Payment-Revolution (Teil 5)

Das e-commerce magazin im Interview mit Manfred Krüger, Vorsitzender der Geschäftsführung ConCardis

ECM: In den vergangenen 12 Monaten waren wohl  „Zahlung auf Rechnung“ sowie Amazon-Payment und Bitcoins die am intensivsten diskutierten Themen im Payment-Bereich. Welche Themen werden uns in den nächsten zwölf Monaten bewegen?

Manfred Krüger: ConCardis hat mit RatePAY eine Kooperation geschlossen und bietet im ersten Schritt „Zahlung auf Rechnung“ in der E-Payment-Lösung ConCardis PayEngine an. Generell sehen wir insbesondere bei den Online-Bezahlverfahren zurzeit viele Entwicklungen in unterschiedliche Richtungen. Immer mehr Unternehmen bieten eigene Bezahldienste an, wie etwa eBay, Amazon oder DHL. Trotzdem rechnen wir mittelfristig mit einer Konsolidierung – derzeit gibt es allein 70 unterschiedliche Bezahlmethoden in Europa. Es wird interessant sein zu sehen, welche sich als zukunftsträchtig erweisen.

ECM: Die europäische Finanzwirtschaft plant die Einführung einer europaweiten Lösung, die das Bezahlen von Interneteinkäufen einfacher und sicherer machen soll. Der künftige Service mit dem Arbeitstitel „MyBank“ wird es Online-Käufern aus ganz Europa ermöglichen, Zahlungsaufträge direkt über die Online-Banking-Portale ihrer jeweiligen Finanzinstitute zu verschicken. Was halten Sie davon? Revolution oder einfach ein Wettbewerber mehr?

Manfred Krüger: Als ein Unternehmen der deutschen Kreditwirtschaft verfolgt ConCardis das Konzept von „MyBank“ mit Interesse. Wir befinden uns auch mit den Beteiligten im Austausch, denn grundsätzlich halten wir die Einführung einer europaweiten Lösung für sinnvoll. Dennoch gehört die Kreditkartenzahlung im E-Commerce immer dazu, da sie weltweit einsetzbar und etabliert ist.

ECM: Laut dem aktuellen E-Payment-Barometer bevorzugen kleinere Händler den Kauf auf Vorkasse, während größere Händler Kreditkartenzahlungen den Vorzug geben. Ist das auch Ihre Erfahrung? Und weswegen ist das so?

Manfred Krüger: Das entspricht nicht ganz unserer Erfahrung. Hier sehen wir eher den Trend weg von der Vorkasse, denn sie verliert zunehmend an Attraktivität, weil sie im Vergleich zu der Kartenzahlung keine automatisierten Prozesse zulässt. Es ist daher eher eine kundenunfreundliche Bezahlmethode. Auch kleinere Händler interessieren sich zunehmend für die Kreditkartenabwicklung, da sie viele Vorteile, beispielsweise die Möglichkeit von Teilbuchungen oder Gutschriften, mit sich bringt.

ECM: Mobile Payment wird seit Jahren als Trendthema gehypt. Richtig viel ist aber immer noch nicht passiert. Jetzt soll in den USA Google Wallet an den Start gehen. Wird das den Durchbruch bringen? Oder was wird aus dem Thema Mobile Payment?

Manfred Krüger: Durch die verschiedenen Allianzen der Technologieunternehmen, Banken und Kreditkartenorganisationen hat die Entwicklung von Mobile Payment Fahrt aufgenommen. Neben MasterCard hat nun auch Visa bekannt gegeben, sich an Google Wallet zu beteiligen – dies wird die Einführung von Mobile Payment gewiss vorantreiben. Denn damit ist bereits eine Vorentscheidung gefallen, über welche Infrastruktur – das heißt NFC-Technologie – mobile Zahlungen bereitgestellt werden. Diese Entwicklung wird wohl auch im Sinne der Konsumenten sein, die bei der Abwicklung von Mobile Payment eher den Finanzinstituten und Kreditkartenorganisationen das Vertrauen aussprechen. Abhängig ist die Etablierung natürlich auch von einer flächendeckenden Akzeptanz im Handel und der Verbreitung von NFC-fähigen Smartphones. Konsumenten scheinen jedoch für das mobile Bezahlen bereit zu sein.

Teil 6 der Serie Payment-Revolution: am Mittwoch, den 19.10.2011 um 18 Uhr

RSS Feed

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
Abonnieren Sie doch unseren Newsletter und verpassen Sie keinen Artikel mehr.

Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder!

CAPTCHA
Diese Frage stellt fest, ob du ein Mensch bist.

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags