PSD 2: Neuer Starttermin löst Probleme des Handels nicht

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PSD 2: Neuer Starttermin löst Probleme des Handels nicht

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Nun wurde ein neuer Starttermin für den Online-Handel zur Einführung der wichtigsten Anforderung der PSD 2-Richtlinie – die Zwei- oder Mehrfaktor-Authentifizierung – bekanntgegeben. Ein Kommentar von Sebastian Mayer Experte für verhaltensbasierte Biometrie bei BehavioSec.
PSD 2

Bis zum 31. Dezember 2020 haben die Unternehmen jetzt Zeit, eine „starke Authentifizierung“ zu implementieren, um Verbraucher besser vor Online-Diebstahl, „Fraud“ zu schützen. Banken mussten bereits am 14. September ihre Online-Banking-Seiten aufrüsten, um einen zweiten Faktor bei der Anmeldung abzufragen. Vielfach wurde das mit einem SMS-TAN-Verfahren gelöst. Nach wie vor funktioniert das nicht überall so reibungslos wie es laufen sollte, noch immer häufen sich Kundenbeschwerden über gesperrte Konten, schlechten Service aber auch technische Mängel.

PSD 2: Test des neuen Zahlungsstandards EMV 3D Secure

Verschiedene Banken haben hier ihre Probleme, die der Handel nun vermeiden will. Die Handelsunternehmen wollen nun die Zeit nutzen und den Zahlungsstandard EMV 3D Secure für Kreditkartenzahlungen ausgiebig testen. Diese von Europay International, MasterCard und VISA (EMV) entwickelte Lösung für Zahlungen mit Kreditkarte erfordert allerdings erneut, dass sich Online-Einkäufer ein Passwort merken müssen.

Zwar gibt es mit der neuesten Version EMV 3D Secure 2.0 auch die Möglichkeit sich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung zu authentifizieren, jedoch erfordern die Eingabe dieser biometrischen Merkmale ein gewisses Maß an Überwindung. Nicht jeder möchte seinen Fingerabdruck verwenden, bei der Gesichtserkennung ist die Hemmschwelle noch höher. Online-Händler sollten jedoch generell über wirkungsvolle Alternativen nachdenken. Das können verhaltensbasierte Lösungen sein, die per Tastendruck funktionieren.

Eine Identifizierung per Tippverhalten verschafft der Bank oder dem Händler die benötigte Sicherheit bei der Verifizierung des Käufers und bietet dem Nutzer die altbekannte Benutzerfreundlichkeit beim Login-Prozess. Der zweite Faktor wird in diesem Fall die Art und Weise, wie der Nutzer seinen Benutzernamen und sein Passwort in die Eingabemasken eingetippt. Gemessen werden Tippverhalten, also Rhythmus, die Stärke des Tastendrucks, die Geschwindigkeit kurz zusammengefasst und die Melodie des Nutzers. Für ihn bleibt der Komfort, sich lediglich ein Passwort merken zu müssen, eine Eingabe eines weiteren Pin-Codes oder einer TAN-Nummer ist nicht mehr nötig.

PSD 2: Berechnung der Messgrößen für eine Person

Ermöglicht wird dieses Anmeldeverfahren durch eine innovative Technologie aus Schweden und Deutschland. Während des Besuchs der Webseite oder in der jeweiligen App des Anbieters speichert die Lösung die benötigten Messgrößen, die zusammen für jede Person ein einzigartiges Informationspaket bilden. Die Algorithmen berechnen daraus ein Scoring, also die Wahrscheinlichkeit, ob es sich eben um den berechtigten User handelt. Der daraus berechnete Risikofaktor führt dann zur Akzeptanz oder Ablehnung und der Vorgang kann fortgesetzt werden oder aber er wird abgebrochen.

Darüber hinaus wird anders als bei anderen Zwei- oder Mehrfaktor-Authentifizierungen kontinuierlich ein Identitätsabgleich während der gesamten Session durchgeführt. Dies erhöht die Sicherheit zusätzlich. Mit dieser Technologie erleben die Nutzer keine langen Wartezeiten, weil irgendwelche TAN-Nummern per SMS oder sonstige Zahlencodes an ein externes Gerät übertragen und von Hand eingetippt werden müssen. Darüber hinaus reduziert sich auch das Risiko, dass eine dritte Person diesen Code abfängt und sich per Man-in-the-Middle-Angriff eine bestimmte Session kapert und so ungewollte Transaktionen durchführen kann. (sg)

Über den Autor: Sebastian Mayer ist Experte für verhaltensbasierte Biometrie und Country Manager CEE bei BehavioSec.

Lesen Sie zum Thema PSD 2 auch: Händler schätzen Verbraucher-Wissen falsch ein

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