25.10.2021 – Kategorie: eCommerce

Social Commerce – Neue Chance für Händler im Wettbewerb

Soziale Netzwerke und digitale Plattformen wurden in den vergangenen Monaten verstärkt zu den Orten, an denen Konsumenten ihre Kaufentscheidungen treffen. Social Commerce eröffnet gerade kleinen Marken und Shops neue Möglichkeiten, sich im Wettbewerb zu behaupten.

Die Pandemie hat zu einem Allzeithoch bei den E-Commerce-Umsätzen geführt. Dieses neue Einkaufsverhalten wird die Konsumgewohnheiten sicherlich langfristig prägen. Indikatoren dafür waren im schon vergangenen Jahr Shopping-Momente, wie Black Friday und Cyber Monday, die Allzeitrekorde aufgestellt haben. Deswegen haben Experten bereits prognostiziert, dass die Verschiebung von Offline zu Online kein temporäres Phänomen, sondern ein dauerhafter Trend sein würde.

Was der Onlinehandel bisher jedoch nicht ersetzen konnte, war das Gefühl des Einkaufsbummels, bei dem man sich treiben lässt, Inspiration sammelt und neue Dinge entdeckt. Während Verfügbarkeit, Abwicklung und Bequemlichkeit beim Einkaufen bereits weitestgehend erfüllt werden, steht die Frage im Raum, wie sich das Gefühl echter Inspiration und Entdeckungsfreude in die digitale Welt übertragen kann. Eine der entscheidenden Aufgaben für die Zukunft des Handels.

Social Commerce – also das Shoppen über soziale Netzwerke und Plattformen – kann darauf vielleicht die passende Antwort liefern. Das auf Social-Media-Marketing spezialisierte Startup Squarelovin (siehe Seite 18) aus Hamburg hat dazu die wichtigsten Zahlen und Fakten zusammengetragen. Sie zeigen, dass fast ein Viertel der deutschen Verbraucher neue Marken durch Empfehlungen in sozialen Netzwerken finden. Mehr als die Hälfte hat im Jahr 2020 bereits einen Kauf über soziale Netzwerke getätigt und zählt somit zur Gruppe der aktiven ­Social Commerce User.

Großes Potential für kleine Marken dank Social Commerce

Für Marken im Retail Bereich ist es spätestens jetzt an der Zeit, sich sozialen, digitalen Plattformen als Vertriebskanäle zuzuwenden. Bisher war die Geschichte des E-Commerce die Geschichte großer, starker Marken, die ihre Reichweiten im digitalen Raum weiter ausbauen. Beim Social Commerce zeigt sich aber, dass vor allem kleine Marken profitieren können und sich auch online direkt an ihre Konsumenten wenden. Stichwort Direct-to-Consumer – die Marke wird selbst zum Händler. Zahlen des BEVH belegen, dass unter den deutschen Unternehmen, die online verkaufen, die kleinsten Unternehmen schon fast 30 Prozent ihres Umsatzes über Webshops und Apps umsetzen. Dieser Anteil lag bei größeren Unternehmen zwischen 19 Prozent und 21 Prozent.

Social Commerce begünstigt das zusätzlich, denn kleine Unternehmen können ihre Zielgruppen ganz gezielt ansprechen und sie genau dann erreichen, wenn sie offen für Neues sind und sich noch nicht für eine Marke entschieden haben. Auf Pinterest zeigt sich dieses Potential besonders deutlich. 97 Prozent der Suchanfragen finden ohne Markennennung statt. Das bedeutet, kleinere, unbekannte Marken haben die gleiche Chance, entdeckt zu werden, wie große, bekannte.

Pinterest investiert fortlaufend in die Weiterentwicklung des Shopping-Erlebnisses. Dank visueller Technologien und Machine Learning können Produkte auf allen Flächen auf Pinterest einfach entdeckt und gekauft werden. So ist auch das Kaufen von Produkten über Pinnwände, über die Suche, mit Hilfe der Pinterest Lens und in sogenannten Shopping-Spotlights für Nutzer in weiteren Märkten, darunter Deutschland, Österreich und Schweiz, möglich.

Im Frühjahr dieses Jahres hat Pinterest zudem die Erweiterung der Partnerschaft mit Shopify auf 27 weiteren Märkten bekannt gegeben. Dadurch haben mehr als 1,7 Millionen kleiner Händler die Möglichkeit, ihre Pinterest-Aktivitäten direkt über das Shopify-Dashboard zu steuern und die über 475 Millionen Nutzer weltweit mit ihren Inhalten und Produkten zu erreichen. Die Integration ermöglicht es, alle Produkte aus dem Web-Shop schnell, einfach und jederzeit aktuell auf Pinterest einzustellen, An­zeigen zu schalten und so den Abverkauf zu steigern. Für Shopify-Händler in Deutschland war Social Commerce im vergan­genen Jahr ein treibender Erfolgsfaktor. Die Installationsarten der Social-Commerce-Kanäle auf der Plattform sind 2020 weltweit um 76 Prozent gestiegen. In Deutschland ist die Anzahl der Shopify-Shops um 126 Prozent gestiegen.

Social Commerce: Neuordnung der Shopping-Journey

Shopping ist kein linearer Prozess. Eine Kaufentscheidung wird manchmal Wochen, Monate oder sogar Jahre vorbereitet. Die Inspirationsquellen, die zum Kauf hinführen sind vielfältig, liegen sowohl in der Online- als auch der Offline-Welt. Der Weg bis zur Kaufentscheidung ist oft hochemotional. Im digitalen Raum wird es vor allem darum gehen, Empfehlungen, Kontext und Inspiration als Treiber für Kaufentscheidungen richtig zu nutzen. Die Markenbekanntheit ist hier nur noch zweitrangig. Das wird den Wettbewerb auf der einen Seite verstärken, es wird aber auch das Angebot für die Konsumenten verbessern und vielfältiger machen.

In der Offline-Welt profitieren große Marken von der Lage ihrer Flagship-Stores in den Fußgängerzonen und in der Onlinewelt von ihren eigenen, reichweitenstarken Web­shops. Social Commerce demokratisiert sozusagen das Angebot – für Marken, und für Nutzer. Denn es schafft eine Ebene, auf der sich klein und groß auf Augenhöhe begegnen und es um das Beste, passendste Angebot für den Konsumenten geht. Nie war die Gelegenheit für kleine Marken so groß, mit starken, inspirierenden Inhalten im Wettbewerb, um Onlinekäufer zu bestehen.

Aber auch für große etablierte Marken gilt es, sich den neuen Gegebenheiten und den veränderten Bedürfnissen der Konsumenten anzupassen. Die Flagship-Stores der Zukunft werden also nicht mehr ausschließlich von der Lage in der Offline-Welt definiert, sondern von ihrem Angebot und dem Grad an Inspiration und Relevanz für den Konsumenten.

Über Pinterest

  • Mehr als 475 Millionen monatlich aktive Nutzer weltweit
  • Über 6 Milliarden Pinnwände weltweit
  • Mehr als 300 Milliarden gemerkte Pins weltweit
  • 80 Prozent aller Pinner nutzen Pinterest mobil

Shopping auf Pinterest

  • Die Zahl der Pinner, die sich mit Shopping-Oberflächen auf Pinterest beschäftigen ist über 200 % zwischen März 2020 und März 2021 gestiegen.
  • Produkt-Suchen auf Pinterest sind um mehr als das 20-fache innerhalb eines Jahres gestiegen.
  • Katalog-Feed-Uploads steigen zwischen März 2020 und März 2021 weltweit um mehr als das 14-fache.
  • 89 % der wöchentlichen Pinner nutzen Pinterest zur Inspiration auf ihrem Weg zum Kauf.

Quelle: GfK, US, Pinterest Path to Purchase Study among Weekly Pinners who use Pinterestin the Category, Nov 2018

Lesen Sie auch: Pinterest-Shopping – Diese neuen Funktionen sollen Marken unterstützen.

Social Commerce, Philip Missler
Bild: Pinterest

Philip Missler ist Head of EMEA bei Pinterest und für den Aufbau des Anzeigengeschäfts in Europa verantwortlich.


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