Onlinehandel in der Corona-Pandemie: Wie Anbieter die Krisenzeit überstehen

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Onlinehandel in der Corona-Pandemie: Wie Anbieter die Krisenzeit überstehen

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Ausgangssperren, Lieferengpässe und große Unsicherheit: Die aktuelle Lage führt branchenübergreifend zu starken Beeinträchtigungen, auch im Onlinehandel. Um als Händler nicht nur zu überleben, sondern gestärkt aus der Krise hervorzugehen gilt es umzudenken und konsequent zu handeln.
Onlinehandel

Quelle: Creativestyle

Am deutlichsten treffen die Auswirkungen der Corona-Krise aktuell Branchen wie Gastronomie, Tourismus und Einzelhandel. Insbesondere das Vermeiden von größeren Menschenmengen sowie die gesetzlich beschlossenen Ausgangs- und Reisebeschränkungen bereiten zahlreichen Unternehmen aus diesen Bereichen große Probleme. Doch auch dem Onlinehandel macht die aktuelle Lage zu schaffen: Das starke Umsatzwachstum, welches der E-Commerce im Januar und Februar 2020 im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden konnte, wurden im März durch Verluste von knapp 20 Prozent vernichtet.

Obgleich ein Mangel an persönlichem Kundenkontakt – anders als im stationären Handel – nicht der Kern des Problems ist, geben kleiner werdende Auftragszahlen Grund zur Besorgnis. Denn durch Lieferengpässe, Personalmangel und die aktuelle, branchenabhängig stark schwankende Nachfrage bleiben auch viele Onlineshops nicht von den negativen Folgen der Krise verschont.

Onlinehandel ergänzt stationären Vertrieb

Natürlich sind nicht alle Unternehmen im E-Commerce gleichermaßen betroffen: Pure Player, die rein auf Online-Kanäle setzen, trifft die Krise deutlich weniger hart als Omnichannel-Anbieter, die neben digitalen auch stationäre Kanäle bedienen. Denn obwohl die Filialen geschlossen bleiben, müssen die Fixkosten weiterhin gezahlt werden. Was bisher von zwei verschiedenen Standbeinen – Onlineshop und stationärer Handel – getragen wurde, soll nun durch digitale Kanäle abgefangen werden. Doch dafür fehlt es häufig an Ressourcen, um beispielsweise eine funktionierende Logistik schnell hochzufahren. Die zentrale Frage: Wie baue ich meinen Online Handel in kurzer Zeit und kostengünstig auf?

Mit dem richtigen Werkzeug die Krise überleben

Die Zahlen der Neuerkrankungen in Deutschland steigen, obgleich verlangsamt, weiterhin an und damit drängt sich eine wichtige Frage auf: Was kommt nach der Krise? Eine Antwort darauf gibt es noch nicht, der E-Commerce-Dienstleister Arvato Supply Chain Solutions skizziert in einer aktuellen Analyse jedoch mögliche Szenarien für den E-Commerce: Sollte die konjunkturelle Dynamik in Deutschland langsamer verlaufen, als es in China der Fall war, wird eine wirtschaftliche Stabilisierung noch auf sich warten lassen. Hohe Infektionszahlen deuten jedoch auf einen baldigen Peak hin, sodass ein ähnlicher Verlauf wie in China ebenfalls möglich wäre.

Mit Blick auf China wird deutlich, dass mit wachsender Zuversicht und gelockerten Pandemie-Maßnahmen auch die Nachfrage durch Konsumenten wieder ansteigt – auch für Fashion- oder Beauty-Produkte. Entscheidend scheinen insbesondere die kommenden zwei Wochen zu sein, denn wenn die aktuellen Beschränkungen über diesen Zeitraum andauern, sieht es für kleinere und mittelständische Unternehmen nicht gut aus.

Onlinehandel: Kostengünstige Kanäle nutzen

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie so gering wie möglich zu halten, das Jahr 2020 zu überstehen und sich für die Zeit danach zu rüsten, lautet insbesondere bei rein stationären Händlern die Devise: Waren und Dienstleistungen möglichst kostenoptimiert online zur Verfügung zu stellen. Dies über große Marktplätze wie Amazon zu tun ist hier oftmals keine langfristige Verbesserung – in Krisenzeiten werden Produkte die als non-essential eingestuft oftmals übergangen und beim Versand herunter priorisiert. Die Unabhängigkeit fehlt schlichtweg.

Stattdessen sollte man sich darum bemühen, eine individuelle Lösung mit geringem finanziellen Risiko umzusetzen. Zum einen sollte man möglichst auf bereits bestehende Strukturen bauen. So wird Zeit eingespart und auch das Unternehmensbudget geschont. Das gilt für die E-Commerce-Plattform selbst, aber auch die Logistikprozese. Eine kurzfristige und individuelle Lösung bieten hierfür Fulfillment-Dienstleister, die nur die benötigten Ressourcen berechnen und innerhalb kürzester Zeit eine funktionierende Logistik für den Online-Handel aufbauen können. Die meisten E-Commerce-Agenturen verfügen in dieser Hinsicht bereits über ein Netzwerk mit passenden Dienstleistern.

Transparenz – besonders wichtig in Krisenzeiten

Mit einer funktionierenden Infrastruktur ist die Arbeit jedoch leider noch nicht getan, im Gegenteil: In Krisenzeiten ist es wichtiger denn je, Kunden vom eigenen Unternehmen zu überzeugen, auch wenn ein Klick bei Amazon schnell und einfach erscheint. In den vergangenen Tagen haben bereits einige Initiativen wie München bringt’s einen Impuls gesetzt, lokale Unternehmen zu unterstützen und Solidarität zu zeigen. Darüber hinaus ist es von großer Bedeutung, die persönliche Beziehung zu Kunden weiterhin aufrechtzuerhalten.

Besonders wichtig sind außerdem Transparenz und Offenheit. Lassen Sie ihre Kunden wissen, dass die aktuelle Lage für Einschränkungen und Verzögerungen sorgen kann, Sie jedoch alles Mögliche tun, um für Sie da zu sein. Eine kontinuierliche Kommunikation zu Ihren Kunden kann Spannungen vorbeugen und Verständnis schaffen. Auch können Sie die Zeit nutzen, um neue Lösungen und Tools auszuprobieren, die kostenlos zur Verfügung stehen, um für eine Zeit nach der Krise weitere Möglichkeiten zur Neukundenakquise bereitzuhalten. Achten Sie bei der Auswahl neuer Tools insbesondere darauf, dass sie schnell, einfach und kostengünstig einzusetzen sind – hier gilt plug & play.

Onlinehandel profitiert von digitaler Vernetzung

Die aktuelle Lage zwingt die Gesellschaft zu einer digitalen Vernetzung, sodass Altersgruppen, die bisher vermehrt den stationären Handel genutzt haben, sich neu orientieren und auf den Online-Handel umsteigen. So bietet sich für Händler die Chance, durch digitale Beratung potenziellen Kunden auch bei komplexeren Produktkategorien zur Seite zu stehen. Sie schaffen sich damit nicht nur einen großen Kundenvorteil, sondern bereiten sich schon langfristig auf zukünftige Krisensituationen vor. Wir haben Ihnen dafür die wichtigsten drei Punkte zusammengefasst, die Sie jetzt angehen müssen:

Was Omnichannel-Händler jetzt tun können:

  • Volle Konzentration auf Skalierung der Online-Kapazitäten (digital und logistisch)
  • Beratungsleistung vom PoS auf die digitalen Kanäle übertragen
  • Offene und transparente Kommunikation mit den Kunden

Was Pure Player im Onlinehandel jetzt tun können:

  • Tools zur Automatisierung von Marketing und Content Creation einsetzen
  • Frei gewordene (Kreativ-)Ressourcen für Growth Hacking nutzen
  • Offene und transparente Kommunikation mit den Kunden

Durch Onlinehandel schnell aus der Krise

Ein digitaler Absatzkanal verspricht Unternehmen jeglicher Größe einen Weg aus der Krise. Doch nur, wenn die Lösung schnell umzusetzen und finanziell überschaubar ist, kann sie in der kritischen Phase von Nutzen sein. Eine Open-Source-Lösung mit Automatisierungsmöglichkeiten dient hier als optimale Plattform, um sofortige Effekte zu erzielen, ohne ein großes Risiko eingehen zu müssen.

Auch etablierte Unternehmen mit festgelegten Strategien können die Krisenzeit nutzen, um von Start-ups zu lernen. Denn gerade in unsicheren Zeiten spielt Kreativität für Marketing, Vertrieb und Logistik eine weitaus größere Rolle als eine perfekte Infrastruktur. Unter dem Stichwort: “Growth Hacking” zielen insbesondere Start-ups darauf ab, mit einem minimalen Einsatz von finanziellen Mitteln ein maximales Wachstum zu erzielen – ganz gleich ob Krisenzeit oder nicht.

creativestyle Fojcik

Über den Autor: Jaromir Fojcik ist Gründer und Geschäftsführer der E-Commerce-Agentur creativestyle GmbH mit Sitz in München, Krakau und Rybnik (Polen). Der gebürtige Pole ist Nearshore Pionier und hat sich mit seinem 62-köpfigen Team auf die Realisierung von kostensensitiven Projekten auf Basis von Open Source und Automatisierungstechnologien spezialisiert. (sg)
Lesen Sie auch: E-Commerce-Trends: Wie Marken und Händler in der Krise Kunden für sich begeistern

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ParcelLock
ParcelLock
5. Mai 2020 8:52

Für viele stationäre Händler ist die aktuelle Krise trotz aller wirtschaftlichen Einschränkungen eine Chance sich und ihren Kunden den Online Handel zunutze zu machen und gerade über den digitalen Kontakt und Online Bestellungen dennoch im Geschäft zu bleiben. Für den Kunden gibt es Apps und Paketstationen zu kontaktlosen Abholung von Bestellungen – bei Firmen wie ParcelLock ein kostenloser Service für den Verbraucher. Warum das Online Geschäft nur den ‚Großen‘ überlassen, die Kunden sind für die Neuerung dankbar, weiterhin bei ‚ihrem‘ Händler kaufen zu können.

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