu feiern. Inzwischen arbeiten wir in abteilungsübergreifenden Projekten, um große Themen zu steuern.

Wie lange hat der gesamte Prozess gedauert?

Wir haben gerade erst angefangen und sind noch lange nicht am Ende.

Wie erfahren die Kunden nun vom nachhaltigen Engagement der Bergfreunde?

Hauptsächlich über die Infoseiten auf unserer Website und über unseren Blog „Basislager“. Unser Geschäftsführer Matthias Gebhard gibt darüber hinaus auf unseren Social Media Kanälen regelmäßig per Videobotschaft einen Klima-Report.

„Wir haben erkannt, dass wir als Unternehmen einen erheblichen Anteil an den Klima-Problemen der Welt haben“

Als Bergfreunde kommuniziert haben, dass sie 60 Prozent CO2 einsparen, hat das einen positive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen im Onlineshop gehabt?

Das ist nicht unser Ziel, Nachhaltigkeit ist für uns kein Marketing- oder Sales-Thema. Wir haben erkannt, dass wir als Unternehmen einen erheblichen Anteil an den Klima-Problemen der Welt haben und unsere Verantwortung ist: etwas ändern, unseren Teil beitragen.

Was sind als nächste Schritte in puncto Nachhaltigkeit im Unternehmen und Lieferkettentransparenz geplant? 

Wir haben uns der Science Based Targets Initiative angeschlossen und uns verpflichtet, die Scope 1 & 2-Emissionen zu reduzieren und unserer Lieferanten dazu zu bewegen, sich bis 2026 ebenfalls wissenschaftlich fundierte Ziele zu ihrer CO2-Reduktion setzen. Das ist ein großes Projekt für uns, wir müssen Lieferanten informieren, aufklären, mitnehmen und supporten. Um mehr Gewicht bei dieser Überzeugungsarbeit gegenüber Herstellern und Dienstleistern zu bekommen, haben wir die unternehmensübergreifende Klimaschutzinitiative “Outdoor Retailer Climate Commitment” (ORCC) mitgegründet, um als Netzwerk aus Outdoor-Unternehmen die gewaltige Aufgabe, die sich aus der Wertschöpfungskette von Handelswaren ergeben, gemeinsam anzugehen.

Nachhaltigkeit im Unternehmen, Johanna Krohmer
Johanna Krohmer ist Teamlead Sustainability bei Bergfreunde. Bild: Fritz Miller/Bergfreunde.de

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