Onlinehandel in Deutschland: Größtes Wachstum im dritten Quartal seit 2017

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Onlinehandel in Deutschland: Größtes Wachstum im dritten Quartal seit 2017

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Der bevh hat jetzt neue Zahlen zur Entwicklung des E-Commerce in Deutschland veröffentlicht. Demnach sind die Umsätze im Onlinehandel mit Waren von Juli bis Oktober 2021 um 14,8 Prozent auf 22,194 Milliarden Euro gestiegen. Einer der wichtigen Trends: Das Einkaufen beim Hersteller wird zwar immer beliebter, aber der Multichannel-Commerce wächst schneller.
E-Commerce-Markt E-Commerce-Branche

Quelle: PopTika/Shutterstock

  • Das Einkaufen beim Hersteller wird immer beliebter, aber der Multichannel-Commerce wächst schneller.
  • Digitale Dienstleistungen können noch nicht von den erfolgten Lockerungen seit Mai 2021 profitieren.
  • Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs erreichen erneut die größten Zuwächse beim E-Commerce.

Trotz der schrittweisen Wiederbelebung des öffentlichen Lebens und obwohl das dritte Quartal saisonal bedingt als schwächster Zeitraum des Jahres gilt, sind die Umsätze im Onlinehandel mit Waren von Juli bis Oktober um 14,8 Prozent auf 22,194 Milliarden Euro und im interaktiven Handel um 14,3 Prozent auf 22,467 Milliarden Euro gestiegen. Für den E-Commerce ist es das wachstumsstärkste dritte Quartal seit fünf Jahren und führt eine seit 2017 stattfindende Beschleunigung der Umsatzzuwächse fort.

Onlinehandel
Wachstum im Q3 hat sich seit 2017 kontinuierlich beschleunigt. (Grafik: bevh)

Onlinehandel: D2C und Multichannel legen am schnellsten zu

Der digitale Direktvertrieb durch Hersteller unterstreicht seine andauernde Stärke und bleibt der einzige Verkaufskanal, der seit Pandemieausbruch in jedem Quartal im komfortablen zweistelligen Bereich gewachsen ist. Kein anderer Vertriebstyp konnte prozentual so stark zulegen wie Hersteller-Versender (plus 23,2 Prozent kumuliert von Januar bis einschließlich September 2021).

Blickt man nur auf das jüngste, dritte Quartal, sind die Multichannel-Händler auf das stärkste Wachstum gekommen. Das überrascht, da sie erstmals seit Jahresbeginn wieder ein gesamtes Quartal durchgängig die Geschäfte für Kunden öffnen konnten. Die Kunden bestellen aber trotzdem weiterhin gerne online. Der Handel auf Online-Marktplätzen, den zum weit überwiegenden Teil stationäre und Onlinehändler tragen, erhöht sein Volumen im langfristigen Trend weiter. Er wird 2021 erstmals in jedem Quartal deutlich mehr als zehn Milliarden Euro umsetzen.

Onlinehandel
Gesamtumsätze und Umsatzwachstum bei E-Commerce in Q3/2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal nach Versendertyp. (Grafik: bevh)

„Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung der Multichannel-Händler, die zu den starken Ergebnissen der Branche beigetragen haben. Unter ihnen befinden sich viele Unternehmen, die ehemals rein stationär waren und sich in der Pandemie unter hohem Druck ein digitales Standbein aufgebaut haben. Das macht uns optimistisch und zeigt, dass sich viele dieser Händler erfolgreich im Digitalhandel festsetzen,“ sagt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.

Stärkste Wachstumstreiber unter den Warengruppen waren im Q3/2021 Lebensmittel, DIY & Blumen, Hobby & Freizeitartikel (siehe Tabelle). Wachstumsstärkstes Warencluster waren Artikel des täglichen Bedarfs, worunter neben Lebensmitteln auch Drogerieprodukte und Tiernahrung fallen.

Onlinehandel
Umsatzentwicklung im E-Commerce mit Waren im Q3 zum Vorjahreszeitraum nach Warengruppen. (Grafik: bevh)

Digitale Dienstleistungen bleiben unter ihrem Potenzial

Die Umsätze mit digitalen Dienstleistungen, zu denen etwa auch Reisebuchungen gehören, stiegen im Q3 um 31,0 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro und verlieren im Vergleich zur Jahresmitte (Q2/2020: 61,3 Prozent) wieder an Schwung. Zudem handelt es sich noch immer um Nachholeffekte, die den Einbruch aus dem Vorjahr (Q3/2020: -66,6 Prozent) nicht aufholen können. Unter dem Strich deutet das darauf hin, dass die Menschen in den Sommermonaten zwar wieder online Reisen und Konzerttickets gebucht haben, ihr Geld für Unternehmungen jedoch noch immer vorsichtiger ausgeben als vor Pandemie-Ausbruch.

In den ersten neun Monaten des Jahres sind im E-Commerce Gesamtumsätze von rund 67,4 Milliarden Euro aufgelaufen. Der gesamte Interaktive Handel einschließlich Dienstleistungen erreichte in diesem Zeitraum 74 Milliarden Euro. Ein starkes letztes Weihnachtsquartal eingerechnet, befindet sich die Branche damit weiter auf dem Weg, in diesem Jahr erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro zu brechen.

Vergleichbarkeit der Daten von Onlinehandel und Multichannel

Als Onlinehändler werden solche E-Commerce-Unternehmen erfasst, die neben den digitalen Verkaufskanälen weiterhin mit klassischem Katalogversandhandel aktiv waren. Diese wurden bisher unter Multichannel-Handel erfasst, da der Katalog lange Zeit ein unabhängig gesteuertes Geschäftsmodell darstellte. Die Kategorie Onlinehandel umfasst neben Internet-Pureplayern auch solche ursprünglich reinen E-Commerce-Anbieter, die inzwischen zwar Filialen unterhalten, jedoch den überwiegenden Teil ihres Geschäfts im E-Commerce erzielen. Ebenso sind hier die Umsätze der Shopping-Clubs und Apothekenversender einbezogen:

  • Als Onlinemarktplätze (OMP) werden solche Unternehmen erfasst, die mehr als die Hälfte ihres Außenumsatzes (Bruttowarenvolumen, GMV) mit den Angeboten dritter Händler auf ihrer Plattform erzielen.
  • Multichannel-Händler (MCV) sind Unternehmen, die ihre Heimat im Stationärhandel haben. Dazu zählen auch vertikalisierte Anbieter mit Filialgeschäft, sofern sie ihre Produkte nicht per Großhandel auch dem Einzelhandel zur Verfügung stellen.
  • Hersteller mit Direktvertrieb (HEV) sind Unternehmen, die entweder ausschließlich im Direkt-Vertrieb arbeiten (klassisch „Vertreter-Versandhandel“). Oder als Markenhersteller an den Einzelhandel liefern, aber auch Umsätze auf eigener Fläche und im eigenen Onlinehandel erzielen.

Zur Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“

In der Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ werden von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (zum Beispiel im Bereich Reisen oder Ticketing) befragt. Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2022 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht. Die heute vorgestellten Zahlen basieren auf der Auswertung der Monate April bis Juni 2021. Die Studie wird durch die Beyondata GmbH durchgeführt.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist die Branchenvereinigung der interaktiven Händler. Neben den Versendern sind dem bevh auch Dienstleister angeschlossen. Nach Fusionen mit dem Bundesverband Lebensmittel-Onlinehandel und dem Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler repräsentiert der bevh sämtliche Player der Branche. Der bevh vertritt die Brancheninteressen aller Mitglieder gegenüber dem Gesetzgeber sowie Institutionen aus Politik und Wirtschaft. (sg)

Lesen Sie auch: E-Commerce-Branche: Umsatz in Deutschland steigt auf über 83 Milliarden Euro

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