Otto-Versand: Internet schlägt Katalog

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Der Versandhandelskonzern Otto verkauft erstmals mehr Waren über das Internet als mit klassischen Katalogbestellungen. Der Konzern, der eine 100-prozentige Tochter der Otto Group ist, ist derzeit kaum von der Konjunkturkrise betroffen. Nun planen die Hamburger bis zu 100 Neueinstellungen. Die Verjüngung der Marke scheint bei den Kunden gut anzukommen. Das Unternehmen geht davon aus, im laufenden Geschäftsjahr wie im Vorjahr 1,7 Mrd. Euro Umsatz zu erwirtschaften. Um nach auß;en hin die Verjüngung deutlich zu machen, setzen die PR-Strategen auf das Gesicht der 27-jährigen Cosma Shiva Hagen. Der Vorstand begründet die Entscheidung damit, kein Topmodel wie in den Vorjahren, sondern ein „Gesicht aus dem Leben“ als Werbeträger auf dem Cover zu nutzen.

„Dass ein groß;er Branchenplayer wie der Otto-Versand inzwischen mehr über das Internet als mit seinen dicken Papier-Katalogen verkauft, überrascht mich nicht. Schließ;lich können viele Kunden somit anonym die Hemmschwelle überschreiten. Zudem lässt sich im Webangebot gezielter nach Produkten suchen. Dies wird ein Trend für die nächsten Jahre sein“, unterstreicht Markus Hübner, Webexperte und Geschäftsführer der Agentur Brandflow. Laut dem Fachmann sei diese Entwicklung vergleichbar mit der von TV-Verkaufsendern wie QVC oder HSE24. „Interaktivität, die Möglichkeiten der Produktpräsentation, Multimedialität und nicht zuletzt der Unterhaltungsfaktor stehen hierbei im Vordergrund“, so Hübner weiter.

Aufgrund des hohen Absatzes über das World Wide Web will das Otto-Management mit der Besetzung Hagens gezielt jüngere Zielgruppen ansprechen, die vorrangig das Internet nutzen. Im Detail beziffert man die Umsatzverteilung aus Katalogen und Bestellläden auf unter 50 Prozent. Demzufolge wird über diese Zahl hinaus inzwischen rund die Hälfte des Umsatzes aus dem Internet lukriert. „Das ist ein Wachstum von etwa 35 Prozent im Online-Geschäft, und wir erwarten auch für dieses Jahr ein ähnliches Plus“, zitiert die Welt Rainer Hillebrand, Vize-Vorstandschef der Otto-Gruppe. Im Internet-Zeitalter will das Unternehmen daher auch künftig seine Investitionen in diesem Bereich nicht zurückfahren. So plant man gegenwärtig ein eigenes Internet-TV und Neuerungen beim Einkauf vom heimischen TV-Gerät aus.

Von der antizyklischen Vertriebspolitik in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche und Rezession zeigt sich Otto überzeugt. So sollen auch die Werbungskosten im Gegensatz zu Konkurrenten nicht zusammengestrichen werden. Strukturell werde es eine „Umschichtung hin zur Online-Werbung“ geben. Auch werde man künftig „kurzfristiger planen“, so Hillebrand. Konkretere Zahlen zum Gewinn der Unternehmenstochter nennt der Konzern zwar noch nicht, stellt aber in Aussicht, dass ein „sehr stabil gebliebenes Ergebnis wie im vergangenen Jahr“ zu erwarten ist. Die aktuelle Krise ist weder im Weihnachtsgeschäft noch zum Start ins neue Jahr bei Otto angekommen, gibt sich Otto-Personalvorstand Alexander Birken überzeugt. Die Anzahl der Mitarbeiter soll 2009 demnach auf insgesamt 4.300 aufgestockt werden.

Info: http://www.otto.com

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