Sechs Insider-Tipps für Produktfotos auf Marktplätzen

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Vom schwarzen Nichts über Anschnitt und Raumverhältnis bis zum inszenierten Kontext: Gerade in der Produktfotografie für Marktplätze geht es darum, sich trotz strikter Vorgaben an die Bildqualität vom Einerlei der Produktbilder wirkungsvoll abzuheben. Ansonsten sinkt nicht nur die Conversion Rate, sondern leidet auch die Identität einer Marke. Wie sich eine erfolgreiche Produktfotografie für Marktplätze umsetzen lässt, zeigt folgender Beitrag.

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Vom schwarzen Nichts über Anschnitt und Raumverhältnis bis zum inszenierten Kontext: Gerade in der Produktfotografie für Marktplätze geht es darum, sich trotz strikter Vorgaben an die Bildqualität vom Einerlei der Produktbilder wirkungsvoll abzuheben. Ansonsten sinkt nicht nur die Conversion Rate, sondern leidet auch die Identität einer Marke. Wie sich eine erfolgreiche Produktfotografie für Marktplätze umsetzen lässt, zeigt folgender Beitrag.

Die Standardanforderungen an gute Produktfotografie für Marktplätze sind schon häufig beschrieben. Die meisten Händler und Marken zeigen sich auf E-Commerce-Portalen mit passablen Bildern – so weit, so gut. Genug für diejenigen, die Marktplätze als reinen Abverkaufskanal behandeln, ohne großen Anspruch an Conversion Rates. Kritischer zu betrachten ist allerdings, dass die beliebige Produktpräsentation der Marke und Reputation des Herstellers schaden kann. Wenn Kunden auf Marktplätzen wiederholt Markenprodukte in gleichgültiger Allerweltsdarstellung sehen und erleben, wird eine auf anderen Ebenen mit Sorgfalt entwickelte Markenidentität langsam aber stetig untergraben. Was in Kampagnen, Läden, Broschüren und Direct Mailings hochwertig und unverwechselbar inszeniert wird, erscheint auf Marktplätzen plötzlich beliebig und undifferenziert.

So klar und strikt die Vorgaben von Marktplätzen an die Produktfotografie sind, so bieten sie doch in der Umsetzung Freiräume für Feinheiten, die Konsumenten beim Scrollen durch ein schier unendliches Angebot innehalten lassen – der erste Schritt in Richtung Umsatzerfolg und positiver Markenentwicklung gleichermaßen. Robert Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der w&co MediaServices, hat sechs wichtige  Kriterien erfolgreicher Produktfotografie für Marktplätze in einer Guideline zusammengefasst, die auch die Anforderungen von Mobile Commerce berücksichtigt:

1. Von der Bildschirmgröße zum Raumverhältnis

Auf dem Smartphone in Portraitansicht, auf Tablets und Desktop im Landscape-View – ersteres zeigt Produktbilder auf etwa einem Drittel des Bildschirms, bei den anderen Geräten macht das Produktbild um die zehn Prozent der Bildschirmanzeige aus. Produktfotos haben daher für die erste Auswahl – also den Klick, um mehr zu erfahren – unterschiedliches Gewicht und Wirkung. Das Hauptbild muss folglich sorgfältig ausbalanciert sein, was Perspektive, Licht, Aufnahmewinkel und Platzverhältnis von Hintergrund zu Produkt betrifft, um auf allen Geräten als Einstig zu funktionieren.

2. Vom Lichtverhältnis zum Kontrast

Mobile Geräte werden unterwegs häufig in ungünstigen Lichtverhältnissen genutzt. Kontrastarme, konturlose Bilder gehen hier unter, ein Produkt ist im Sonnenlicht nur schemenhaft zu erkennen. Was auf einem Desktop-Bildschirm vielleicht noch elegant und „clean“ wirkt, kann auf einem Smartphone zum diffusen Ärgernis werden. Dieses Problem muss durch entsprechende Licht- und Schattengestaltung im Bild aufgefangen werden, um mobile Käufer nicht zu verlieren.

3. Das schwarze Nichts

Vom schwarzen T-Shirt bis zum Elektronikgerät – ohne die richtige Ausleuchtung, Aufnahmewinkel sowie Schatten- und Lichtreflexe werden dunkle Produkte auf Desktops und schlimmer noch auf Smartphone-Screens zu einer konturlosen Form. Baumwollstruktur ist nicht von feiner Merinowolle, hochwertige Metallgehäuse nicht von billigem Plastik zu unterscheiden. Ähnliches gilt für Weiß bzw. durchgängig einfarbige Produkte. Käufer wird hier nur, wer solch schlecht fotografierten Produkte bereits aus dem Laden kennt oder sich nicht scheut, Auswahlkäufe zu tätigen und rigoros die kostenlosen Retourenangebote zu nutzen.

4. Perspektiven zwischen Spannung und Langeweile

In der Totale von vorne, von hinten, von der Seite – pragmatisch, praktisch, langweilig. Dies mag für Gebrauchsgegenstände genügen. Doch die meisten Produkte werden gekauft, weil man sie will, nicht weil man sie braucht. Für diesen Anstoß müssen nicht zwingend teure Fotoshootings in atemberaubender Natur unternommen werden. Ein feiner Wechsel der Aufnahmeperspektive, ein durchdachter Anschnitt des Bildes, und schon macht sich der erhebliche Unterschied bemerkbar, ob ein Foto Spannung und damit Kaufimpulse erzeugt.

5. Mit Kontext kommt Begehren

Hintergrund, Accessoires und Styling bei der Produktinszenierung im Fotostudio sind kein schmückendes Beiwerk. Vielmehr sind es die entscheidenden Mittel, um bei Zielgruppen – vielfach unbewusst – den Bezug zu ihrer Lebenswirklichkeit herzustellen. Ist ein Produkt nachhaltig, robust, Design-orientiert, luxuriös, hochwertig, bodenständig, modern, alltagstauglich, etc.? Allein durch die Farbe, Art und Beleuchtung des Hintergrunds, der Wahl auch nur eines einzigen Accessoires oder der Körperhaltung des Models wird deutlich, wofür ein Produkt und damit eine Marke steht. Fehlt dieser Bezug, ist ein Produkt vollständig austauschbar, es geht, wenn überhaupt, nur noch um den Preis.

6. Mit Information kommt Vertrauen

Auf Marktplätzen sind zumeist um die sieben bis neun Produktbilder erlaubt. Genügend Spielraum, um tatsächlich Informationen zum Produkt zu transportieren: Zoom bzw. Nahaufnahmen von funktionalen Details, Beschaffenheit von Material und Oberfläche, 360°-Aufnahmen, grafische Hinweise im Bild zu Einsatzmöglichkeiten, Abmessungen und vieles mehr. Nur allzu oft wird diese Möglichkeit nicht oder unzureichend genutzt. Kunden sind gefordert, sich durch Produktbeschreibungen und Kundenmeinungen zu kämpfen, um die nötigen Informationen für eine Kaufentscheidung zu erhalten. Anbieter überlassen es damit dem schieren Zufall, ob ein Produkt insgesamt bei Kunden richtig ankommt – und verschenken damit auch die Chance eine gezielten Markenpositionierung.

Allein diese sechs Kriterien machen klar, dass Produktfotografie für Marktplätze ein nicht zu unterschätzender strategischer Aspekt in der Marken- und Umsatzentwicklung ist. Gerade der begrenzte Raum der Mittel macht hier die Profession aus. (sg)

Über den Autor: Robert Schneider ist geschäftsführender Gesellschafter der w&co MediaServices, einem Fullservice-Anbieter für ganzheitliches Omni-Channel Marketing. Das Leistungsangebot von w&co umfasst Fotografie, Kreation, PreMedia-Leistungen und systemgestützte Medienproduktion. Als Partner namhafter Software-Hersteller implementiert und betreibt w&co im Bereich Medien-IT Webshops, PIM- und Enterprise Content Management Systeme.

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