Online-Versand: So gelingt der Spagat zwischen schneller Lieferung und Nachhaltigkeit

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Verbraucher wünschen sich einen immer schnelleren Online-Versand und zugleich eine bessere Ökobilanz. Wie lassen sich diese gegensätzlichen Ziele miteinander vereinbaren?
Online-VersandQuelle: BluJay - GettyImages

Egal ob ein Paar Socken oder eine komplett neue Garnitur für die Arbeit im Onlineshop bestellt wird: Verbraucher haben sich daran gewöhnt, weder für den Online-Versand noch die Rücksendung zu bezahlen. Die kostenlose Zustellung ist bei den großen Onlineshops bislang der Standard, doch große Anbieter wie H&M legen jetzt den Rückwärtsgang ein. Der Grund liegt in den hohen Kosten, die Umsatz und Gewinnmarge drücken. Problematisch ist das Hin- und Herschicken von Millionen Paketen aber auch aus einem anderen Grund: Die Umweltkosten gehen zulasten der Allgemeinheit – seien es die Emissionen oder die von immer mehr Lieferfahrzeugen verstopften Straßen.

Online-Versand: Kunden wünschen sich komfortable Lieferoptionen

Die Verbraucher sind sich der Umweltbelastungen durchaus bewusst und wünschen sich ökologischere Versandlösungen. Gleichzeitig bevorzugen sie aber mehrheitlich immer komfortablere Lieferoptionen. Nicht von ungefähr arbeiten die ersten Versender an ultraschnellen Modellen wie der „Zwei-Stunden-Lieferung“.

Für Internethändler und Logistikdienstleister ist dieses Dilemma kaum aufzulösen, denn ultraschnelle Lieferung und Schonung der Umwelt sind nur schwer miteinander vereinbar. Weil die Mehrzahl der Konsumenten vor allem Wert auf eine schnelle Lieferung legt, müssen viele einzelne Zustellungen eingeplant werden. Schonender für die Umwelt wäre es indessen, mit so wenigen Fahrten wie möglich eine maximale Anzahl an Paketen auszuliefern und dabei im Idealfall mehr zentrale Zustellorte anzufahren, statt jede Bestellung bis zur Wohnungstür bringen zu müssen. Und je schneller die Zustellung erfolgen soll, desto weniger effizient fällt zwangsläufig auch die Tourenplanung aus, sodass die Lieferanten beispielsweise mit einem nicht voll beladenen Fahrzeug starten müssen.

Online-Versand: Das Liefer-Dilemma auflösen

Was ist zu tun? Eine mögliche Lösung ist die verstärkte Kooperation. Auch wenn einzelne Versender und Carrier an nachhaltigen Lieferkonzepten tüfteln, kommen bei ihren Bemühungen nicht über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus. Um diesen gordischen Knoten zu durchschlagen, ist eine firmenübergreifende Zusammenarbeit gefragt. Wenn Retailer und Carrier ihre Lieferprozesse strategisch neu aufstellen und auf eine gemeinsame Konsolidierung ihrer Pakete setzen, können die Effizienz des Lieferprozesses und seine Umweltverträglichkeit verbessert werden. Das eifersüchtige Hüten der eigenen Datensilos wäre damit zu Ende, was auch einen Mentalitätswechsel bei den Logistik-Verantwortlichen voraussetzt.

Online-VersandQuelle: BluJay - GettyImages
Viele Verbraucher wünschen sich im E-Commerce einen nachhaltigeren Online-Versand.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Konsumenten selbst enger einzubeziehen, ihnen die Folgen des eigenen Bestellverhaltens besser vor Augen zu führen und ihnen bewusst die Entscheidung zu überlassen: Wollen sie ihre Lieferung lieber schneller haben oder langsamer, dafür aber mit einer besseren Umweltbilanz? Und müssen mehrere bestellte Artikel wirklich einzeln ausgeliefert werden, wenn das Zeit spart, oder reicht es zu warten, bis alle zusammen in einem Paket verschickt werden können?

Viele Endkunden wissen schlicht und ergreifend nicht, was nach dem Klick auf den „Bestellen“-Button geschieht. Wenn sich das ändert und Kunden beispielsweise über die zu erwartende CO2-Bilanz ihres Bestellvorgangs informiert werden, entscheiden sie sich vielleicht nicht für die Expresslieferung, sondern für die langsamere Alternative inklusive Abholung im Paketshop.

Online-Versand: „Der umweltschonende Zwei-Stunden-Expressversand gehört ins Reich der Mythen“

„Der umweltschonende Zwei-Stunden-Expressversand gehört ins Reich der Mythen und Legenden – so schnell werden wir dieses Wunder nicht erleben“, erklärt Siegfried Mänzel, Managing Director, Germany bei BluJay Solutions bei BluJay Solutions. „Stattdessen sollten Versender und Carrier vernünftige Kompromisse umsetzen, und das heißt: mehr Zusammenarbeit der Unternehmen, um unnötige Fahrten einzusparen, und mehr Transparenz für die Endkunden, die sich damit bewusster als bisher für die ökologisch verträglichere Lieferoption entscheiden können.“ (sg)

Mehr zum Thema Online-Versand lesen Sie hier: Versand ins Ausland – so meistern Online-Händler die Hürden

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Werbung

Nichts mehr verpassen!

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.