Onlinerecht: Fotos von Pixelio, Fotolia, Aboutpixel etc. rechtskonform im Internet nutzen

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Onlinerecht: Fotos von Pixelio, Fotolia, Aboutpixel etc. rechtskonform im Internet nutzen

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gerichtssaal

Pixelio, Fotolia, Projectphotos, Dreamstime, Iconfinder & Co. bieten professionelle Fotos zum kleinen Preis oder sogar kostenlos zur Verwendung auf der eigenen Internetseite an. Allerdings darf ein heruntergeladenes Bild nicht für alle Zwecke verwendet werden und auch die Nennung des Urhebers ist meist Pflicht. Bei Verstößen drohen kostspielige Abmahnungen: Der IT-Recht Kanzlei liegt aktuell die Abmahnung eines Händlers vor, welcher ein Fotolia-Bild ohne Urhebernennung genutzt hat. Neben dem Ersatz der Anwaltskosten (über 700 Euro) fordert der Fotograf auch Schadensersatz in Höhe von 540 Euro. Ein teurer Spaß für ein eigentlich günstiges Foto. Was es zu beachten gilt, um fremde Fotos auf der eigenen Webseite rechtskonform nutzen zu können, lesen Sie in diesem Beitrag der IT-Recht Kanzlei.

Überblick: Urheberrechte und Fotos
Bei Fotografien handelt es sich um Lichtbildwerke im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 5 Urhebergesetz (UrhG) und somit um geschützte Werke nach dem UrhG. Sofern die Fotografie nicht die sogenannte „Schöpfungshöhe“ erreicht, also keine persönliche geistliche Schöpfung vorliegt, sind Fotografien über § 72 UrhG als „einfache Lichtbilder“ geschützt. Urheber der jeweiligen Fotografie ist der Fotograf (§ 7 UrhG), der bei Verletzung seiner Urheberrechte Ansprüche geltend machen kann. Denkbar wären beispielsweise:

  • Beseitigungsanspruch ( § 97 Abs. 1 S. 1 UrhG)
  • Bei Wiederholungsgefahr: Unterlassungsanspruch ( § 97 Abs. 1 S. 1 UrhG)
  • Schadensersatz ( § 97 Abs. 2 S. 1 UrhG)

Grundsätzlich gilt daher, wenn Sie ein fremdes Foto verwenden möchten: Fragen Sie den Urheber bzw. den jeweiligen Rechteinhaber vorher ausdrücklich um Erlaubnis. Erteilt er diese, sind Sie auf der sicheren Seite.

Unterlizenzvertrag mit einer Fotoagentur
Etwas anders verhält es sich mit Fotoagenturen wie Pixelio, Fotolia, Projectphotos und anderen. Hier stellt der Fotograf selbst seine Bilder ein. Die Agentur vergibt dann Unterlizenzen an den jeweiligen Nutzer, wodurch dieser berechtigt wird das Foto zu nutzen. Allerdings sind diese Lizenzen an Bestimmungen – wie etwa die namentliche Nennung des Urhebers – gebunden. Keinesfalls darf ein Foto einfach „blind“ eingesetzt werden. Vielmehr ist es nötig die zugrunde liegenden Lizenzbestimmungen genau zu lesen und zu überprüfen, ob das Bild

a) überhaupt für den gewünschten Zweck eingesetzt werden darf und ob

b) eine Nennung des Urhebers zu erfolgen hat. Denn werden diese Lizenzauflagen nicht eingehalten, können dem Fotografen Ansprüche gegen den  Verwender zustehen.

Einschränkungen einzelner Agenturen
Wichtig ist im Rahmen der Online-Nutzung von Fotos vor allem die Angabe des Urhebers des jeweiligen Bildes. Dieser hat grundsätzlich Anspruch darauf als Urheber genannt zu werden ( § 13 UrhG) . Da die Bedingungen der einzelnen Fotoagenturen hier aber weit auseinandergehen, haben wir die wichtigsten Passagen übersichtlich aufbereitet. Bitte beachten Sie vorab folgendes: In den Lizenzen der Agenturen werden bestimmte Nutzungsarten (beispielsweise Merchandise-Artikel wie gedruckte T-Shirts) komplett ausgeschlossen. Falls keine redaktionelle Verwendung der Bilder angestrebt wird, muss unbedingt geprüft werden, ob die beabsichtigte Nutzung mit den Lizenzbestimmungen im Einklang steht. Die Lizenzbestimmungen können sich jederzeit wieder ändern; vorliegend wurden nur die Lizenzbestimmungen mit Stand vom 19.12.2011 berücksichtigt.

1. Pixelio
Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO‘

Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.“ [Lizenzvertrag Punkt IV]

 „Der Bildquellenachweis muss sichtbar beim Bild (z.B. darunter) oder am Seitenende angebracht werden. Seitenende bezeichnet dabei das Ende der jeweiligen Seite, auf der das Bild verwendet wird. Das Seitenende ist also nicht grundsätzlich das Impressum, nur dann wenn das Bild auch im Impressum verwendet wird. Der Link zu pixelio kann entweder immer direkt beim Bildquellennachweis gesetzt werden oder unabhängig vom Bildquellennachweis auch einmalig z.B. aus dem Impressum.“ [ Aus den FAQ]

Pixelio bietet zwar zwei verschiedene Lizenzen an, die „rein redaktionelle Nutzung“ sowie die „redaktionelle und kommerzielle Nutzung“. In beide Lizenzverträgen wurde aber jeweils unter Punkt IV. die oben zitierte Passage zur Urhebernennung und Quellenangabe niedergelegt.

Konkret bedeutet dies für Pixelio Bilder:

Sie müssen auf mindestens einer Unterseite einen Link zu pixelio.de setzen. Hier bietet sich die Impressumsseite an. Bei jedem verwendeten Bild muss folgender Hinweis eingeblendet werden: „© Fotografenname / PIXELIO“.

Dieser Hinweis kann wie folgt angebracht werden:

  • direkt unter dem Bild,
  • auf dem Bild (sofern lesbar) oder
  • am Seitenende der jeweiligen Unterseite, auf welcher das Foto eingebunden ist.

Nicht ausreichend ist die Angabe eines ALT-Textes beim Bild, da der Hinweis ständig sichtbar sein muss.

2. Fotolia
Die Benutzung des Werkes im redaktionellen oder journalistischen Zusammenhang, ohne folgende Urheberangaben am Bild, im Impressum oder einem dezidierten Bildnachweis zu machen: „© [Alias oder Name des Fotografen] / Fotolia.com.“; “ [Aus Punk 3. „Einschränkungen“ des jeweiligen Downloadvertrages]

In den meisten Fällen (Flyer, Werbeplakat,Werbeanzeigen) sind Quellenangabe und Urhebernennung keine Pflicht, werden jedoch begrüßt. Bei Verwendungen von Bildern im redaktionellen Kontext und in Formaten, die über ein Impressum verfügen (Zeitungen, Magazine, Bücher, Websites etc.), muss die Nennung von Urheber und Bildquelle erfolgen. „Redaktionell“ ist dabei jede Verwendung von Bildern, die im Zusammenhang mit Berichterstattungen und/oder zur Befriedigung des öffentlichen Informationsinteresses erfolgt. Eine Nennung in der Form „© Name bzw. Künstlername des Fotografen / Fotolia.com“ im Impressum oder einem dezidierten Bildnachweis ist ausreichend, so dass Sie Ihr Layout mit diesen Infos nicht belasten müssen.

Sie können die Angaben aber auch direkt am Bild machen, bzw. auf einer Webseite sogar einen Link zur Fotolia-Seite anbringen.“ [Aus der FAQ]

Auch Fotolia bietet zwei verschiedene Lizenzen an, die „Standardlizenz“ sowie die „rerweiterte Lizenz“. In beide Lizenzverträgen wurde aber jeweils unter Punkt 3. (einmal unter (k) und einmal unter (i)) die oben zitierte Passage zur Urheberangabe niedergelegt.

Konkret bedeutet dies für Fotolia Bilder:

Ein Link zu Fotolia ist nicht nötig. Allerdings ist für das jeweilige Foto folgender Hinweis nötig: „© [Alias oder Name des Fotografen] / Fotolia.com.“ Dieser kann wie folgt eingebunden werden:

  • direkt am Bild,
  • im Impressum,
  • oder in einem dezidierten Bildnachweis.

3. Project Fotos
Als Urheber muss bei Publikationen, bei denen eine Urhebernennung üblich ist (z.B. redaktionelle Verwendung), als Bildnachweis im Impressum oder beim Bild stehend Project Photos aufgeführt werden.“ [Punkt 3 der Lizenzbestimmungen]

Konkret bedeutet dies für Project Photos Bilder: Ein Link zu Project Photos ist nicht nötig. Allerdings muss als Urheber des Bildes Project Photos genannt werden. Der genaue Wortlaut dieser Nennung ist nicht vorgeschrieben und kann wie folgt eingebunden werden:

  •  direkt am Bild,
  • der im Impressum.

 4. Aboutpixel
Der Lizenznehmer ist verpflichtet, die Quelle als Bildnachweis zu nennen. Hierbei sind sowohl aboutpixel als auch der Lizenzgeber zu nennen. Die Nennung hat – in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise – im Impressum oder unmittelbar am Bild zu erfolgen (z. B. „Foto: aboutpixel.de – Max Mustermann“ oder „Foto: Max Mustermann / aboutpixel.de“). Bei Verwendung der Bilddatei im Rahmen von Online-Angeboten muss die Nennung der Quelle in Verbindung mit einer Verlinkung auf das Webportal von aboutpixel erfolgen. Soweit die Bilddatei für körperliche Projekterzeugnisse verwendet wird, muss die Quellennennung an einer Stelle erfolgen, welche mit dem Projekterzeugnis räumlich fest und dauerhaft verbunden ist. Soweit der Lizenzgeber einen Klarnamen auf seinem Profil angegeben hat, ist in jedem Fall der Klarname zu nennen. Hat der Lizenzgeber nur seinen Benutzernamen auf seinem Profil hinterlegt, ist der Benutzername des Lizenzgebers zu nennen.“ [§ 17 Abs. 8 der Lizenzbedingungen]

Konkret bedeutet dies für Aboutpixel Bilder: Sie müssen einen Link zu aboutpixel.de setzen. Die Linksetzung hat dabei direkt bei der jeweiligen Urheberangabe zu erfolgen.Die Urheberangabe kann wie folgt gestaltet werden: „Foto: Max Mustermann / aboutpixel.de“. Sie kann wie folgt eingebunden werden:

  • unmittelbar am Bild,
  • oder im Impressum.

Tipp: Bei Aboutpixel können Sie eine erweiterte Lizenz erwerben, welche es ermöglicht Bilder ohne Nennung des Urhebers zu verwenden (§ 18 der Lizenzbestimmungen).

5. Dreamstime
Buying the high-resolution image (purchasing the license) does not transfer the copyright. You may not claim that the image is your own and you may not sell, license for use, or in any way distribute the image for reuse. We recommend that you credit the agency and the photographer when you use an image.“ [Terms of Service]

Konkret bedeutet dies für Dreamstime Bilder: Ein Link oder Copyrighthinweis ist nicht zwingend erforderlich. Allerdings wird empfohlen die Agentur und den Photographen zu nennen.

 

6. Iconfinder
By accepting these Terms of Use, you acknowledge and agree that all content presented to you on this site is protected by copyrights, trademarks, service marks, patents or other proprietary rights and laws, and is the sole property of IconFinder and/or its Affiliates. You are only permitted to use the content as expressly authorized by us or the specific content provider.“ [Punkt 6. der „Terms of Service“]

 Konkret bedeutet dies für Iconfinder Bilder: Es gibt keine generellen Vorgaben zur Einbindung von Grafiken. Die Lizenzbestimmungen und Einschränkungen jedes einzelnen Bildes müssen genau gelesen werden. Hier gibt es teilweise Beschränkungen wie „nur zur privaten Nutzung“ oder „Nutzung nur gegen Link“.

7. Shutterstock
Credit Attributions and Copyright Notices for Editorial Uses of Images

a) You shall provide a link back to www.shutterstock.com (where applicable) -or- provide a credit to the Shutterstock contributor and to Shutterstock in connection with the editorial use of any Image. Such credit shall be in substantially the following form: „Name of Artist/Shutterstock.com“

b) In the event that an Image is used in connection with a film, television broadcast, documentary or other audio-video or multimedia project, you shall use reasonable commercial efforts to accord the Shutterstock contributor and Shutterstock a credit as provided above.

c) The unintentional omission of the aforesaid credit will not be a breach of the terms hereof provided that Subscriber cures such omission following email notice from Shutterstock.“ [Aus den „Stock Photo Licensing Terms“]

Konkret bedeutet dies für Shutterstock Bilder: Zwar sprechen die Lizenzbestimmungen nur davon, dass ein Copyrighthinweis eingebunden werden „soll“; insbesondere Punkt c) macht aber deutlich, dass es sich dabei doch um eine Pflicht handelt.

Punk c) gewährt allerdings auch eine Art „Freischuss“: Das einmalige versehentliche Weglassen des Hinweises führt nicht dazu, dass die Lizenzbestimmungen (sofort) verletzt werden. Vielmehr  darf (und muss) nach E-Mailbenachrichtigung nachgebessert werden.

Der Hinweis ist wie folgt zu gestalten: „Name des Fotografen/shutterstock.com“, wobei ein Link zu shutterstock.com gesetzt werden muss. Allerdings legen die Lizenzbestimmungen nicht fest, an welcher Stelle der Hinweis eingebunden werden muss. Nach dem Gebot des sichersten Weges ist es aber sinnvoll, den Hinweis zumindest in der Nähe des Bildes zu setzen.

Autor: Fabian Karg  (jur. Mitarbeiter der IT-Recht Kanzlei)

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