Schnäppchenjäger: So sparsam sind Deutsche wirklich beim Onlineshopping

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Schnäppchenjäger: So sparsam sind Deutsche wirklich beim Onlineshopping

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Onlineshopping liegt im Trend. So kauften deutsche Verbraucher 2020 für durchschnittlich 1.000 Euro in Onlineshops ein, wie der bevh jetzt meldete. Schnäppchenjäger schätzen beim Einkauf im Internet vor allem die erhöhte Transparenz, zeigt eine aktuelle Umfrage von mydealz.
Schnäppchenjäger

Quelle: Alexander Limbach/shutterstock

Wie „geil“ finden nun deutsche Verbraucher Geiz wirklich? Das wollte das Verbraucherforum mydealz wissen und hat jeweils 2.000 Verbraucher in Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt, wie sehr sie beim Onlineshopping auf den Preis achten. Sparen möchte (fast) jeder gerne – und dazu bekennen sich auch die meisten deutschen Konsumenten. 84 Prozent antworteten auf die Frage „Würdest Du Dich selber als Schnäppchenjäger bezeichnen?“ mit einem klaren „Ja“ und nur 6,3 Prozent lehnten diese Einstufung ab.

Besonders hoch ist der Anteil der selbsterklärten Schnäppchenjäger hierzulande übrigens bei den 25- bis 34-jährigen (86 Prozent) und 35- bis 44-jährigen (85 Prozent). Im Vergleich dazu ist der Anteil an Schnäppchenjäger in der Altersklasse 55 bis 64 Jahre mit 70 Prozent vergleichsweise niedrig. Über alle Altersgruppen hinweg verstehen sich Frauen mit 85 Prozent eher als Schnäppchenjäger als Männer mit 84 Prozent. Verglichen mit den Briten und Franzosen liegen die Deutschen damit in der „goldenen Mitte“: 87 Prozent der Briten, aber nur 75 Prozent der Franzosen halten sich selber für Schnäppchenjäger. 

Schnäppchenjäger MyDealz
In Großbritannien sehen sich die meisten Konsumenten als Schnäppchenjäger. (Grafiken: mydealz)

Auch für Schnäppchenjäger ist der Preis nicht allein entscheidend

Auch wenn sich viele Verbraucher als Schnäppchenjäger verstehen, machen sie ihren Kauf selten allein vom Preis abhängig. mydealz wollte von den befragten Verbrauchern in Großbritannien, Frankreich und Deutschland wissen, welcher Faktor für sie den größten Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hat: Den Preis nannten dabei nur 21,6 Prozent der Deutschen als KO-Kriterium, während sich Franzosen (33,2 Prozent) und Briten (43,5 Prozent) deutlich preissensibler zeigten.

78,4 Prozent der Deutschen achten beim Kauf also auf andere Dinge als nur den Preis: Die Beschaffenheit eines Produkts scheint für viele eine wichtigere Rolle zu spielen. So erklärte gut jeder Sechste (17,3 Prozent) „die Qualität des Produkts“ sei für ihn das entscheidende Kaufkriterium, während viele andere Deutsche ihren Kauf von Bewertungen abhängig machen: 13,4 Prozent der Befragten erklärten, sich vor allem an Bewertungen anderer Verbraucher zu orientieren, und immerhin noch jeder Zehnte macht seine Kaufentscheidung von Bewertungen in redaktionellen Medien wie Zeitungen und Magazinen abhängig.

Schnäppchenjäger: Was die Kaufentscheidung beeinflusst

Noch qualitätsbewusster als deutsche scheinen französische Verbraucher zu sein: Jeder vierte Franzose (25 Prozent) orientiert sich an Testurteilen in redaktionellen Medien und 16,3 Prozent an Bewertungen anderer Verbraucher, während 15,6 Prozent „die Qualität“ namentlich als wichtigstes Kaufkriterium nennen. Ähnlich sieht die Stimmungslage in Großbritannien aus: Testberichte in Zeitungen und Magazinen haben „auf der Insel“ wenig Einfluss auf die Kaufentscheidung: Nur 2,7 Prozent der Briten machen ihre Kaufentscheidung von redaktionellen Testberichten als wichtigstem Kriterium abhängig. 18,6 Prozent orientieren sich dafür an Bewertungen anderer Verbraucher, während 23,1 Prozent pauschal „die Qualität“ als ausschlaggebenden Faktor nennen.

„Cross-Border-Shopping“ weit verbreitet

Auf der Suche nach Schnäppchen kaufen viele Verbraucher auch gezielt bei ausländischen Onlineshops ein. 85 Prozent der Deutschen erklärten bei der mydealz-Umfrage schon einmal etwas bei einem ausländischen Onlineshop bestellt zu haben. Deutsche Verbraucher neigen damit deutlich eher zum „Cross-Border-Shopping“ als Franzosen (82 Prozent) oder Briten (76 Prozent).

In Deutschland haben 88 Prozent der Befragten schon wenigstens einmal über das Internet bei einem ausländischen Händler bestellt. Die 35- bis 44-jährigen (90, Prozent) neigen allerdings deutlich stärker zum Auslandskauf als ältere Verbraucher über 65 Jahren: Nur zwei von drei Senioren (67 Prozent) erklärten bei der Umfrage, schon einmal bei einem ausländischen Onlineshop eingekauft zu haben.

Wirklich regelmäßig bestellen hierzulande aber nur wenige Verbraucher bei einem ausländischen Onlineshop. Fünfmal oder öfter haben nur 14,6 Prozent der Deutschen, aber 21 Prozent der Franzosen in den letzten zwölf Monaten etwas im Ausland bestellt, während sich die Briten (13 Prozent) wohl auch angesichts des Brexit-Chaos eher zurückgehalten haben.

Für Schnäppchenjäger ist der Preis entscheidend für Auslandskauf

Gründe, im Ausland einzukaufen, haben Verbraucher viele. Auffällig aber ist, dass für sie deutlich öfter der Preis als das Angebot ein Grund sind, im Ausland zu bestellen. Nur 49,4 Prozent der deutschen „Auslandskäufer“ erklärten, der ausländische Onlineshop sei der einzige Händler gewesen, der das Produkt auf Lager hatte. 79,3 Prozent – Mehrfachantworten waren hier möglich – nannten den niedrigeren Preis als Grund für ihre Bestellung.

Verglichen mit britischen und französischen sind deutsche Konsumenten keine Ausnahme: Auch für Franzosen war der günstigere Preis (82 Prozent) deutlich öfter das ausschlaggebende Argument als das Angebot (45 Prozent). Etwas weniger preissensibel zeigten sich britische Konsumenten: Nur 72,6 Prozent von ihnen bestellten im Ausland, um Geld zu sparen. 46,5 Prozent konnten das von ihnen gesuchte Produkt nur bei einem ausländischen Internethändler finden.

Vielsagend sind auch die Gründe, weshalb manche Verbraucher bislang vorm Kauf bei einem ausländischen Onlineshop abgesehen haben: 40,3 Prozent erklärten, einfach noch nicht das passende Angebot gefunden zu haben, und 46 Prozent fürchten hohe Zollgebühren bei der Einfuhr der bestellten Produkte. Auch Verbraucher, die noch nicht im Ausland bestellt haben, denken also preisbewusst. Die Sorge vor hohen Zollkosten ist angesichts des Brexit übrigens unter britischen Verbrauchern (47,6 Prozent) weiter verbreitet als in Deutschland oder Frankreich (44 Prozent).

Auslandskauf: Am beliebtesten sind Elektronikartikel aus China

China ist der Grund, weshalb sich so viele Verbraucher vor hohen Zollgebühren fürchten. Nicht innerhalb der Europäischen Union, sondern in Fernost kaufen die meisten Käufer nämlich übers Internet ein: 61,6 Prozent der Deutschen, die schon einmal etwas im Ausland gekauft haben, bestellten in China. Großbritannien (33,3 Prozent) folgte auf Rang zwei, die USA (20,7 Prozent) auf Rang drei.

In China bestellen wohl auch deshalb so viele Deutsche, weil bei ihnen Elektronikartikel besonders hoch im Kurs stehen: 50,4 Prozent der Verbraucher, die schon einmal etwas im Ausland bestellt haben, kauften Elektronikartikel. Mode (40,7 Prozent) folgte auf dem zweiten Rang, Haushaltsartikel (21,5 Prozent) auf dem dritten Rang. Spielzeug (17,5 Prozent) und Videospiele (16 Prozent) komplettierten die Top-5 der in Deutschland bei Auslandskäufern besonders beliebten Produkte.

Während deutsche Verbraucher ihr Geld also auch in Fernost und Übersee ausgeben, dürfen sich deutsche Internethändler über Zuspruch aus Frankreich freuen: Wenn französische Konsumenten im Ausland bestellen, dann nämlich besonders häufig in Deutschland (52 Prozent). Chinesische Onlineshops (19,2 Prozent) liegen in der Gunst unserer westlichen Nachbarn nur auf dem dritten Rang – gleichauf mit spanischen Onlineshops (19,2 Prozent), aber weit hinter britischen Internethändlern (34,9 Prozent).

Hinweis zur Methodik: Die oben genannten Aussagen stammen aus einer Umfrage, die das Verbraucherforum mydealz im Zeitraum vom 12. bis 15. März 2021 in Deutschland, Frankreich und Großbritannien mithilfe des Marktforschungsdiensts Survey Monkey unter jeweils 2.001 Verbrauchern durchgeführt hat. mydealz wurde im Jahr 2007 von Fabian Spielberger als Blog gegründet und ist heute mit 50,9 Millionen Kontakten pro Monat die größte Social-Shopping-Plattform. 6,7 Millionen Konsumenten (Unique User) nutzen mydealz jeden Monat, um Angebote einzustellen, zu diskutieren und zu bewerten und so Produkte zu den besten Konditionen am Markt zu finden. Seit 2014 gehört mydealz zur Pepper.com-Gruppe. (sg)

Lesen Sie auch: E-Commerce-Markt in DACH überspringt erstmals die 100-Milliarden-Euro-Grenze

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Frontastic will jetzt mit seiner SaaS-Plattform für Headless Commerce in den US-amerikanischen Markt expandieren. Hierzu wurde die Frontastic Inc. in Delaware an der Ostküste gegründet. Unterstützung leistete dabei das Programm „German Accelerator“ des BMWi.
Immer mehr Unternehmen integrieren Messenger in ihre Kommunikation. Schließlich gehören WhatsApp, Telegramm und andere Messenger-Apps inzwischen zum Alltag der Menschen. Das Stichwort dazu heißt Conversational Commerce. Was hinter dem neuen Trend steckt und wie Onlinehändler den Ansatz bestmöglich für sich nutzen, erklärt Marcel Hollerbach von Productsup.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: social commerce

Die Chance

Mehr erfahren