Trends 2019: Was bei der Datenübertragung zu erwarten steht

Was wird das Jahr bringen auf den Gebieten Streaming, Gaming, IoT und Edge Computing? Ein Experte über die Entwicklungen in der Datenübertragung.  

Bereits in den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, dass immer mehr Kunden kostenpflichtige Streaming-Dienste nutzen, die ihnen ein werbe- und latenzfreies Nutzererlebnis ermöglichen. Der Zugang zu qualitativ hochwertigem digitalem Content, der ohne zu buffern über eine sichere Plattform abgerufen werden kann, war bereits 2018 Benchmark.

Auch im Bereich Video-Gaming sind die Ansprüche der Nutzer hoch. Verzögerungen bei der Übertragung können spielentscheidend sein – was vor allem Anhänger populärer Spiele mit hohem Wettbewerbscharakter verärgert, wie dem derzeit beliebten Fortnite. Aber auch für IT-Umgebungen in Unternehmen, die auf große Bandbreiten angewiesen sind, werden sich in diesem Jahr neue Herausforderungen ergeben. Das IoT findet neben dem Einsatz in Privathaushalten auch in professionellen Bereichen immer mehr Anklang. Großen, weltweiten Datenströmen kann hier mit Edge Computing begegnet werden.

Video-Streaming weiter im Aufschwung

Der im Herbst 2018 veröffentlichte Report „State of Online Video“ von Limelight Networks zeigte bereits, dass die Zahl von online-konsumierten Videos seit 2016 um 58 Prozent gestiegen ist. Da es hierbei noch immer häufig zu Verzögerungen in der Übertragung, beispielsweise bei Live Events, kommt, nutzen Zuschauer bevorzugt noch immer traditionelles Fernsehen. Da aber 60 Prozent aller Befragten angaben, bei identischer Qualität Online-Streaming zu präferieren, steht zu erwarten, dass dieser Trend im kommenden Jahr weiter zunehmen wird. Anbieter wie beispielsweise DAZN sind bei deutschsprachigen Zuschauern immer beliebter.

Verbraucher haben hohe Ansprüche an Videospiele

Auch bei Videospielen wie beispielsweise dem aktuell sehr beliebten Fortnite oder dem Klassiker Grand Theft Auto wirkt sich die Übertragungsqualität auf die Nutzerzufriedenheit aus. Spieleentwickler tun gut daran, sich zuerst auf verzögerungsfreie Datenübertragung zu konzentrieren, bevor sie sich neuen Features widmen.

Das IoT wird die traditionelle Cloud abhängen

Das Jahr 2018 wird als das Jahr des IoT in Erinnerung bleiben. Amazon Alexa war plötzlich in aller Munde. Obwohl immer mehr ausgeklügelte IoT-Anwendungen Einzug in Privathaushalte halten, eröffnet das Internet der Dinge vor allem Unternehmen neue Perspektiven. Stolpersteine werden dabei in Zukunft vor allem große Datenvolumina sowie beschränkte Kapazitäten von On-Premise-Netzwerken werden. Der Upload in zentrale Cloud-Zentren kann so quasi zu einer „Datenverstopfung“ führen, was sich wiederum auf den latenzfreien Abruf von Content negativ auswirkt. Gerade in Bereichen, in denen schnelles Handeln erforderlich ist – beispielsweise, wenn ein Sensor ein Leck in einer Öl-Pipeline meldet, sind verzögerungsfreie Meldungen für ein unmittelbares Eingreifen unerlässlich.

Eine weitere Hürde im Bereich IoT wird die Konnektivität sein. Mobile Geräte erfordern eine flächendeckende Internetverbindung mit hoher Bandbreite. In vielen IT-Umgebungen ist das bisher noch nicht gegeben.

Edge Computing verhindert Datenstau

Um eine schnellere und agilere Datenverarbeitung zu ermöglichen, setzen immer mehr Unternehmen auf Edge Computing. Der Vorteil ist hierbei, dass Daten, anstatt ins Rechenzentrum zu gelangen, direkt am Rande der Cloud verarbeitet werden. Die Technologie ermöglicht dadurch eine weltweite Datenverarbeitung in Echtzeit, was allein durch Cloud Computing so nicht erreicht werden kann. Eine dezentrale Objektspeicherlösung mit einem weltweit verteilten Netzwerk garantiert hierbei eine hohe Verfügbarkeit sowie geringe Latenzen. Die fünfte Generation der mobilen Datenverarbeitung (5G) ist ohne Edge Computing beispielsweise gar nicht erst möglich.

Über den Autor: Steve Miller-Jones ist Vice President of Product Strategy bei Limelight Networks, einem Anbieter von Services in den Bereichen Digital Content Delivery, Video Cloud-Sicherheit und Edge Computing.

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