Alternative Finanzierungen für Unternehmen

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Redakteurin Carolina Heyder im Gespräch mit dem Vorstand von Aifinyo, Matthias Bommer, der in dem Gespräch eine Alternative der Unternehmensfinanzierung vorstellt die sich deutlich zu denen klassischer Banken unterscheidet.

Alternative Finanzierungen

Carolina Heyder: Herzlich Willkommen zum e-commerce magazin Podcast. Mein Name ist Carolina Heyder. Ich bin IT Fachredakteurin und Sie hören einen Podcast des WIN-Verlags. Heute sprechen wir über das Thema “alternative Finanzierungen für Unternehmer” und wie der Online- und Versandhandel die stark gestiegene Nachfrage bewältigen kann. Unser heutiger Gast ist Matthias Bommer, Vorstand von aifinyo aus Dresden. Willkommen, Herr Bommer!

Matthias Bommer: Ja, hallo Frau Heyder. Herzlichen Dank für die Einladung.

Schön, dass Sie bei uns sind. Herr Bommer, der Onlinehandel boomt seit Jahren – im letzten Jahr sind die Umsätze durch die Pandemie noch einmal kräftig gestiegen. Welche Herausforderungen haben Händler heutzutage?

Auch wir von unserer Seite können natürlich bestätigen, dass der Onlinehandel seit vielen Jahren zunimmt und weiter wächst. Wie äußert sich das bei uns? Wir sehen es insbesondere an der fortlaufend, monatlich steigenden, Kundenzahl, die uns auf alternative Finanzierungen hin anfragen – insbesondere natürlich die E-Commerce-Händler. Sie hatten es gerade erwähnt, natürlich hat der Schub im letzten Jahr, verursacht durch die Pandemie, den E-Commerce nochmals beschleunigt. Viele Produkte oder gar Produktbereiche sind in den Online abgewandert. Die Herausforderung, die wir bei unseren Kunden vielfach sehen, ist, dass diese Händler, bedingt durch die externen Faktoren, ein extrem starkes Wachstum zu verzeichnen haben und einhergehend damit natürlich finanzielle Mittel benötigen, um dieses Wachstum auch mit zu begleiten. Wir sehen aber auch sehr viele Neueinsteiger, die an dem E-Commerce partizipieren möchten und hier in den Onlinehandel einsteigen. Außerdem besteht die Herausforderung, am Tag X Ware einkaufen zu müssen, wozu entsprechende finanzielle Mittel benötigt werden.

Händler müssen größeren Mengen einkaufen, um lieferfähig zu bleiben.

Korrekt.

Finetrading als alternative Finanzierungslösung zur Hausbank

Können Sie uns vielleicht erklären, was Finetrading genau ist und wie es funktioniert?

Ja, gerne. Finetrading ist eine alternative Finanzierungslösung zur Hausbank und dient in erster Linie zur Finanzierung des Umlaufvermögens des Unternehmers, d. h. der Wareneinkäufe. Wir sind seit rund zehn Jahren mit einer Vielzahl an Produkt- und Finanzierungslösungen am Markt tätig. Vor circa acht Jahren kam ein kleiner Industriekunden, der quartalsweise eine Maschine für seine Kunden gebaut hat, auf uns zu und sagte: “In der Regel baue ich diese eine Maschine und finanziere sie zusammen mit meiner Hausbank. Aber jetzt ist folgendes passiert: Mein Kunde hat nicht eine, sondern zwei Maschinen bestellt und die Bank kommt hier nicht mit klar und will bei nur einer Maschine bleiben. Könnt ihr mich denn da nicht unterstützen?” Und genau hier war für uns die Geburtsstunde des Finetradings. In der Logik bedeutet das, dass wir dem Kunden für diese Vorlaufzeit, die der Kunde benötigt, um seine Maschine zu bauen und sie dann abzuverkaufen, die entsprechenden notwendigen Waren eingekauft haben – Steuerungstechnik, Elektromotoren, Kabel etc. Damit haben wir ihm die Möglichkeit gegeben, nicht nur eine, sondern parallel zwei Maschinen für seinen Kunden zu bauen und am Tag X pünktlich ausliefern zu können.

Das heißt, es geht sowohl um Waren- als auch um Projektfinanzierung?

Richtig, wir unterscheiden einmal die klassische Warenfinanzierung, bei der der E-Commerce-Händler oder der Industrieunternehmer monatlich rollierend neue Ware beschaffen und einkaufen muss. Auf der anderen Seite – Sie hatten es völlig korrekt angesprochen – haben wir die sogenannte Projekt- oder Auftragsfinanzierung, bei der es gilt, auch einen längeren Vorlauf im Rahmen des Kundenauftrages vorzufinanzieren.

Das ist gerade heutzutage von Bedeutung, denn viele Händler wollen, oder gar müssen, expandieren.

Absolut.

Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen klassischen Finanzierungen, zum Beispiel durch die eigene Hausbank und alternativen Finanzierungen?

Finanzierungslösungen wie die Warenvorfinanzierung, sind wenig bis gar nicht mehr bei einigen Instituten auf dem Schirm und und werden überhaupt nicht mehr angeboten. Das heißt, die Banken ziehen sich aus Segmenten wie der Waren- oder Projektfinanzierung zurück. Das gewinnt natürlich gerade für alternative Partner und Anbieter wie uns an Bedeutung. Wir haben natürlich die Schnelligkeit, die hier im Vordergrund steht. Das heißt, sobald wir die entsprechenden betriebswirtschaftlichen Unterlagen unseres Kunden zur Prüfung vorliegen haben, entscheiden wir in der Regel zwischen ein bis drei Werktagen. Ich glaube, allein um bei einer Bank einen Termin zu bekommen, brauchen Sie wahrscheinlich schon eher zwei Wochen.

Aifinyo versucht, möglichst vielen Händlern alternative Finanzierungen zukommen zu lassen

Verstehe. Aber an der Stelle frage ich mich natürlich: Wer kann bei aifinyo eine Einkaufsfinanzierung bekommen?

Sehr gute Frage. Da will ich natürlich auf unsere Mission verweisen, die da lautet: Wir wollen versuchen, möglichst vielen Händlern alternative Finanzierungen zukommen zu lassen und sie damit unterstützen. Das heißt, auf der einen Seite haben wir erst einmal kein Mindestvolumen oder bestimmte Abnahmemengen, die ein Onlinehändler zu erfüllen hat. Das heißt, der Einstieg kann bereits bei wenigen hundert oder wenigen tausend Euro erfolgen. Zielgruppen, die wir mit dieser Lösung adressieren, sind im Wesentlichen Wachstumsunternehmen aus dem E-Commerce, Online-Offline-Handel oder auch aus der Industrie.

Um ein klares Bild vom Ganzen zu haben: Können Sie uns den Ablauf step by step erläutern?

Der Ablauf ist sehr einfach und schnell. Das heißt, nach positiver Prüfung bestätigen wir gegenüber unserem Onlinehändler seine Einkaufslinie in Form einer Finanzierungszusage. Als Beispiel für einen, gerade seit einem halben Jahr tätigen, E-Commerce-Händler, der 10.000 Euro beantragt hat, bestätigen wir die Linie über 10.000 Euro. Der Kunde kann nunmehr ganz flexibel unternehmerisch entscheiden, ob und auch wann er diese Linie auslasten oder in Anspruch nehmen möchte. Das heißt, es gibt hier keine zeitliche Terminante. Unser Kunde – der Onlinehändler – verhandelt, wie bisher, mit seinem Lieferanten Produkt, Preis, Menge, Lieferdatum etc. Und was sich nun ändert ist, dass der Lieferant seine Rechnung direkt an die aifinyo stellt, die dann diese Rechnung im Rahmen des abgestimmten Zahlungsziels bezahlt. Somit ist der Lieferant à jour und happy. Nun verkaufen wir, wie eingangs angesprochen, wie eine Art Zwischenhändler diese Ware an unseren Onlinehändler weiter mit einer Handelsmarge-Aufschlag. Unser Kunde hat dabei den Riesenvorteil, dass er diesen Betrag nicht sofort begleichen muss, sondern über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten, vergleichbar einer Ratenfinanzierung.

Alternative Finanzierungen: Neben Finetrading bietet sich auch Factoring an

Verstehe. Aber neben Finetrading bieten Sie auch Factoring, also Rechnungsvorfinanzierung und sogar die Übernahme des Mahnwesens an, richtig?

Vollkommen richtig. Ein weiterer Bereich in unserem Hause ist der Bereich des Factorings, d.h. der Rechnungsvorfinanzierung. Das greift sinnvollerweise immer an der Stelle, wenn unser Kunde einen Auftrag hat gewinnen können, den er erledigt und ausliefert und sein Kunde sehr lange Zahlungsziele hat, von möglicherweise 30, 60 oder gar bis zu 90 Tagen. Das heißt, hier ist es von Vorteil, diese ausgewählten Rechnungen in die Rechnungsvorfinanzierung zu geben, die binnen 48 Stunden ausgezahlt werden und der Endkunde wiederum nach 30, 60 oder 90 Tagen an uns bezahlt und damit der Finanzkreislauf abgeschlossen ist. Und Sie haben völlig recht darin, neben der Finanzierung ist auch ein mögliches Mahnwesen integriert.

Finetrading und Factoring – spannende Themen für Händler, gerade in der heutigen Zeit. Vielen Dank, Herr Bommer, für das informative, aber auch sehr nette Gespräch.

Herzlichen Dank für die Einladung.

Und Ihnen allen zu Hause oder unterwegs: Danke, dass Sie zugehört haben. Bis zur nächsten Folge des e-commerce magazin Podcast. Hören Sie gerne auch unsere Folge zum Thema 3D-Secure-Verfahren bei Online-Kreditkartenzahlung.

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