Nachhaltigkeit im Unternehmen: Weichenstellungen im RZ

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Mit der Leistungsexplosion in den Rechenzentrum schießen die Kosten in die Höhe. Gemeint sind nicht nur die IT-Betriebskosten. Parallel steigt der Stromverbrauch – Kosten, die ebenfalls das Budget belasten. Zudem leidet das Klima darunter, wenn dem rasant steigenden Energieverbrauch nicht schnellstens gezielt entgegengewirkt wird.In den RZ hat sich der Stromverbrauch binnen der letzten sechs Jahre mehr als verdreifacht, meldet Uptime Institute, ein Netzwerk von RZ-Betreibern in Nordamerika und Europa. Bis 2013 sieht Borderstep-Institute in ihrer Studie, die vom Branchenverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde, den Stromkonsum in deutschen RZ um 40 Prozent steigen. Dies nur unter der Voraussetzung, dass dort gehandelt wird. Werden im RZ die richtigen Weichen gestellt, sind sogar Stromeinsparungen bis 40 Prozent gegenüber dem Status quo möglich. Auß;erdem winkt, sofern professionell geplant und umgesetzt, den RZ-Betreibern eine deutliche Senkung ihrer IT-Betriebskosten.

Steigender Energieverbrauch

Doch wie, trotz steigender Rechen- und Speicherleistungen, dadurch tendenziell steigendem Energieverbrauch, beide Kostenblöcke reduzieren? – Die grundsätzliche Methode besteht darin, die wichtigen IT-Leistungsträger – Server und Speicher – zu virtualisieren. Dadurch werden Server- und Speicherkapazitäten gepoolt. Aus diesem Pool heraus können IT-Ressourcen nach Bedarf bereitgestellt werden. Aus durchschnittlichen Auslastungsgraden dedizierter Server von 20 bis 30 Prozent werden durch Virtualisierung und Pooling 70 bis 80 Prozent. Durch die effizientere Ausschöpfung der Ressourcen kann die Anzahl der eingesetzten Systeme – Server wie Speicher – deutlich reduziert werden. Demzufolge müssen weniger Systeme überwacht und betrieben werden. Das führt zu Kosteneinsparungen. Durch neue Server-Hardware in Quad- beziehungsweise Hex-Core-Technologie kann der Systempark noch kleiner ausgelegt werden. Diese Server bieten eine um Faktor 3 respektive 5 bessere Leistungsausbeute, ohne dass sie mehr Strom als die installierten Server verbrauchen. IT-Kosten- und Energiekosten werden dadurch weiter nach unten gedrückt.

Zusätzliche Strom- und IT-Kosten-Einsparungseffekte entstehen auch an der Peripherie. So müssen weniger Server- und Speichereinheiten durch weniger Geräte für Power-Supply und Cooling flankiert werden. Jedes Kilowatt Strom, das nicht verbraucht wird, erspart Wärme, die ansonsten, wiederum unter Energiezufuhr, gekühlt oder abgeführt werden müsste. Wichtig in diesem Zusammenhang zu wissen: Cooling verbraucht zweimal soviel Strom wie Heating. Zudem stehen für die Systeme wie Server- und Speichereinheiten weitere Mechanismen wie automatische CPU-Abschaltung und Stand-by-Betrieb zur Verfügung. Über sie kann die Stromabnahme nochmals gesenkt werden.

Allerdings müssen die Neuanschaffungen zum Alter der bestehenden Systeme und Geräte passen. Werden sie vorzeitig abgeschrieben, entstehen Abschreibungsverluste. Sie zehren an den Einsparungen und verlängern Amortisierungszeiträume. Nicht mit der Kalkulation vergessen werden sollten die Zusatzaufwendungen. Beispiele dafür sind USV für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, Kraft-/Wärmekopplung sowie ein professionelles System-, Geräte- und Energiemanagement. Sie ersparen zwar auf lange Sicht direkt oder indirekt Kosten, setzen aber vorerst nicht unerhebliche Investitionskosten voraus. Damit Investitionen und Installationen nicht unnötig überdimensioniert werden, sollte deshalb:

-die bestehende IT-Infrastruktur analysiert,

-die Verarbeitungslasten und Datenbewegungen für die Bemessung der erforderlichen Server- und Speicherkapazitäten sowie ihrer Peripherie nachvollzogen,

-die einzelnen Abschreibungsstände festgehalten,

-die Hersteller der Hard- und Software registriert werden.

Die Provenienz der Hard- und Software zu kennen, ist wichtig für die Konzeption und Strukturierung der Virtualisierungsgesamtlösung. So laufen Server-Virtualisierungsprogramme wie VMWare, Citrix, Microsoft oder Red Hat nicht auf jeder Rechner-Plattform. Auf eine ähnliche Hard-/Software-Bindung treffen die RZ-Betreiber auf der Speicherseite. Also müssen die RZ-Betreiber den goldenen Mittelweg finden und gehen: Das Optimum aus der Virtualisierung herausholen, ohne zuviel an neuer Hardware- und Software anzuschaffen. Zudem muss die angemessen dimensionierte und strukturierte IT-Infrastruktur flexibel einsetzbar sein. Nur unter dieser Voraussetzung wird sie dem Wandel, angestoß;en durch die Optimierung der Geschäftsprozesse sowie externe und interne Veränderungen, folgen können.

(Autor: Peter Arbitter, Leiter Portfolio & Technology Management bei Siemens IT Solutions and Services)

Info: www.siemens.com

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