Serie – Design Thinking Teil 6: Prototyping – so begeistern Sie Ihre Kunden online

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Die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen, ist vor allem im Bereich des e-commerce essentiell. Eine Methode, mit der Sie sowohl die Bedürfnisse Ihrer Kunden genau eruieren und diese auch mit Lösungen nachhaltig befriedigen können, ist Design Thinking.
PrototypingQuelle: Ulrich Wechselberger_Pixabay

Die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen, ist vor allem im Bereich des e-commerce essentiell. Eine Methode, mit der Sie sowohl die Bedürfnisse Ihrer Kunden genau eruieren und diese auch mit Lösungen nachhaltig befriedigen können, ist Design Thinking. Nachdem wir im fünften Teil der Serie zu Design Thinking Lösungen mit Hilfe einer Kreativtechnik entwickelt haben, geht es nun darum, diese unter realen Bedingungen durch Prototyping zu testen, um daraus zu lernen.

Prototyping ist ein Eckpfeiler im gesamten Design-Thinking-Prozess. Um einen erfolgreichen Webshop zu entwickeln, ist es wichtig, dass Sie viel Zeit und Energie in Ihren Prototyp stecken. Je mehr Rückkopplungsschleifen Sie einbauen, desto besser werden Sie die tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden erfüllen. Und desto billiger wird das ganze Vorhaben sein – denn nichts ist so teuer wie Änderungen an einem bereits implementierten System.

Was ist ein Prototyp?

Der Begriff “Prototyp” wird in vielen verschiedenen Kontexten verwendet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass verschiedene Bedeutungen über den Begriff im Umlauf sind. In diesem Kontext beziehe ich mich auf einen Prototyp wie folgt: Sie kennen bestimmt die Redewendung, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Genau darum geht es: Durch die Visualisierung erleichtern Sie die Diskussion. Es ist viel einfacher, Feedback zu erhalten, wenn jeder die Idee für sich selbst sehen und erleben kann.

Prototypen helfen dabei, die Ideen, die sonst nur in unserem Kopf herrschen, zu artikulieren, um uns mit anderen auszutauschen. Denn abstrakte Ideen in Worten zu verpacken, ist einerseits schwierig, andererseits nicht zielführend, weil so nicht jeder das gleiche Bild hat. Ein Prototyp ist im Grunde die Simulation eines Endprodukts. Bei einem digitalen Produkt wie bei einem Webshop ist im Idealfall eine Simulation der Interaktion zwischen Benutzer und Benutzeroberfläche. Im Kern ist ein Prototyp also eine Möglichkeit, Ideen Präsenz zu verleihen.

Prototyping als vierter Schritt im Design Thinking

Der Prototyping-Prozess ist der vierte Schritt im Design Thinking. Um einen erfolgreichen Prototypen zu entwickeln, ist es aber wichtig, genau diesen Schritt mehrfach zu wiederholen. Nehmen wir an, die Lösung Ihres Problems liegt darin, dass die momentanen Benutzerflüsse Ihres Webshops für Kunden irritierend sind. Sie haben also neue Lösungen im vorherigen Schritt erarbeitet, die Sie nun testen wollen.

Dazu erstellen Sie zunächst eine Skizze Ihrer Idee bzw. Lösung. Der erste Prototyp sollte immer eine ganz einfach Skizze von der Benutzeroberfläche auf einem Papier sein. Wenn Sie diese erste Idee Ihrem Kunden erklärt haben und mit ihm gemeinsam die Idee durchgegangen sind, entwickeln Sie in einem nächsten Schritt eine Skelettstruktur von der Benutzeroberfläche (ein sogenanntes Wireframe).

Eine weitere Entwicklung des Wireframe-Prototyps wäre ein Mockup: Mockups sind detailliertere Skizzen, bei denen Details wie Inhalte, Schriften und Bilder hinzugefügt werden. Sie können Mockups auch interaktiv gestalten, indem Sie die einzelnen Mockups miteinander verbinden.

Nicht funktionierende Hypothese rechtzeitig entlarven

Da bei jeder neuen Entwicklung meistens viel auf dem Spiel steht, ist es wichtig, so früh wie möglich eine schlechte Idee oder eine nicht funktionierende Hypothese zu entlarven. Bevor Sie mit der Entwicklung eines Prototyps beginnen, sollten Sie genau wissen, welche Seiten und Layouts Sie benötigen und warum.

Bei einer E-Commerce-Website beispielsweise kann das Ziel sein, reibungslose Benutzerinteraktionen mit einem Produkt zu erstellen. Überlegen Sie, welche Hauptnutzerströme wahrscheinlich sind: Wie suchen Ihre Kunden nach einem Produkt? Mit einer Suchfunktion? Was ist der nächste Schritt? Wie sieht der Kaufprozess im Detail aus? Welche Felder werden noch benötigt? etc. 

Bei Ihrem ersten Prototyp geht es darum, sich zuerst grob die Dinge zu überlegen, um dann in die Tiefe zu tauchen. Mit anderen Worten: Entwerfen Sie alle wichtigen Benutzerflüsse, konzentrieren Sie sich jedoch nicht zu sehr auf Details. Starten Sie immer mit einem Papierprototyp, auch wenn es zahlreiche Tools für das digitale Prototyping gibt. Das Skizzieren auf Papier ist jedoch nach wie vor das wertvollste Tool und ein grundlegender Bestandteil des Prozesses. Stift und Papier sind praktisch, weil es viel schneller ist, neue Ideen durch Skizzen zu kommunizieren.

Hier einige Profi-Tipps für das Prototyping:

  • Bleiben Sie nicht bei der ersten Lösung stehen, die Ihnen in den Sinn kommt. In den meisten Fällen sind Ihre ersten Ideen nicht wirklich gut, vor allem wenn Sie sich in einem frühen Stadium der Ideenfindung befinden. Generieren Sie so viele verschiedene Prototypen wie möglich, anstatt sich ausschließlich auf Ihre erste Lösung zu konzentrieren.
  • Versuchen Sie nicht, Ihre Skizzen perfekt aussehen zu lassen. Eine Skizze ist kein Kunstwerk. Je schöner eine Skizze ist, desto schwerer fällt es den Leuten auch wirkliches Feedback zu geben. Niemand will absichtlich einen Menschen verletzen und wenn sie sehen, wie viel Zeit Sie in diese Idee investiert haben, wird es schwer.
  • Zeichnen Sie nie mehr als eine Skizze pro Bildschirm. Versuchen Sie nicht, zwei Bildschirme oder zwei separate Status desselben Bildschirms in derselben Skizze darzustellen.
  • Verwenden Sie einen Bleistift, keinen Kugelschreiber. Bei Bleistift haben Sie nicht das Gefühl, dass Sie eine Verpflichtung eingegangen sind, die Dinge nicht mehr zu ändern. Es besteht eine viel bessere Chance, dass Sie die Skizze fertig stellen. Mit einem Bleistift können Sie jederzeit das, was Sie gezeichnet haben, rückgängig machen.
  • Verfolgen Sie jede Idee, indem Sie daraus eine Skizze entwickeln und so eine Visualisierung dieser möglichen Lösung haben.
  • Fügen Sie Ihren Skizzen ergänzende Notizen hinzu. Erstens ist es viel einfacher, so Ihre Skizzen anderen Leuten zu erklären. Zweitens ist es für Sie viel leichter, sich auch nach einiger Zeit zu erinnern, worum es bei einer Skizze geht.

Durch die Entwicklung eines Prototyps bekommt der Kunde ein “tatsächliches” Gefühl für Ihre Idee. Auch die Anforderungen des gewünschten Systems werden dadurch besser verstanden. Prototyping bringt Sie auf die Überholspur zum Erfolg. Indem Sie die richtige Denkweise mit starkem Fokus auf das Lernen entwickeln, sparen Sie viel Zeit und Geld.

Sie haben die anderen Beiträge unserer Serie zu Design Thinking verpasst? Dann folgen Sie den Links:
Teil 5: Finden Sie Lösungen, die Ihre Kunden begeistern
Teil 4: Verstehen Sie das wirkliche Problem Ihrer Kunden
Teil 3: Lernen Sie die Bedürfnisse Ihres Kunden kennen
Teil 2: Sie wollen in e-commerce erfolgreich sein? Nutzen Sie den Design-Thinking-Prozess!
Teil 1: Empathie – das “e” im E-Commerce

Ingrid GestbachQuelle: Budiono Ngyuen

Über die Autorin: Ingrid Gerstbach studierte Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie. Sie und ihr Ehemann Peter Gerstbach beraten mit ihrer Firma Gerstbach Business Analyse GmbH internationale Unternehmen. Außerdem schreibt sie Bücher und Kolumnen, hält europaweit Vorträge und berät Universitäten in Innovationsfragen. Ihre zentrale Thematik: wie Unternehmen ungenützte Potenziale in „Soft Skills“ wie Mut, Offenheit und Zuversicht erschließen, schlummernde Kreativität in ihren Mitarbeitern wecken, deren Individualität stärken und dadurch wirtschaftlichen Erfolg erzielen.

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