Plattformökonomie: Wie kleinere Onlinehändler davon profitieren können

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Traditionelle Business-Ansätze lassen sich so beschreiben, dass sich ein Unternehmen auf eine Dienstleistung oder ein Produkt in maximal einer Sparte spezialisiert. Damit haben Endkunden verschiedene Ansprechpartner für die Lösungen. Bei der Plattformökonomie stehen aber Kooperationen im Fokus.
Plattformökonomie

Quelle: Panchenko Vladimir/shutterstock

Der Grund dafür ist ein solides Netzwerk von Kooperationspartnern, die die Schlüsselkomponenten ihrer jeweiligen Produkte und Dienstleistungen liefern. Der daraus resultierende Kundennutzen übersteigt dann die Summe der einzelnen Leistungen. So entsteht eine Plattformökonomie, durch die Unternehmen am Ende Zeit, Ressourcen und im besten Fall Geld einsparen können.

Ein weiterer Grund für Kooperationen sind große Marktteilnehmer, die aufgrund ihrer Größe sowie ihres Angebots und entsprechend günstiger Preise die kleineren Anbieter im Markt verdrängen würden. Oftmals bieten diese Player auch verwandte Lösungen an und sichern sich somit den Vorsprung. Da erscheint es sinnvoll, dass sich kleinere Wettbewerber zusammentun, um ihre Synergien optimal zu nutzen.

Menschliche Bedürfnisse als Drehpunkt der Plattformökonomie

So wird aus einer einzelnen Lösung ein ganzes Ökosystem, welches sich durch sein (bis zu) 360-Grad-Angebot auszeichnet und sich daraus ein großer Mehrwert für die Kunden ergibt. Damit die Plattform-Ökonomie auch allen Beteiligten einen Nutzen bietet, ist es wichtig, vorab die Wachstumsinitiativen zu identifizieren und zu evaluieren, welche Synergien genutzt und welche Netzwerkeffekte und welches Skalierungspotenzial erzeugt werden können.

Dominante Ökosysteme entwickeln sich dabei immer um menschliche Bedürfnisse und stellen die Anwender in den Mittelpunkt. Dabei kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt zum Tragen: die Schnittstelle zu den Endkunden. Diese Schnittstelle ist es, die in der Kette der Beteiligten an einem Geschäft die größte Macht und die größten Gewinne bedeutet und befördert Plattformen schnell zu Allroundern an denen man nicht mehr vorbei kommt – vor allem in der digitalen B2B-Dienstleistungsbranche wie dem E-Commerce.

Die Vorreiter-Platzierung am Markt können sich oftmals die Mitbewerber sichern, die das umfangreichere Portfolio an Schnittstellen und PartnerInnen vorweisen können und somit ein „Sorglos“-Paket für die Kunden schnüren können. Denn somit können sich diese auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und verschwenden weniger Zeit mit administrativen Themen und der Kommunikation mit vielen Parteien.

Die Plattformökonomie als ein B2C-Phänomen

Für den E-Commerce ist die Plattformökonomie nach wie vor eher ein B2C-Phänomen, besonders US-amerikanische IT-Schwergewichte dominieren diesen Markt. Und doch gibt es bereits Gegenwind zu diesen doch nicht so feststehenden Tatsachen: Es ist zu beobachten, dass nicht nur zusehends auch das B2B-Umfeld verstärkt Plattformen oder Communities als Informationsquellen, zum Marktvergleich oder als Käufer, wahrnimmt, sondern auch trotz der Dominanz der GAFAs (Google, Apple, Facebook, Amazon) in Europa und anderen Teilen der Welt, erste Plattformen entstehen, die eine Alternative darstellen wollen – und durchaus können.

Vor allem im E-Commerce bietet sich diese Plattformökonomie an, denn es gibt bei einem Onlinehandel viele Schnittstellen, die es zu bedienen gilt. Angefangen von Zahlungsmöglichkeiten über Logistik bis hin zu SEO-Optimierung. Dies sind alles Bereiche, die Onlineshops tangieren und mit denen sich eine Onlinehändlerin oder ein Onlinehändler früher oder später auseinandersetzen muss. Diesen Service in das Angebotsportfolio entweder als Schnittstelle und somit als Partner mit aufzunehmen oder dies sogar selbst abzudecken, in dem man sich das Know-how einkauft oder selbst entwickelt, ist der Schritt in einen ganzheitlichen Ansatz einer Plattform-Ökonomie in der B2B-Umgebung.

Mit Anreizen neue Kooperationen eingehen

Doch bevor eine Plattform mit diversen Dienstleistungen entstehen kann, müssen die Partnerschaften geschlossen werden. Damit Unternehmen überhaupt in solche Plattformen einsteigen, müssen die Anreize stimmen, also das entsprechende Incentivierungs-Modell dahinter. Anders als im B2C-Umfeld sind diese Anreize zwar auch monetär bedingt, müssen aber permanent relevant und bestehen bleiben. Denn Partnerschaften sollen langfristig bestehen und sind manchmal sogar auf Unternehmensübernahmen oder Verschmelzungen angelegt. Der Siegeszug der Plattformökonomie hat in vielen Fällen dafür gesorgt, dass ältere Geschäftsmodelle zurückgedrängt wurden. Sie ist eine Chance für kleinere Marktteilnehmer, sich zu verpartnern und gemeinsam ein kundengerechtes Portfolio an Dienstleistungen oder Produkten anzubieten.

Gambio Hötzinger
Dr. Felix Hötzinger ist seit 2017 CEO der Gambio GmbH.

Über den Autor: Dr. Felix Hötzinger ist seit 2017 CEO der in Bremen ansässigen Gambio, Anbieter einer Onlineshop-Lösung. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler verantwortet bei Gambio vor allem die Neuausrichtung des Geschäftsmodells auf transaktionsbasierte Umsätze und Kooperationen mit Tech-Unternehmen.

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