Onlinehandel nach dem Lockdown – die aktuelle Lage in China

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Inzwischen ist in ganz China die Wirtschaft wieder hochgefahren. Ist dort aber inzwischen alles in Ordnung? Der E-Commerce-Experte Damian Maib von Genuine German berichtet über die aktuelle Entwicklung des Onlinehandels in China.
Onlinehandel

Quelle: OSORIOartist/shutterstock

Das Leben in China erholt sich langsam. Geschäfte öffnen wieder, Menschen dürfen wieder ohne besondere Gründe vor die Haustür und auch Restaurants sind wieder geöffnet. Selbst in Wuhan, dem Epizentrum des Coronavirus, dürfen Menschen wieder ihre Häuser verlassen und zur Arbeit gehen. Produktionen werden wieder hochgefahren. Mediziner, die im Januar aus Peking nach Wuhan gekommen waren, sind wieder abgereist. Sie hatten die Krankenhäuser in Wuhan in der Bekämpfung der Virus unterstützt. Dennoch besteht weiter die Gefahr, sich anzustecken. Um einer möglichen zweiten Welle voraus zu sein, wird bei Menschen in China vermehrt Fieber gemessen. Wie aber steht es um den Onlinehandel nach dem Lockdown?

Onlinehandel nach dem Lockdown: Normalität kehrt langsam zurück

„In Bürogebäuden, öffentlichen Einrichtungen oder einfach auf der Straße, überall gibt es Temperaturkontrollen“, sagt Damian Maib, der sich derzeit in Shanghai befindet. „Es wird auch weiterhin viel getestet. Kranke Menschen werden isoliert. Auch Einreisende aus dem Ausland müssen sich in Quarantäne begeben.“ Maib musste nach seiner Einreise nach Shanghai für zwei Wochen in die Quarantäne.

Man kann also nur in Ansätzen von Normalität sprechen. Allerdings ist es ein enormer Schritt für die Wirtschaft, dass Geschäfte wieder geöffnet sind und auch Produktionsstätten wieder hochfahren. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, müssen Hygienestandards penibel eingehalten werden. Das bedeutet zum Beispiel das Tragen von Atemschutzmasken.

Selbst in Fabriken wird stark darauf geachtet Sicherheitsabstände einzuhalten, was zu Verzögerungen und geringeren Kapazitäten in der Produktion führt. Daher werden gefragte Produkte aus China zwar wieder produziert, allerdings nicht zu ausreichenden Mengen. „Es geht bergauf, aber die Produktionskapazitäten sind lange noch nicht auf Vorkrisenniveau“, ist Maib überzeugt, der auch für die Bundesregierung Schutzmasken organisiert und sich Produktionsstätten direkt vor Ort anschaut.

2020 das geringste Wirtschaftswachstum seit den 1970er Jahren

Händler, deren Produkte weniger stark in der Krise nachgefragt waren, wie zum Beispiel Möbelhersteller, profitieren derzeit von einer steigenden Binnennachfrage. Das kann jedoch nicht die fehlenden Aufträge aus dem Ausland abfangen. Für dieses Jahr wird das geringste Wirtschaftswachstum seit den 1970er Jahren erwartet. Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Arbeitslosigkeit, die sich in vermindertem Konsum niederschlägt. Durch weitere Lockerungen im Ausland und einem Wiederanstieg des globalen Handels könnte sich Chinas Wirtschaft am schnellsten von der Krise erholen. Damit Händler in Deutschland von den Erfahrungen aus China profitieren können, lohnt es sich, einen Blick auf die dortigen Krisengewinner zu werfen.

Onlinehandel geht gestärkt aus der Krise hervor

In China zeigt sich ein, dass der Onlinehandel als Gewinner der Krise hervorgeht. Besonders erfolgreich waren, wie in Deutschland auch absehbar, der Lebensmittel-Onlinehandel sowie Güter des täglichen Bedarfs. Branchen wie Möbel, Schmuck und Mode mussten Verluste von bis zu 30 Prozent hinnehmen, da diese Produktkategorien weniger nachgefragt wurden. Einer ähnlichen Entwicklung sahen sich viele Kosmetikhersteller gegenüber. Allerdings konnten einige Händler hier durch innovatives Marketing ihre Umsätze stabilisieren.

Akutelle Trends wie Livestreaming und vermehrtes Influencer-Marketing könnten auch nach der Krise für mehr Umsätze sorgen. Als passendes Beispiel sieht Maib das chinesische Kosmetikunternehmen Lin Qingxuan: Die Firma musste 40 Prozent ihrer Läden schließen und bildete daher kurzerhand alle Schönheitsberater aus diesen Läden zu Influencern aus. Dadurch konnten sie ihre Umsätze um 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Ein Effekt, der allmählich auch in Deutschland sichtbar wird: Unternehmer, die mit innovativen Ideen und Lösungen auf die aktuelle Situation reagieren, könnten gute Chancen haben, gestärkt aus dieser Krise zu kommen.

Ein weiterer Trend ist die Beschleunigung der Digitalisierung. Um Personen-Kontakte zu verringern bieten Staat und Wirtschaft zunehmend mehr digitale Optionen. In China kann inzwischen der Pass per App verlängert werden, außerdem können Gesundheitschecks zu einem gewissen Grad per Telefon durchgeführt werden. In Deutschland beginnt dieser Trend erst, aber auch hier arbeiten Wirtschaft und Politik an Lösungen, um mehr digitale Systeme anzubieten.

Mit dem Markt aus der Krise wachsen

Das Wachstum der chinesischen Märkte ist ungebrochen. Die Schnelligkeit des Wachstums hat sich verringert, aber dennoch wird die chinesische Wirtschaft auch in diesem Jahr wachsen. Während in Deutschland nun die Lockerungen greifen, erholt sich die chinesische Wirtschaft von den Einbrüchen nach und nach. Für deutsche Händler bedeutet das: Wenn sie jetzt in den Markt einsteigen, wachsen sie mit ihm aus der Krise. Besonders für Händler, die ansonsten viel auf dem amerikanischen Markt verkaufen oder über eine Expansion dorthin nachgedacht haben, kann der chinesische Markt nun eine Alternative sein.

Aktuell kann sich der Einstieg in den chinesischen Markt besonders für Anbieter in der Gesundheitsbranche lohnen. Für chinesische Kunden bedeutet das Label „Made in Germany“ Sicherheit. Konsumenten wissen um die strengen Regulierungen und Hygienevorschriften in Deutschland. Da das Thema Gesundheit für Chinesen zunehmend in den Fokus rückt, könnten Händler in diesem Bereich profitieren. Die Verkäufe von Nahrungsergänzungsmitteln sind beispielsweise in der Zeit nach dem Lockdown stark angestiegen.

Über den Autor: Damian Maib ist Gründer der Agentur Genuine German und Experte für Onlinehandel in China. So hat er schon deutsche Unternehmen wie die Drogeriemarktkette dm beraten. Er empfiehlt: „Vor dem Markteintritt sollte eine umfassende Wettbewerbsanalyse durchgeführt werden. Außerdem brauchen Sie einen Partner vor Ort, der die kulturellen Besonderheiten, aber auch die Eigenheiten des Marktes kennt.“
Der Einstieg in den chinesischen Markt kann sich für deutsche Händler lohnen. Allerdings gilt es zu beachten, dass der Eintritt in einen neuen Markt immer auch mit Herausforderungen verbunden ist. Der chinesische Markt weist einige Unterschiede zu westlichen Märkten auf, daher sollte ein Einstieg mit Rat durch Experten erfolgen. (sg)

Lesen Sie auch: Einzelhandel 2020: Starker Einbruch durch Covid-19 in Deutschland

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