Online-Werbebranche: Technologie-Trends 2019

Welche Technologie-Trends sind im digitalen Marketing zu erwarten? Ein Experte klärt auf.

Auch 2019 sind Veränderungen aufgrund der digitalen Transformation zu erwarten, insbesondere durch den Anstieg datengetriebener Technologielösungen. Assen Saraiwanow, Commercial Director bei Sublime DACH, zeigt die wesentlichen Ad-Technologie-Trends auf, die den Bereich des digitalen Marketings im Jahr 2019 dominieren werden.

Kreativität + Technologie

Datengetriebene Technologielösungen ermöglichen 2019 die skalierfähige Verknüpfung von Programmatic und Kreativität. Dreh- und Angelpunkt bleibt das Nutzererlebnis. Internetnutzer setzen immer öfter Adblocker ein und erwarten eine emotionale und kreative werbliche Ansprache. Wirkungsvolle Werbeblöcke werden über alle programmatischen Plattformen mobil genauso schnell auszuspielen sein wie auf dem Desktop. Wir werden in diesem Zusammenhang auch den nächsten Schritt von Programmatic Advertising in Richtung der klassischen Medien wie TV und Radio sehen. 

Grundsätzliches zur Technologie-Entwicklung im Werbemarkt

In der digitalen Transformation geht es nicht mehr nur darum, in die neuesten disruptiven Technologietrends zu investieren. IT wird zu einem wichtigen strategischen Partner, um die Geschäftsziele wichtiger Interessengruppen im gesamten Unternehmen zu erreichen.

Für viele Tech-Plattformen auf der Supply-Seite wird 2019 einige Herausforderungen bereithalten. Margen werden sinken und Betriebskosten steigen. Wir werden beobachten, dass das Bieterverfahren von der Demand-Seite zunehmend obsolet wird, da Google seine Machtposition im serverseitigen Header-Bidding-Segment massiv festigt. Obgleich Google und Facebook branchendominant ihren Platz als "Duopol" geprägt haben, hat sich Amazon parallel nicht nur an die Ranglistenspitze als wertvollste Marke weltweit katapultiert, sondern auch seine Positionierung als digitaler Werbemarktplatz weiter ausgebaut.

Bedeutung der Blockchain

Das Thema Blockchain wird weiter an Bedeutung gewinnen. Immer noch wird missverstanden, wie die Blockchain-Technologie Programmatic Advertising langfristig verbessern kann und deren Akzeptanz als Mainstream-Transparenztreiber nimmt deshalb nur langsam zu. Dennoch hat das Thema Blockchain eine vielversprechende Zukunft vor sich mit einem prognostizierten Investitionswachstum von 79,6 Prozent.

Ad Fraud

Ad Fraud bzw. Werbebetrug gehört weiterhin zu den größten Herausforderungen, mit denen die Online-Werbebranche konfrontiert ist. Sie wird die Unternehmen bis 2025 voraussichtlich 50 Milliarden US-Dollar kosten. Denn während sich die Technologie weiterentwickelt, werden Betrüger nicht nur geschickter und technisch versierter, sondern auch immer zahlreicher. Auf Qualität bedachte Unternehmen werden es schwieriger denn je haben, einen Schritt voraus zu sein, da sie von allen Seiten unter Druck geraten.

Künstliche Intelligenz wird dieses Jahr die zentrale Rolle bei der Betrugsbekämpfung einnehmen, weil sie es den Werbetreibenden ermöglicht sicherzustellen, dass ihre Werbebotschaften in einem markensicheren Umfeld beworben werden und die Zielgruppe erreicht wird.

Transparenz

Der Fokus auf Transparenz wird auch in den nächsten Monaten den Druck auf Agenturen und Ad-Tech-Anbieter verstärken. Infolgedessen werden sich nur diejenigen positiv weiterentwickeln, die wirklich einen Mehrwert erwirtschaften, während andere einbrechen werden.

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Im letzten Jahr hat DSGVO den Ad-Tech-Anbietern, aber auch den Werbetreibenden, große Kopfschmerzen bereitet. Erste Schwierigkeiten begannen zum Zeitpunkt als Facebook und Google ihre Regeln änderten, um DSGVO-konform zu agieren. Damit endete die Unterstützung für die Technologie von Drittanbietern und gleichzeitig wurde es Vermarktern erschwert, ihre Daten zu exportieren.

Sehr viele Marketingexperten erhielten keine grundlegenden Informationen, wie gut oder schlecht sich ihre Werbeplatzierungen entwickelt haben. Das hat die Werbebranche noch mehr erschüttert. 2019 steht dafür, dass viele Markenartikler weiterhin von ihren First-Party-Kundendaten profitieren werden.

Über den Autor: Assen Saraiwanow ist Standortleiter und Commercial Director DACH bei Sublime in Düsseldorf. Er verfügt über eine knapp 20-jährige Erfahrung im Online-Marketing, Vertrieb und Business Development. Saraiwanow war zuvor Sales Director bei DataXu. Seine vorherigen Stationen waren DataFactor, einem Tochterunternehmen von Axel Springer SE, die Performance Marketing Agentur Quisma und PHD sowie Kabam.

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