SEPA kommt – Banken müssen besser vermarkten

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George Stein, VocaLink, kommentiert: „Mit der Einführung von SEPA stehen Banken vor einer wichtigen Umstellung. Von der Implementierung, über die Integration in die Systemlandschaft und die Einhaltung künftiger Compliance-Anforderungen bis hin zur Erfüllung der zum Teil unklaren und verschiedenen Kundenerwartungen ist SEPA eine große Herausforderung. Hinzu kommt der Druck der EU, die immer lauter ein Enddatum für die vollständige Implementierung einfordert: Auf dem Weg zum einheitlichen Zahlungsverkehrsraum wird die Durchsetzung der SEPA-Überweisung (SCT) im ersten Quartal 2013 angestrebt. Ein Jahr später soll die Umsetzung des SEPA-Lastschriftverfahrens (SDD) folgen.


 


Während Banken mit diesen Herausforderungen kämpfen, fragen sich deren Kunden, ob und in welcher Weise SEPA sie betrifft. Laut einer europaweiten Studie von gtnews haben lediglich etwa 30 Prozent der befragten Firmenkunden bereits entweder SCT oder SDD implementiert und nur 40 Prozent fühlen sich “bereit” für SEPA. Der Hauptgrund dafür, dass viele Unternehmen nicht investieren sei die fehlende Klarheit, inwieweit sie SEPA überhaupt betrifft. Etwa 76 Prozent der befragten Firmen sehen ihre Banken als „präferierte“ Partner für das Thema. Sie erwarten von ihnen Informationen sowohl über die Auswirkungen und Anforderungen als auch Unterstützung bei den Vorbereitungen für SEPA. Doch bis dato bekommen lediglich 12 Prozent diese Unterstützung und Hilfeleistung tatsächlich auch von ihren Banken.


Für die reibungslose Einführung von SEPA auch bei den Kunden ist diese Unterstützung aber der Knackpunkt. Denn SEPA kann durchaus den Umgang zwischen Kunde und Bank vereinfachen damit das Service-Erlebnis verbessern. Ein Aspekt, der an dieser Stelle stärker herausgestellt werden sollte, ist die bessere Kostenkontrolle. Denn mit SEPA  kann beispielsweise die Anzahl der im Ausland befindlichen Bankkonten reduziert werden. Darüber hinaus bringen neue Regelungen, die mit SEPA einhergehen, ein vereinfachtes Liquiditätsmanagement. Das vorgeschriebene Fälligkeitsdatum der SEPA-Lastschrift ermöglicht eine taggenaue Liquiditätsplanung und –steuerung. Da Unternehmen somit genauer wissen, wann Zahlungen eintreffen, können sie die Betriebskosten im Backoffice reduzieren. Außerdem haben Kunden nicht nur die Möglichkeit, ihre Prozesse zu verbessern, sondern auch, neue oder erweiterte Angebote für das Cash-Management einzuführen – E-Payment, M-Payment oder E-Invoicing wären da nur wenige Beispiele, von denen auch die Endkunden profitieren.


Die neuen Rahmenbedingungen eines einheitlichen Zahlungsverkehrs bieten Potenziale für Banken und Unternehmen. Die Geschwindigkeit, mit der sich SEPA bei den Kunden etabliert, ist abhängig von der Akzeptanz und Nutzung eben dieser neuen Angebote durch die Kunden. Banken sind als Experten der logische  Ansprechpartner für Kunden, die sich in der SEPA-Welt zurechtfinden müssen. Dazu müssen sie zunächst die Grundvoraussetzung schaffen, dass ihre Kunden das System annehmen und nutzen. Letztendlich sollte das Angebot der Banken über die reine Bereitstellung der Infrastruktur hinaus gehen, indem sie Unternehmen die durch SEPA entstehenden Potenziale aufzeigen und Lösungen anbieten, die einen reibungslosen Ablauf garantieren und Gesetze sowie Compliance einhalten. Nur so können sich die positiven Effekte eines einheitlichen Zahlungsverkehrsraums im einzelnen Unternehmen voll entfalten. Und nur so nutzen Banken ihre Chance, das Vertrauen und die Kundenbindung zu stärken.“

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