SEA-Kampagnen: Tipps für internationales Suchmaschinenmarketing

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SEA-Kampagnen: Tipps für internationales Suchmaschinenmarketing

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Der von der Europäischen Kommission kürzlich veröffentlichte Eurobarometer zum grenzüberschreitenden E-Commerce besagt, dass insgesamt 24 Prozent der europäischen Händler planen, in den nächsten 12 Monaten grenzüberschreitend zu verkaufen. Unterstützt wird dieser Trend auch seitens der Konsumenten: Alles in allem hat sich der Anteil der Verbraucher, die in einem anderen EU-Land gekauft haben, seit 2006 fast verdreifacht. Allerdings: Die meisten Webshops, die international agieren, begnügen sich damit, einen zentralen Shop in die jeweilige Landessprache zu übersetzen. Wer aber mehr Aufwand betreibt, verkauft auch mehr. Online-Marketing-Spezialist SoQuero betreut zahlreiche internationale Kampagnen und kennt aus eigener Erfahrung die Herausforderungen einer globalen SEA-Kampagne. Hier die fünf wichtigsten Tipps, um internationales Search Engine Advertising (SEA) erfolgreich umzusetzen.

 (1) Über den Tellerrand hinausschauen

Google ist nicht allein auf der Welt. Zwar ist Google AdWords nahezu in jedem Land verfügbar, aber es gibt Regionen, in denen der Internetriese aus Kalifornien eine weit geringere Rolle spielt als beispielsweise in Europa. In China beispielsweise hält die Suchmaschine Baidu die Marktführerschaft über die Internetsuche mit 61 Prozent. In Südkorea wird Naver bevorzugt (ca. 77 Prozent) und in Russland nutzt man vor allem Yandex für die Webrecherche (60,4 Prozent). Zwar mag der zusätzliche Aufwand für das Kampagnenmanagement in lokalen Suchmaschinen auf manche Unternehmen eher abschreckend wirken; die Mühe lohnt sich aber, da der Wettbewerb dort oft geringer und der ROI höher ist.

(2) Achtung Sprachfalle

Relevante Keywords sind das Herzstück einer jeden SEA-Kampagne. Fatal für den Erfolg einer internationalen Kampagne ist jedoch die wörtliche Übersetzung von Keywords, die im Heimatmarkt erfolgreich sind. Vielmehr müssen bei der Auswahl der fremdsprachigen Keywords die spezifischen Landesbesonderheiten beachtet werden wie Kultur, Suchgewohnheiten und sprachliche Feinheiten. Gut beraten ist hier jeder, der sich für die Zusammenstellung der Keywords professionelle Hilfe durch erfahrene Übersetzer oder Muttersprachler mit ins Boot holt. So können mögliche Keyword-Alternativen ermittelt werden, die im nächsten Schritt mit Hilfe der Keyword-Tools der jeweiligen Suchmaschine geprüft werden. Suchanfragen im Zielmarkt können zudem über Tracking Systeme und Web-Analyse-Tools erfasst und der Kampagne hinzugefügt werden.

(3) Gut informiert ist halb gewonnen

Neben den Keywords muss auch der Anzeigentext für den lokalen Zielmarkt angepasst werden. Bereits vor dem Verfassen des Anzeigentextes lohnt es sich, beispielsweise Anzeigen der Konkurrenz zu beobachten und zu prüfen, ob das im Heimatmarkt erfolgreiche Angebot auch im Zielmarkt Relevanz hat. Beispielsweise braucht ein Reifenhändler in Portugal weniger die Schneesicherheit seines Produktes zu bewerben, in Skandinavien aber sehr wohl. Eine korrekte und dem Land angepasste Formulierung des Anzeigentextes entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Nichterfolg der Kampagne. Denn kaum ein Nutzer vertraut einer Anzeige, die fehlerhaft ist und deshalb amateurhaft wirkt. Gleichzeitig können kleine Feinheiten, die dem Anzeigentext eine lokale Note verpassen, positiven Einfluss auf den Kampagnenerfolg haben. Hier sind beispielsweise besondere Schreibweisen, die Verwendung von Nummern-Trennzeichen oder die Angabe von Kalenderdaten zu nennen.

(4) Lokal sticht global

Hat sich der Kunde zu einem Klick auf eine Anzeige durchgerungen, sollte er auf der Landingpage nicht enttäuscht werden. Denn binnen Sekunden entscheidet der Nutzer, ob ihn ein Angebot interessiert oder nicht. Auch hier gilt: Die Ansprache der Kunden muss der Mentalität des Landes angepasst werden: So erreicht man Deutsche Nutzer oft über den Preis oder mit eher sachlichen Informationen, Franzosen hingegen wollen emotional angesprochen werden. Für maximale Conversion sollten Landingpages daher selbstverständlich in der jeweiligen Landesprache verfügbar sein. Auch ist auf Bildsprache, Symbolik und Farben ebenso zu achten, wie auf lokale Inhalte.

(5) Nicht immer verderben viele Köche den Brei

Lokale Differenzierung in den einzelnen Zielmärkten macht es oft schwer, den Blick auf das große Ganze nicht zu verlieren. Aus unserer Erfahrung im Handling von internationalen Kampagnen hat sich gezeigt, dass länderübergreifende Learnings und daraus resultierende Synergien nur dann entstehen, wenn eine zentrale Instanz die globale Strategie vorgibt und Kampagnen auf globaler Ebene überwacht. Gleichzeitig sollten Länder-Teams für die lokale Adaption sorgen und das operative Kampagnenmanagement im Tagesgeschäft steuern. Die Praxis hat hier gezeigt, dass für einen reibungslosen Ablauf klar definierte Prozesse und Verantwortlichkeiten unabdingbar und bereits im Vorfeld zu klären sind – ebenso wie einheitliche KPIs und Reporting-Standards. Wichtig ist dabei eine Balance zwischen globalen Vorgaben und lokaler Flexibilität zu schaffen.

5 Tipps für eine erfolgreiche globale SEA-Kampagne im Kurzüberblick:

  • Prüfen Sie, welche Suchmaschine/n von Ihrer anvisierten Zielgruppe im Zielland vorwiegend genutzt wird und erstellen Sie dafür ihre SEAKampagnen.
  • Machen Sie sich die Mühe und geben Sie die Auswahl und Erstellung Ihrer Keywordlisten in die Hände von Muttersprachlern oder erfahrenen Übersetzern.
  • Analysieren Sie Ihre Wettbewerber im Zielmarkt. Ihre Angebote müssen zu den Gepflogenheiten, dem Kulturkreis und zum Preisgefüge des Ziellandes passen.
  • Ihre Kunden müssen nicht auf den ersten Blick erkennen, dass Sie ein ausländisches Unternehmen sind! Gestalten Sie die Landingpages Ihrer Angebote mit dem nötigen Lokalkolorit des Ziellandes!
  • Think global – act lokal! Globale Kampagnen sollten zentral aufgesetzt und lokal gesteuert werden – klar definierte Prozesse und Verantwortlichkeiten helfen, Missverständnisse zu verhindern.
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