05.01.2023 – Kategorie: Handel

Personalentwicklung – für Handelsunternehmen eine Chance

PersonalentwicklungQuelle: WBS Training

Die Strukturen in der deutschen Wirtschaft ändern sich durch Fachkräftemangel, Arbeitswelt 4.0 und Digitalisierung. Die Unternehmen müssen reagieren. Doch welcher Weg ist der beste? Gezielte Personalentwicklung kann vorhandene personelle Ressourcen mobilisieren. Zugleich entlasten staatliche Förderungen die Unternehmen. 

Laut einer Studie von McKinsey Global könnten bis zum Jahr 2030 weltweit etwa 800 Millionen Jobs infolge der Digitalisierung wegfallen. Durch Automatisierung und künstliche Intelligenz führen Maschinen und Algorithmen Tätigkeiten aus, die vorher Menschen erledigt haben. Krisen wie die Corona-Pandemie beschleunigen den ohnehin rasanten Wandel des Arbeitsmarktes zusätzlich. Diese Entwicklungen erfordern eine innovative Personalentwicklung.

Wer zuvor Spaß an der Arbeit hatte, fühlt sich aufgrund fehlenden Wissens und unzureichender Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Neuerungen möglicherweise inkompetent und verliert den Antrieb. Nur Unternehmen, die sich rechtzeitig den neuen Marktbedingungen stellen, können überleben. In den Arbeitsalltag integrierte digitale Technologien nutzen jedoch nur, wenn sich die Beschäftigten in die gleiche Richtung entwickeln. Ob hin zu neuen Prozessen oder zu digitalen Tätigkeiten, die obsolete Berufsbilder ablösen.

Personalentwicklung: Welche Lösungsansätze gibt es?

Mehr Ausbildungsplätze und kreatives Recruiting können den Personalbedarf regulieren, brauchen jedoch viel Zeit. Die Alternative dazu ist Qualifizierung. Die vorhandenen Mitarbeitenden sollen das neue digitale Arbeiten nicht nur „ertragen”, sondern begleiten und mitgestalten.  Dazu gehört der routinierte Umgang mit digitalen Tools und Prozessen. Moderne Kommunikations-, Office- und Produktivitätsanwendungen. Doch auch eine angepasste Unternehmenskultur, die beispielsweise hybrides Arbeiten als erlebbaren Vorteil der Digitalisierung verdeutlichen, beflügeln die Beschäftigten. 

Die sogenannte „geförderte Personalentwicklung” unterscheidet zwischen abschlussorientierter Qualifizierung und Anpassungsqualifizierung. Erreicht wird ein neuer Berufsabschluss oder die Spezialisierung eines vorhandenen. Wer ungelernt ist, kann mit einer Teilqualifizierung berufliche Kompetenzen ausbauen. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung sind softwarespezifische Fortbildungen am geläufigsten. Beispielsweise für Anwendungen wie Office 365, SAP oder Datev.

Bedarfsgerechte Weiterbildung dient Unternehmen und Arbeitnehmer:innen gleichermaßen. Die Schulung innerbetrieblicher Transformationsprozesse bindet die Mitarbeitenden aktiv in die Digitalisierung ein. Neben neuem Know-how entwickeln sich Verständnis und Motivation für die sich ändernde Arbeitswelt. Dazu bringen Unternehmen durch Qualifizierung Fachkräfte aus der eigenen Belegschaft hervor. Talentscouting, Recruiting und Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen dauern deutlich länger. Ein weiterer Vorteil der Personalentwicklung für Unternehmen ist die Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber. Das stärkt den externen Auftritt im Arbeitsmarkt und intern die Mitarbeiterbindung.

Wer und was wird bezuschusst?

Externe Fortbildungen und Umschulungen sind kostspielig. Unternehmen, die ihre Beschäftigten fördern, erhalten jedoch staatliche Zuschüsse. Als Teil der „Qualifizierungsoffensive“ der Bundesregierung ermöglicht das Qualifizierungschancengesetz seit Anfang 2019, Beschäftigte mit umfangreichen Förderungen der Agentur für Arbeit weiterzuentwickeln.

Personalentwicklung WBS
Die Höhe der Unterstützung variiert je nach Unternehmensgröße und Qualifizierungsangebot. (Bild: WBS)

Personalbildung: Weiterbilden statt anwerben

Weiterbildung und Personalentwicklung stellen aufgrund der Fördermöglichkeiten keine hohen Kostenfaktoren mehr dar. Das von Mitarbeitenden erworbene Fachwissen wird direkt im Betrieb implementiert und stärkt die Marktposition. Damit gehen Unternehmen trotz – oder besser wegen – des Strukturwandels in eine sichere Zukunft. (sg)

Über die Autorin: Sabine Berger ist Beraterin der Qualifizierungsoffensive WBS Training AG mit langer Erfahrung im Handel.

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