nTLDs – US-Regierung fordert mehr Markenschutz

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

nTLDs – US-Regierung fordert mehr Markenschutz

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Die US-Regierung hat sich im Rahmen der Einführung neuer globaler Top Level Domains (nTLDs) mit den bisherigen Schutzmechanismen für Markeninhaber unzufrieden gezeigt. Auch bei bereits eingeführten Domain-Endungen soll der Schutz verbessert werden.


In seinem jetzt veröffentlichten Schreiben vom 4. Oktober 2012 an die Internet-Verwaltung ICANN spart Lawrence E. Strickling von der National Telecommunications and Information Administration (NTIA) des US-Wirtschaftsministeriums zunächst nicht mit Lob. So zeigt er sich, ohne auf Details einzugehen, insbesondere erfreut, dass die Verhandlungen über das Registrar Accreditation Agreement die gewünschten Fortschritte bei den Empfehlungen der Strafverfolgungsbehörden erzielt hätten, so dass  Missbrauch sowie Betrug im Domain Name System entgegengewirkt werden könne. Auch dass die Abteilung „contract compliance“ direkt an den neuen ICANN-CEO Fadi Chehadé berichtet, zeige laut Strickling, dass ICANN deren Bedeutung erkannt habe.


Besorgt zeigt sich die US-Regierung jedoch hinsichtlich der begrenzten Fortschritte beim Trademark Clearinghouse sowie beim Uniform Rapid Suspension System (URS). Bei letzterem drängt er darauf, dass das URS als kostengünstige Alternative zur Uniform Domain Name Dispute Resolution (UDRP) geplant ist; die Gebühren müssen daher zwingend niedrig bleiben. Allerdings macht ICANN gerade die geringen Gebühren dafür verantwortlich, dass zahlreiche renommierte UDRP-Schiedsgerichte wie die Genfer WIPO beim URS nur müde abwinken. Zudem ermutigt Strickling die Internet-Verwaltung, quer über alle Top Level Domains zusätzliche Schutzmechanismen für Markeninhaber einzuführen. Industrievertreter hätten eine Reihe von Vorschlägen gemacht, wie die Kosten defensiver Registrierungen gesenkt werden könnten;  dies solle im kommenden Jahr im Dialog weiter erörtert werden.


Details nennt Strickling auch hier nicht; dass auch bereits eingeführte Top Level Domains mit eingeschlossen werden, ist jedoch neu. Betroffen wären allerdings lediglich generische Endungen wie .com oder .net; für Länderdomains wie .de fehlt es ICANN an der Zuständigkeit.


Unterdessen lichtet sich der Bewerberkreis um eine neue Domain-Endung. Hatten sich bisher Google mit .and, .are und .est sowie der in Frankenthal ansässige Pumpen- und Armaturenhersteller KSB AG mit .ksb aus dem Rennen verabschiedet, sind inzwischen zwei weitere Unternehmen ausgestiegen. Wie sich der ICANN-Website entnehmen lässt, betrifft der Rückzug zum einen das im US-Bundesstaat ansässige Unternehmen Eli Lilly and Company, das sich als einziger Kandidat um die Endung .cialis beworben hatte. Des weiteren hat die kanadische Rogers Communications Partnership von der Bewerbung um .chatr Abstand genommen. Gründe für den Rückzug wurden öffentlich bisher nicht genannt. Offiziell bestätigt ist, dass von den ursprünglich gestarteten 1.930 Bewerbungen bereits sieben aufgegeben wurden; wer angesichts der nun sechs bekannten die siebte Bewerbung ist, bleibt der Öffentlichkeit vorerst weiter verborgen.


Autoren: Daniel Dingeldey, Rechtsanwalt Berlin; Florian Hitzelberger, Rechtsanwalt Holzkirchen; Florian Huber, Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth)


 


 


 

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Lokale Händler und Geschäfte machen die Einzigartigkeit jeder Stadt aus. Eine digitale Initiative hat jetzt einen Online-Marktplatz gestartet, um den lokalen Handel beim E-Commerce zu unterstützen.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Fashion commerce

Wann jetzt handeln gefragt ist

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.