Prof. Schildhauers Kolumne: Ganz IT-Deutschland wird eine Wolke

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Prof. Schildhauers Kolumne: Ganz IT-Deutschland wird eine Wolke

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Nach der Cloud drängt, an der Cloud hängt doch alles – könnte man frei nach Margarethe aus Goethes Faust sagen, wenn man die Trends der letzten Zeit betrachtet. Bits und Bytes auf dem heimischen oder gar Firmen-Rechner zu horten und Softwarelizenzen auf dem eigenen Rechner zu installieren, erscheint nicht mehr zeitgemäß. Die Daten der Early Adopter lagern schon seit einigen Jahren in der Dropbox, bei Sugarsync oder Bitcasa – jederzeit überall zu erreichen. Auch Telekom und Apple machen ihre Clouds und dazugehörige Anwendungslösungen vom Medien- bis zu Officelösungen breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich. Vor allem Musik und die zur Verwaltung und zum Abspielen benötigte Software wandert von der (Fest-)Platte in die Wolke.

Aber auch die großen Unternehmen kommen ohne Cloud nicht mehr aus. 37 Prozent der deutschen Unternehmen setzten 2012 darauf, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG. Insbesondere Kollaboration und Kundenbeziehungsmanagement (CRM) bleiben der Studie zufolge die wichtigsten Anwendungsfelder für Software, die deutsche Unternehmen aus der Public Cloud („Software as a Service“– SaaS) beziehen. So haben 19 Prozent der deutschen Public-Cloud-Nutzer Kollaborationsanwendungen im Einsatz. Rund fünf Prozent aller IT-Ausgaben, so Erkenntnisse der Experton Group, werden deutsche Unternehmen in diesem Jahr in Cloud Computing investieren. Ohne Frage, die Cloud ist das Gebot der Stunde. Doch bei allen Vorteilen, die Cloud-Lösungen haben, gibt es schon das eine oder andere Argument dagegen. Hauptargument der Cloud-Gegner ist das Thema Sicherheit. Ob Hacker und Industriespionage, Datenverlust durch technische Probleme oder Katastrophen, landesspezifische Gesetze, wenn die Datenserver nicht in Deutschland stehen und nicht zuletzt die mögliche Pleite eines Anbieters – vermeintliche Gefahren lauern überall. Durch das Übertragen der eigenen Daten verlagern Unternehmen schließlich ein Herzstück ihrer Existenz in fremde Hände.

Und das führt doch vielleicht zu der einen oder anderen schlaflosen Nacht. Nicht auszudenken, wenn Online-Datenbanken oder E-Mailserver mal für einen Tag, ach was sag ich, eine Stunde offline sind. Jedem Unternehmer, der das schon einmal erlebt hat, stehen allein beim Gedanken daran die Haare zu Berge. Aber mal ehrlich, ganz so schlimm ist es zum Glück meist nicht. Denn die riesigen Serverfarmen der renommierten Anbieter werden selbstverständlich von erfahrenen Administratoren und Sicherheitsspezialisten betreut. Das Einhalten von anerkannten Standards und das Vorlegen von einschlägigen Zertifizierungen gehört hier zum Alltag. Die Gefahr eines Daten-GAU ist deshalb eigentlich  unwahrscheinlicher als mit dem eigenen Serverschrank im Firmenkeller. Im Gegenteil, gerade in kleinen und mittleren Unternehmen kann Cloud Computing sogar zu einer Verbesserung der Datensicherheit führen, da bei den Anbietern auf höherem Niveau gearbeitet wird als in manchem unternehmenseigenen IT-Netz.

Sicherheit ist aber nur ein Punkt, der für die Cloud spricht. Setzt der Unternehmer zudem noch auf SaaS-Lösungen, kommt er in den Genuss weiterer Vorteile: Durch die Hochleistungsserver in den Rechenzentren werden ganz andere Geschwindigkeiten erreicht, die eingesetzte Software ist für eine große Zahl von Mitarbeitern viel flexibler nutzbar, immer auf dem aktuellsten Stand und last but not least haben Cloud- und damit auch SaaS-Lösungen eine sehr viel höhere Skalierbarkeit als der eigene Serverschrank und können damit zu einer lastorientierten Kostenstruktur beziehungsweise Kostenentlastung führen. Sie lassen sich damit sehr flexibel an die Unternehmensentwicklung anpassen. Und wem die ganz große Public Cloud doch zu wolkig, zu nebulös, erscheint, der sollte mit einem Anbieter seines Vertrauens einmal über die Möglichkeiten einer Private Cloud reden. Mit so genannten Service Level Agreements (SLA) können Zugriff und Umfang oder Skalierbarkeit und Back-up-Lösungen en detail festgelegt werden und es vermittelt das gute Gefühl, irgendwie doch wieder seine eigenen Daten und Softwareanwendungen separiert für sich zu haben. Auch wenn das im Cloud-Zeitalter vielleicht eine Illusion und eine viel zu bodenständige Sicht sein mag.

Autor: Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer ist Direktor des Institute of Electronic Business und Inhaber einer Professur für Electronic Business/Marketing in Berlin sowie Direktor am neu gegründeten Institut Internet und Gesellschaft.

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