23.01.2023 – Kategorie: eCommerce

Recommerce führt zu Umsatzanstieg und sinkenden Kosten bei KMU

RecommerceQuelle: ipopba - Adobe Stock

KMU, die auf Recommerce setzen, können von einem Umsatzanstieg profitieren. Visa hat jetzt einen digitalen Recommerce-Hub gestartet, um Verbraucher wie KMUs zu nachhaltigerem Verhalten zu ermuntern.

  • Recommerce beinhaltet sechs verschiedene Elemente, vom Weiterverkauf über das Mieten bis hin zum Nachfüllen.
  • Mehr als jedes vierte deutsche KMU mit Recommerce-Lösungen im Angebot verzeichnete in den letzten zwei Jahren einen Umsatzanstieg.
  • 80 Prozent der Verbraucher in Deutschland haben bereits Recommerce-Angebote genutzt oder selbst Recommerce betrieben.

Eine aktuelle europäische Studie im Auftrag des Zahlungstechnologie-Anbieters Visa zeigt, dass die Menschen in Deutschland ihr Konsumverhalten mit den steigenden Lebenshaltungskosten und den Auswirkungen des Klimawandels überdenken. Sie suchen verstärkt nach nachhaltigeren Möglichkeiten für den Kauf und Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Die von Opinium im Auftrag von Visa durchgeführte Untersuchung ergab, dass 82 Prozent der Verbraucher in Deutschland bereits am „Recommerce“ teilgenommen haben. Also eine der folgenden Leistungen in Anspruch nehmen oder selbst anbieten: Mieten, Nachfüllen, Reparieren, Wiederverkauf und Rückgabe. Außerdem Weitergabe, also das Teilen und Tauschen von Dingen.

Fast die Hälfte der Verbraucher hat bereits gebrauchte Ware gekauft (49 Prozent) oder selbst verkauft (47 Prozent). Besonders häufig füllen die deutschen Verbraucher Produkte nach – dies wird von fast allen (95 Prozent) mindestens zweimal im Jahr getan. Der Service wird jedoch bisher nur von 15 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) in Deutschland offeriert. Am weitesten verbreitet sind Reparaturservices, die von einem Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen beworben werden. 71 Prozent der deutschen KMUs bieten bereits mindestens eine Recommerce-Dienstleistung an. Vor allem in den Bereichen Reparieren (25 Prozent), Mieten (21 Prozent) und Rückgabe (19 Prozent).

Umweltschutz und Kosteneinsparung motiviert Verbraucher

Die Studie zeigt, dass finanzielle Aspekte wie Kosteneinsparungen ein entscheidender Anreiz für die weitere Verbreitung von Recommerce sein können. 30 Prozent der Befragten gab an, dass sie sich öfter beteiligen würden, wenn sie mit ihrer Teilnahme Geld verdienen könnten, beispielsweise durch Nutzung einer App, um gebrauchte Kleidung oder Möbel zu verkaufen. Wie auch überschüssige Lebensmittel weiterzugeben, wenn sie Geld dafür erhielten.

Recommerce Visa
Über zwei Drittel der befragten KMU bieten derzeit Recommerce-Lösungen an. (Grafik: Visa)

Doch auch Umweltschutz ist für viele Verbraucher ein wichtiger Faktor. 92 Prozent der Befragten sagen, dass sie in den letzten drei Monaten aktiv Maßnahmen ergriffen haben, um die Umwelt zu schonen. Darunter auch die Vermeidung von Einwegplastik (42 Prozent). Allgemein ist die Verringerung von Abfall, Verpackung oder Plastik der Hauptgrund für die Teilnahme am Recommerce (52 Prozent). Gefolgt von der Möglichkeit, auszumisten (41 Prozent) und Waren zu einem niedrigeren Preis zu erwerben (40 Prozent). Daraus wird deutlich, dass eine Kombination von Umwelt- und Kostenbewusstsein diese Verhaltensweisen vorantreibt.

Eine Mehrheit von 91 Prozent der deutschen Konsumenten wäre zwar offen dafür, häufiger am Recommerce teilzunehmen. Vor allem, wenn es einfacher oder bequemer wäre (31 Prozent) oder wenn sie ein Unternehmen finden könnten, das dies anbietet (31 Prozent). Jedoch haben 16 Prozent der Verbraucher, die Interesse an einer Recommerce-Aktivität haben, Qualitätsbedenken.

Recommerce fördert nachweislich das Geschäft von KMU

Unternehmen spüren Impulse der Veränderung des Konsumverhaltens bereits jetzt. Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, die im Sinne des Recommerce agieren, konnten in den letzten zwei Jahren einen jährlichen Umsatzanstieg von durchschnittlich 24 Prozent verzeichnen und 17 Prozent ihrer Kosten einsparen. Zudem sagen 71 Prozent der Verbraucher, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit Produkte oder Dienstleistungen von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen kaufen würden. Das Geschäftspotenzial ist jedenfalls immens: Schätzungen zufolge birgt der Übergang zur Kreislaufwirtschaft in Europa bis zum Jahr 2030 insgesamt ein ökonomisches Potenzial im Wert von 900 Milliarden Euro. Der globale Zahlungstechnologieanbieter Visa möchte Unternehmen dabei unterstützen, die sich aus Recommerce ergebenden Geschäftschancen zu nutzen und den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu fördern.

Recommerce Visa
71 Prozent der befragten Verbraucher bevorzugen nachhaltig wirtschaftende Unternehmen beim Einkauf. (Grafik: Visa)

Visa plant die Entwicklung eines Behavioural Insights Lab

Dazu hat Visa einen digitalen Hub gestartet, der Verbraucher und Unternehmen über Recommerce informiert. Im nächsten Schritt plant Visa die Entwicklung eines Labors für Verhaltensforschung: Durch Forschung und die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern soll das Labor umsetzbare Lösungen aufzeigen und Menschen dazu befähigen, sich im Alltag nachhaltiger zu verhalten. Dabei arbeitet Visa mit strategischen Partnern wie der Ellen MacArthur Foundation zusammen. Diese internationale Wohltätigkeitsorganisation setzt sich für die Entwicklung und Förderung der Kreislaufwirtschaft ein. „Das neue Behavioural Insights Lab wird Versuche durchführen, um dieses Ziel voranzutreiben. Dabei stellt die Ellen MacArthur Foundation sicher, dass ihre Circular-Design-Prinzipien einbezogen und vorwettbewerbliche Möglichkeiten durch ihr Netzwerk gefördert werden können“, sagt Joe Murphy, Executive Lead, Network, bei der Ellen MacArthur Foundation.

Katherine Brown, VP Inclusive Impact & Sustainability in Europa bei Visa erläutert: „Der Übergang von einer linearen Wirtschaft zu einer zirkulären, regenerativen Wirtschaft wird einen kompletten Systemwechsel erfordern. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass eine klare Nachfrage nach nachhaltigeren Optionen besteht. Unsere Zusammenarbeit zur Aufklärung und Unterstützung von KMUs und Verbraucher:innen soll weltweit zu nachhaltigeren Entscheidungen motivieren. Wir setzen uns besonders dafür ein, den Übergang zu einer regenerativen Wirtschaft für alle zugänglich zu machen.“

Zur Methodik der Studie: Für die von Visa in Auftrag gegebene Studie hat Opinium zwischen dem 19. und dem 25. Oktober 2022 rund 8.000 europäische Verbrauchern und 2.000 europäische Entscheider in KMU befragt. Die Daten wurden jeweils mittels Online-Umfragen im Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Polen erhoben. Visa ist eines der führenden Netzwerke für digitales Bezahlen, das Transaktionen zwischen Verbrauchern, Händlern, Finanzinstituten und Regierungen in mehr als 200 Ländern und Regionen ermöglicht.

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