Privacy Shield - E-Commerce begrüßt mehr Rechtssicherheit

Die am 12. Juli 2016 erfolgte Zustimmung der EU-Kommission zu Privacy Shield ist eine wichtige Weichenstellung für mehr Rechtssicherheit bei transatlantischen Datentransfers. Durch die Nachfolgeregelung zu Safe Harbor wird der E-Commerce-Standort Europa gestärkt. Interaktive Händler sollten dennoch ihre Datenhaltungsstrategie neu ausrichten.
 
Grenzüberschreitender Handel ist ohne grenzüberschreitenden Datentransfer undenkbar. Mit der Zustimmung der EU-Kommission zu Privacy Shield werden die losen Enden des transatlantischen Datentransfers wieder eng verknüpft. Der überarbeitete Rechtsrahmen bringt gegenüber dem ursprünglichen Entwurf deutliche Verbesserungen, von denen Verbraucher und Wirtschaft gleichermaßen profitieren werden. Gerade die präzisierten Vorgaben zur Datenlöschung sowie zur Zweckbindung und die Beschränkung des Zugriffs US-amerikanischer Geheimdienste haben das Potential, verlorengegangenes Vertrauen Stück für Stück zurückzubringen.

Auf rechtlich belastbare Möglichkeiten zum internationalen Datenaustausch angewiesen

„E-Commerce steht für weltweiten Wettbewerb. Die Branche ist auf unbürokratische, zugleich aber sichere und rechtlich belastbare Möglichkeiten zum internationalen Datenaustausch existenziell angewiesen“, erläutert Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh. „Dass die seit Monaten andauernde Hängepartie nun ein Ende findet, begrüßt die deutsche E-Commerce-Branche ausdrücklich. Wir hoffen, dass sich der neue Rechtsrahmen als sicher erweist.“
 
Der neue Rechtsrahmen muss jetzt schnellstens mit Leben gefüllt und transparent durchgesetzt werden. Ein erneutes Scheitern vor dem Europäischen Gerichtshof wäre nicht nur eine Blamage, sondern würde die rechtliche Zulässigkeit transatlantischer Datentransfers ganz generell in Frage stellen. Die Verabschiedung von Privacy Shield entbindet den interaktiven Handel zugleich nicht von einer wohldurchdachten Datenstrategie.

Sebastian Schulz, Leiter Datenschutz des bevh.

Sebastian Schulz ist Leiter Datenschutz beim Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh).

 

Umdenken: Datenhaltung innerhalb der EU große Vorzüge

„Die Entscheidung des obersten europäischen Gerichts zur Unwirksamkeit von Safe Harbor hat bei vielen Händlern zu einem Umdenken geführt“, berichtet Sebastian Schulz, Leiter Datenschutz des bevh. „Nach dem ersten Schock wurde vielen schnell klar, dass eine Datenhaltung innerhalb der EU große Vorzüge mit sich bringen kann.“ Händler sind jetzt gut beraten, die eigene Datenhaltungsstrategie zu überdenken. Der Aspekt der Datenhoheit über die eigenen Kundendaten sollte dabei von zentraler Bedeutung sein.

0
RSS Feed

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
Abonnieren Sie doch unseren Newsletter und verpassen Sie keinen Artikel mehr.

Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder!

CAPTCHA
Diese Frage stellt fest, ob du ein Mensch bist.

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags