Risikofaktor Tabellenkalkulation: Excel & Co. überfordert

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Risikofaktor Tabellenkalkulation: Excel & Co. überfordert

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Kleine Ursache, große Wirkung: Wegen eines Fehlers beim Umformatieren im Tabellenkalkulationsprogramm setzte eine internationale Investmentbank Lehman-Papiere ungewollt auf ihre Orderlisten.Nur knapp entging das Geldhaus einem Millionenverlust. Trotz solcher Pannen werden Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel heute von vielen Unternehmen auch für das Risiko-Controlling und Reporting eingesetzt. Allerdings wurde diese Software für einfachere Aufgaben entwickelt – und nicht, um komplexe Risikokalkulationen durchzuführen.

Besonders heikel ist deshalb, wenn Unternehmen versuchen, mit Tabellenkalkulationsprogrammen ein Berichtswesen aufzubauen, das den strengen aufsichtsrechtlichen Vorgaben genügt: „Tabellenkalkulationsprogramme sind häufig damit überfordert, heterogene Daten nachvollziehbar und konsistent zusammenzuführen. Zudem versagen sie bei der automatisierten Erstellung von Reports. Dafür wurden sie auch nicht geschaffen“, meint Wilhelm F. Petersmann, Country Manager von SAS in Österreich und der Schweiz. „Allenfalls als Benutzeroberfläche eines strategisch-analytischen Systems für die Risikosteuerung lassen sich Spreadsheets in diesem Kontext sinnvoll einsetzen.“

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in ihren „FMA-Mindeststandards für das Kreditgeschäft und andere Geschäfte mit Adressenausfallrisiko“ (FMA-MSK) eindeutige Anforderungen an das Berichtswesen festgeschrieben: Korrekt und konsistent müssen die Reports unter anderem sein. Da in der Regel mehrere Analysten an deren Erstellung beteiligt sind und diese jeweils mit eigenen Dateien arbeiten, ist die Vorgabe mit Tabellenkalkulationsprogrammen nicht zu erfüllen: Unterschiedliche Datenselektionen, verschiedene Sichtweisen in der Berechnungslogik oder den fachlichen Prozessen und Programmierfehler führen immer wieder zu Inkonsistenzen und Fehlern in den Berichten.

Zugleich sollen die Reports regelmäß;ig und automatisiert erstellt werden. Um diese Anforderung zu erfüllen, müssen die Prozessschritte Datenaufbereitung, Berechnung und Präsentation miteinander verknüpft werden – eine Aufgabe, der die typischen Office-Programme aufgrund ihrer Konzeption nicht gerecht werden können. „Dazu kommt: Tabellenkalkulationsprogramme sind auf eine interaktive Benutzung zugeschnitten. Selbst wenn Softwareentwickler die Programme den individuellen Anforderungen ihrer Unternehmen anpassen, ist mehr als ein halbautomatisiertes Vorgehen nicht möglich“, erklärt Petersmann. Ein solch groß;er manueller Aufwand verursacht zudem hohe Kosten, wie die Analysten der Hackett Group ermittelt haben: Für die Planung von einer Milliarde US-Dollar Umsatz werden 25.000 Personentage benötigt.

Der weitreichende Einsatz von Tabellenkalkulation steht also im direkten Widerspruch zu den regulatorischen Anforderungen – er kann sogar zum ernstzunehmenden Risiko werden: „Der Finanzindustrie wird mehr und mehr bewusst, dass das übermäß;ige Verwenden von Tabellenkalkulationen einen Schlüsselindikator für operationelle Risiken darstellt, der sich direkt in regulatorische Kosten übersetzen lässt“, so Petersmann weiter. „Tabellenkalkulationssoftware ist heute zu einem allgegenwärtigen Arbeitsinstrument geworden. Doch so bequem der Umgang mit diesen Programmen auch ist: Die Erfahrung zeigt, dass die Bedenken gegenüber einem Einsatz für Compliance-relevante Aufgaben berechtigt sind. Als Baustein innerhalb einer analytischen Business-Intelligence-Architektur finden sie jedoch ihren Platz.

Info: http://www.sas.de/excelrisk/

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