Onlinehandel: Warum die Umsätze in vielen Segmenten eingebrochen sind

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Wie der bevh meldete, sind die Umsätze im deutschen E-Commerce im März 2020 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20 Prozent gesunken. Einige Kategorien, die auch im stationären Einzelhandel stark nachgefragt wurden, konnten jedoch deutliche Zuwächse verzeichnen.
Onlinehandel

Quelle: Indypendenz/Shutterstock

  • Laut einer neuen Verbraucherbefragung des bevh stagnierten die Umsätze im deutschen Onlinehandel im ersten Quartal 2020.
  • Im März 2020 ist der Online-Umsatz über alle Handelskategorien um 18 Prozent gesunken.
  • Verlierer in der Corona-Krise sind die die Segmente Bekleidung und Unterhaltungselektronik, Gewinner sind der Lebensmittelsektor und die Drogerien.

Der Onlinehandel stagniert nahezu zwischen Januar und März mit einem geringen Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2019. Das Wachstum im ersten Quartal 2020 lag damit deutlich unter den starken Vorjahreswerten von 11,2 Prozent, hat die neue Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). Demnach kauften die Kunden im Onlinehandel zwischen Januar und März 2020 Waren für 16.482 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer ein (1. Quartal 2019: 16.244 Mio. Euro).

Im 1. Quartal 2020 lag das Wachstum in der Kategorie Lebensmittel bei 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 361 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer, im Vergleich von 282 Mio. Euro im ersten Quartal 2019. Allein im Monat März betrug die Steigerung 56 Prozent. Medikamente wurden im 1. Quartal 2020 für 227 Mio. Euro inkl. USt, im Vergleich zum ersten Quartal 2019 mit 171 Mio. Euro. Hier stieg der Umsatz im Monat März um 88 Prozent. Im absoluten Wachstum war diese kleine Warengruppe somit Spitzenreiter.

Onlinehandel: Steigende Umsätze im Januar und Februar 2020

Im Januar und Februar konnten die E-Commerce-Umsätze um 8,8 Prozent auf 12.856 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer zulegen. Zahlreiche Kategorien zeigten sich nach jahrelangem Wachstum ungebremst mit über zehn Prozent im Plus. Auch die großen Kategorien Bekleidung (plus 9,5 Prozent), Unterhaltungselektronik (plus 8,9 Prozent) und Computer/Zubehör (plus 9,6 Prozent) zeigten weiter eine sehr dynamische Entwicklung.

Im März 2020 brach dann der Umsatz über alle Kategorien hinweg um 18 Prozent ein. Das Bekleidungssegment stürzte sogar um mehr als 35 Prozent ab. Unterhaltungselektronik zeigte ein Minus von 20,9 Prozent, Computer und Zubehör verzeichnete trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang um 22,7 Prozent.

„E-Commerce ist heute ein normaler Einkaufskanal. Deshalb wirkt sich solch eine Krise in der Konsumstimmung voll auf unsere Branche aus. Die Behauptung, der E-Commerce würde pauschal als Gewinner aus der Corona-Pandemie hervorgehen, ist schlicht falsch“, erklärt Gero Furchheim, Präsident des bevh und Sprecher des Vorstands der Cairo AG. „Richtig ist aber, dass die Chancen des E-Commerce für die Versorgung der Kunden und die Geschäftsmodelle des Einzelhandels neu erlebt werden.“

Onlinehandel: Kontaktloses Click & Collect ist gefragt

Zusätzlich zu den wöchentlich erhobenen Konsumenten-Informationen hat der bevh seit Anfang März regelmäßig seine Mitglieder nach der Geschäftslage befragt. Erst in den letzten Märztagen, die in der Konsumentenbefragung nicht mehr erfasst werden konnten, zeigte sich eine Belebung der Nachfrage, die den aufgelaufenen Umsatzverlust jedoch bei weitem nicht wettmachen kann.

„Die Nachfrage zieht an, und dieses positive Signal muss auch in den stationären Handel zurückgeführt werden. Deshalb braucht es jetzt einheitliche Genehmigungen von kontaktlosem Click & Collect – die kontaktlose und sichere Übergabe von telefonisch oder im Internet bestellten Waren. Dieses Konzept könnte jetzt, zusätzlich zum Onlinehandel, einen Beitrag für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und die Existenzsicherung stationärer Ladengeschäfte leisten und muss zwingend Teil einer zukünftigen Exit-Strategie sein. Die Läden sind voll mit Waren, und Saisonartikel sind kurzfristig vom Wertverfall bedroht.“

Hier ein Überblick zur Entwicklung der Online-Umsätze in den verschiedenen Warengruppen:

  • Warengruppen-Cluster „Freizeit“ (DIY/Blumen, Spielwaren, Auto/Motorrad/Zubehör,Hobby/Freizeitartikel): Der Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters stieg im 1. Quartal 2020 auf 1.889 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer.
  • Warengruppen-Cluster „Einrichtung“ (Möbel/Lampen/Deko, Haus- /Heimtextilien, Haushaltswaren-/geräte): Der Online-Umsatz stieg auf insgesamt 2.623 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer
  • Warengruppen-Cluster „Bekleidung inkl. Schuhe“: Bekleidung wurde online im 1. Quartal 2020 für 3.046 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer gekauft. Der Bereich Schuhe erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 1.022 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer.
  • Warengruppen-Cluster „Unterhaltung“ (Bücher/Ebooks/Hörbücher, Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads, Elektronikartikel/Telekommunikation): Die Umsätze für Computer, Zubehör und Spiele wuchsen online im 1. Quartal 2020 um 0,8 Prozent und beliefen sich auf 1.376 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer. Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books lagen bei 942 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer
  • Warengruppen-Cluster „Täglicher Bedarf“ (Lebensmittel, Drogerie, Tierbedarf): Dieser Warengruppen-Cluster stieg online um insgesamt 17,3 Prozent mit einem Gesamtumsatz von 1.231 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer. Allein der Umsatz bei Drogerie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 17,2 Prozent gesteigert.
  • Dienstleistungen: Die Dienstleistungen im E-Commerce, die insbesondere von Online-Buchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flug- bzw. Bus- und Bahn-Tickets fielen im März um mehr als 75 Prozent im Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Im gesamten 1. Quartal 2020 erzielten sie mit 3.886 Mio. Euro inkl. Umsatzsteuer 13,4 Prozent weniger Umsatz als 2019.
Onlinehandel

Online-Handel: Steigende Anzahl von Bestellungen über Mobilgeräte

Jeder dritte Onlinekäufer bestellt inzwischen mehrmals in der Woche im Internet. Dies und ein deutlich gestiegenes Bestellvolumen über mobile Geräte haben den Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Jahr 2019 auf 72,6 Mrd. Euro inkl. Umsatzsteuer getrieben. Das ist ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 65,1 Mrd. Euro. Der Gesamtumsatz mit Waren sowie Dienstleistungen im Interaktiven Handel, der neben Onlineverkäufen auch schriftliche und telefonische Bestellungen enthält, erreichte in 2019 94 Mrd. Euro inkl. Umsatzsteuer.

Zur Methodik der Studie: Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) führte zum sechsten Mal in Folge die Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ durch, seit 2018 gemeinsam mit dem Partner Beyondata GmbH. In der Studie werden von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen befragt.
Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2021 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht. Die hier vorgestellten Zahlen basieren auf der Auswertung der Monate Januar bis März 2020. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. ist die Branchenvereinigung der interaktiven Händler, also Online- und Versandhändler, dem auch E-Commerce-Dienstleister angeschlossen sind. (sg)

Lesen Sie auch: Internetnutzung in der Corona-Krise – so kaufen jetzt die Deutschen ein

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