nTLDs – Zahl der Beschwerdeverfahren steigt

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nTLDs – Zahl der Beschwerdeverfahren steigt

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Die Prüfung der eingegangenen Bewerbungen um eine neue globale Top Level Domain schreitet voran: am 29. März 2013 hat die Internet-Verwaltung weitere 27 Ergebnisse aus der Phase der „Initial Evaluation“ veröffentlicht. Das Hauen und Stechen der Bewerber untereinander und mit Dritten geht hingegen munter weiter.

Wie bereits in der ersten Prüfungsrunde umfasst auch der zweite Stapel ausschließlich Bewerbungen um eine internationalisierte Domain-Endung. Eine dominierende Rolle nehmen dabei Top Level Domains mit asiatischen Schriftzeichen ein, so etwa eine koreanische Variante von .net (VeriSign Sarl), eine japanische Übersetzung des Wortes „jedermann“ (eingereicht von der Google-Tochter Charleston Road Registry Inc.) oder des Wortes „game(s)“ in chinesisch (Donuts Inc.). Für westliche Internetnutzer noch am vertrautesten scheint die Bewerbung um das kyrillische .??? zu sein, die einer russischen Gemeinschaft aus dem 13. Jahrhundert als virtuelle Heimat dienen soll. Auch wer die Phase der „Initial Evaluation“ erfolgreich besteht, kann sich aber noch nicht sicher sein, dass die Endung eingeführt wird; die Chancen stehen jedoch hervorragend: sollten keine Beschwerden erhoben oder eine Verwechlsungsgefahr mit anderen Endungen bejaht werden, wäre ein Registrierungsstart Mitte des Jahres 2013 realistisch.

Dafür, dass es nicht ganz reibungslos läuft, sorgt in vielen Fällen schon die Konkurrenz: so wurde bekannt, dass VeriSign beim International Centre For Dispute Resolution Beschwerde eingereicht hat, weil die .com-Registry eine Verwechslungsgefahr mit .cam befürchtet. Betroffen sind die drei .cam-Bewerdot Agency Limited, AC Webconnecting Holding B.V. und United TLD Holdco Ltd., die sich nun unter anderem mit einer eidesstattlichen Versicherung der Linguistin Gail Stygall von der University of Washington in Seattle auseinandersetzen müssen, die eine Verwechslungsgefahr bejaht hat. Aber auch außenstehende Dritte nutzen eifrig die Möglichkeiten, Rechtsmittel gegen Bewerbungen einzulegen.

So hat in der vergangenen Woche das für die Prüfung von so genannten „community objections“ und „limited public interest objections“ zuständige International Center of Expertise der International Chamber of Commerce (ICC) eine Liste mit 28 Beschwerdeverfahren veröffentlicht. Während die Beschwerdeverfahren zu „limited public interest objections“ identisch sind mit jenen Verfahren, die der Independent Objector vor einigen Wochen initiiert hat, lassen bei den „community objections“ einige Verfahren aufhorchen. So protestiert etwa die International Union of Architects gegen die (einzige) Bewerbung um .architect von Bewerber Spring Frostbite LLC; Bedenken gegen .hotel, .hotels, .hoteles und .hoteis hat hingegen die Hotel Consumer Protection Coalition. Der Protest der International Banking Federation gegen die .bank-Bewerbung von Dotsecure Inc. kommt hingegen wenig überraschend, bewirbt man sich doch selbst um diese Endung. Abzuwarten bleibt schließlich, mit welchen genauen Bedenken sich die International Lesbian Gay Bisexual Trans and Intersex Association gegen die Bewerbung um .lgbt sowie drei Bewerbungen um .gay wendet. Wann das ICC seine Entscheidungen veröffentlicht, ist nicht absehbar.

Insgesamt meldet ICANN derzeit 274 anhängige Beschwerdeverfahren. Wie anlässlich eines Webinars bekannt wurde, teilen sie sich wie folgt auf: 67 String Confusion Objections, 71 Legal Rights Objections, 23 Limited Public Interest Objections und 113 Community Objections.

Autoren: Daniel Dingeldey, Rechtsanwalt Berlin; Florian Hitzelberger, Rechtsanwalt Holzkirchen; Florian Huber, Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth)

 

 

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