Payment-Revolution (Teil 7)

Das e-commerce magazin im Interview mit Martin Ott, Geschäftsführung Skrill (ehemals Moneybookers) 

ECM: In den vergangenen 12 Monaten waren wohl  „Zahlung auf Rechnung“ sowie Amazon-Payment und Bitcoins die am intensivsten diskutierten Themen im Payment-Bereich. Welche Themen werden uns in den nächsten zwölf Monaten bewegen?

Martin Ott: Skrill (Moneybookers) hat vor Kurzem den Social-Risk-Anbieter payolution übernommen, der Zahlung auf Rechnung anbietet. Gerade in Deutschland und Österreich wird dieses Thema auch 2012 vorherrschen, denn viele Kunden bevorzugen eine sichere Zahlart in diesen Ländern. Sicherheit und Einfachheit werden in den nächsten 12 Monaten verstärkt diskutiert werden und dann insbesondere die digitale Geldbörse, also das Digital Wallet. Darüber lässt sich, ohne immer wieder Kreditkartendaten oder ähnliches an den Händler zu übertragen, sicher und einfach einkaufen. Ein weiteres Thema wird die fortschreitende Internationalisierung sein. Shops wollen zunehmend im Ausland ihre Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, da braucht es dann die entsprechenden Bezahloptionen in den jeweiligen Ländern. Skrill (Moneybookers) bietet 100 Bezahloptionen in 200 Ländern und Regionen und 41 Währungen an. Händler brauchen lediglich das System einmalig zu integrieren und können dann von der besten Konversion durch die Fülle von Bezahlarten profitieren. Auch NFC und Mobile Payment werden im nächsten Jahr interessant sein, sofern die notwendige Infrastruktur dafür vorhanden ist.

ECM: Die europäische Finanzwirtschaft plant die Einführung einer europaweiten Lösung, die das Bezahlen von Interneteinkäufen einfacher und sicherer machen soll. Der künftige Service mit dem Arbeitstitel „MyBank“ wird es Online-Käufern aus ganz Europa ermöglichen, Zahlungsaufträge direkt über die Online-Banking-Portale ihrer jeweiligen Finanzinstitute zu verschicken. Was halten Sie davon? Revolution oder einfach ein Wettbewerber mehr?

Martin Ott: Banken sind unsere Partner, so umfasst unser Bankennetzwerk über 80 Institute. Alles, was den Bankenverkehr effizienter macht, begrüßen wir. So können wir es auch unseren Nutzern einfacher machen, ihr Geld in unser System zu transferieren. Diese Entwicklung bedeutet daher keine Konkurrenz für uns – im Gegenteil.

ECM: Laut dem aktuellen E-Payment-Barometer bevorzugen kleinere Händler den Kauf auf Vorkasse, während größere Händler Kreditkartenzahlungen den Vorzug geben. Ist das auch Ihre Erfahrung? Und weswegen ist das so?

Martin Ott: Kleinere Händler versuchen Bezahlverfahren anzubieten, die sicher sind. Der Kauf per Vorkasse ist naheliegend, denn sie erhalten garantiert den Betrag und versenden dann erst ihre Ware. Allerdings ist die Konversion sehr schlecht. Viele Kunden brechen den Kauf ab, wenn sie nicht ihr bevorzugtes Bezahlverfahren vorfinden und suchen den nächsten Shop auf, der ihren Wunsch berücksichtigt. Größere Händler wissen meist um den Konversionstreiber Bezahloptionen. Sie bieten viele an, darunter auch Kreditkarten, obwohl sie Mehrkosten verursachen. Denn letztlich bedeuten mehr Käufer auch deutlich mehr Umsatz. Skrill (Moneybookers) setzt genau an diesem Punkt an. Wir bieten über 100 Bezahloptionen in 200 Ländern und Regionen, da jedes Land seine regional bevorzugten Bezahlverfahren hat. In Deutschland sind das nicht nur Vorkasse und Kreditkartenzahlungen, sondern zum Beispiel auch Bezahlen per Rechnungskauf, Onlineüberweisungen und vieles mehr. Händler bekommen bei uns alles aus einer Hand mit nur einer Integration. Für Händler, die kein Risiko eingehen wollen, bietet Skrill (Moneybookers) einen Rückbuchungsschutz. Damit sind Zahlungen über andere Verfahren genauso garantiert wie bei Vorkasse-Geschäften.

ECM: Mobile Payment wird seit Jahren als Trendthema gehypt. Richtig viel ist aber immer noch nicht passiert. Jetzt soll in den USA Google Wallet an den Start gehen. Wird das den Durchbruch bringen? Oder was wird aus dem Thema Mobile Payment?

Martin Ott: Das Thema Mobile Payment kursiert bereits seit Jahren und wurde bisher eher theoretisch besprochen, abgesehen von einigen Versuchen, wie zum Beispiel Zahlungen per Near Field Communication (NFC). Das aktuelle Verfahren von Google baut exakt auf diesem Verfahren auf und benötigt einerseits Handys, die einen NFC-Chip eingebaut haben und andererseits Lesegeräte, die an Kassen angeschlossen werden müssen. Momentan funktioniert erst ein Smartphone mit dem System und kaum Händler haben das entsprechende Kassensystem. Sobald die Infrastruktur vorhanden ist, setzt sich auch Mobile Payment durch. Letztlich geht es darum, dass sowohl Geschäfte als auch Endkunden ein System nutzen. Das wird frühestens in ein paar Jahren soweit sein. Dann sehen wir von Skrill (Moneybookers) allerdings eine Vielfalt von Bezahlverfahren, die darüber möglich sind. Gleich ob Kreditkarte oder EC-Karte – ein Digital Wallet enthält alle präferierten Zahloptionen. Der Endkunde wählt auf seinem Handy, womit er zahlen möchte, und sekundenschnell ist die Zahlung abgewickelt. Das funktioniert schon heute im Internet mit dem Digital Wallet von Skrill. Mobile Payment ist eher ein Hardware-Thema. Sobald sie vorhanden ist, lässt sich Software anpassen. Auch das System von Skrill ist dann einfach zu integrieren.

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