Soziale Nachhaltigkeit: Wie sie dem Nachwuchsmangel in der Logistik entgegenwirkt

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Eine neue Studie der Logistik-Initiative Hamburg hat untersucht, welche Faktoren die Attraktivität von Logistik-Unternehmen beeinflussen. Wie sich durch soziale Nachhaltigkeit der Nachwuchs- und Fachkräftemangel in der Logistikbranche beheben lässt.
Soziale Nachhaltigkeit

Quelle: Travel mania/Shutterstock

Die Logistik-Initiative Hamburg und das Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg (TUHH) haben jetzt die Studie „Maßnahmen zur sozialen Nachhaltigkeit aus der Sicht von Logistikunternehmen und potentiellen Nachwuchskräften“ veröffentlicht. Ziel der Studie war es, Faktoren zur Arbeitgeberattraktivität innerhalb der Logistikbranche zu ermitteln, wie soziale Nachhaltigkeit.

Soziale Nachhaltigkeit: Wichtige Merkmale identifizieren

Nachhaltigkeit wird für Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette immer bedeutsamer und Corporate Social Responsibility (CSR) zunehmend zu einem wichtigen Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit. Diese fortschreitende Entwicklung war der Anlass für die beiden Arbeitskreise Nachhaltigkeit und Personal & Qualifizierung der Logistik-Initiative Hamburg im April 2019 eine Studienarbeit beim Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg (TUHH) in Auftrag zu geben. Ziel der Studie war es, für junge Arbeitnehmer relevante Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit zu identifizieren und daraus mögliche Maßnahmen für Arbeitgeber abzuleiten.

„In einem Workshop beider Arbeitskreise haben Personalverantwortliche herausgearbeitet, welche Aspekte und Maßnahmen, die die soziale Nachhaltigkeit betreffen, sie für wichtig erachten. Daraus leitete sich die Frage ab, ob sich die Sicht der Unternehmen mit den sich verändernden Einstellungen der jungen Generation deckt, die zur Gewinnung von Nachwuchskräften umworben wird“, erläutert Prof. Dr. Claus Muchna, Studiengangleiter an der Hamburger Fernhochschule und stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Personal & Qualifizierung, die Hintergründe zur Entstehung der Studie.

Studie beleuchtet soziale Nachhaltigkeit in Logistikunternehmen

Die Studie wurde am Institut für Verkehrsplanung und Logistik/TUHH unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Heike Flämig und ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marcel Steffen, M. Sc betreut. Die Gesamtstudie ist untergliedert in drei Teilstudien und die Ergebnisse sind im Rahmen von studentischen Qualifikationsarbeiten entstanden.

Neben einer Bachelorarbeit zur „Charakterisierung von Maßnahmen der internen unternehmerischen sozialen Nachhaltigkeit“ befassten sich die beiden Studienarbeiten im Anschluss zum einen mit dem Thema „Sozialen Maßnahmen, um (Logistik) Unternehmen für Arbeitnehmer attraktiv(er) zu gestalten“ und zum anderen mit „Maßnahmen der sozialen Nachhaltigkeit in Unternehmen der Logistikbranche“.  Hierfür wurden mithilfe einer Online-Befragung Schüler und Studenten zwischen 17 und 24 Jahren in ihrer Wahrnehmung als zukünftige Berufseinsteiger befragt und Experteninterviews mit neun Unternehmen der Logistikbranche geführt.

„Das Bewusstsein der Relevanz von Maßnahmen der sozialen Nachhaltigkeit war bei allen interviewten Unternehmen vorhanden und die Thematik wurde als elementarer Bestandteil im unternehmerischen Handeln verstanden. Für mich persönlich spielen solche Aspekte bei der Wahl eines zukünftigen Arbeitgebers auf jeden Fall auch eine zentrale Rolle“, so Maria König, an der Studie beteiligte Bachelor-Studierende im Studiengang „Logistik und Mobilität“ der TUHH.

Berufseinsteiger wünschen sich gute Entwicklungschancen

Die Ergebnisse der drei Teilstudien wurden im Rahmen der Themenwoche „Menschen machen Logistik“ der Logistik-Initiative Hamburg im Juni 2020 in einer Online-Präsentation vorgestellt und der Öffentlichkeit auf der Homepage der Logistik-Initiative zugänglich gemacht. Grundsätzlich lässt sich aus den Datenerhebungen ableiten, dass junge Arbeitnehmer großen Wert auf Faktoren, wie Einstiegs- und Entwicklungschancen, gutes Arbeitsklima und Gesundheit legen, während das Image des Unternehmens weniger relevant zu sein scheint. Bei den Unternehmen hat sich herausgestellt, dass kleine und kostengünstige Maßnahmen häufig eine große Wirkung erzielen und es große Unterschiede bei der Schwerpunktsetzung der angebotenen Maßnahmen gibt, die in direkter Relation mit der Unternehmensgröße steht.

Eine der wesentlichsten Erkenntnisse der Forschungsarbeit ist ein erkennbares altersspezifisches Nutzerverhalten auf Seiten der Arbeitnehmer und die daraus resultierende Handlungsempfehlung für Unternehmen, Maßnahmen der sozialen Nachhaltigkeit lebensabschnittsgerecht zu gestalten. Die beiden Arbeitskreise Nachhaltigkeit und Personal & Qualifizierung der Logistik-Initiative werden aufbauend auf den Studienergebnissen weitere Strategien herausarbeiten, um Logistik-Unternehmen zukünftig noch besser und zielgerichteter bei der Akquisition von jungen Berufseinsteigern sowie bei der Fachkräftebindung zu unterstützen und die Attraktivität der Branche zu steigern.

Das von der EU mit dem Gold-Label „Cluster Management Excellence“ ausgezeichnete Netzwerk wird getragen von Unternehmen und Institutionen aus der Metropolregion Hamburg, die sich im Logistik-Initiative Hamburg e.V. zusammengeschlossen haben sowie der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit mehr als 500 Mitgliedsunternehmen und -institutionen in Industrie, Handel, Dienstleistung sowie Forschung & Entwicklung ist die Logistik-Initiative Hamburg das größte europäische Standort-Netzwerk ihrer Branche. (sg)

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Manfred Selinger
Manfred Selinger
12. Juli 2020 14:00

Die Logistik braucht in erster Linie mal eine der Leistung entsprechende Bezahlung. Als letztes Glied in der Supply Chain müssen Logistiker – und ich spreche hier über Speditionen und Expressdienstleister – Waren von A nach B transportieren und die gesamten Nebenleistungen für ein „Trinkgeld“ erbringen. Die Verbraucher sitzen gemütlich auf der Couch und verfpolgen auf ihrer App die Ankunfstzeit für die viel zu billig angebotenen Waren.
Irgendwie verkehrte Welt, da hilft auch kein Bachelor, dieses Ungleichgewicht und damit schlecht bezahlten Jobs attraktiver zu gestalten. Die Frachtpreise müssen spürbar hoch, dann kann diese Branche sich selbst wieder interessant gestalten….

Manfred Selinger
Manfred Selinger
12. Juli 2020 14:25

Bei allem Respekt vor der TUHH…aber die Lösung ist viel einfacher.. Die Frachtpreise müssen einfach spürbar nach oben. Schauen wir uns den Handel mal etwas genauer an. Waren wurden/werden immer billiger angeboten um den Wettbewerb in Schach zu halten. Die Logistiker – als letztes Glied in der SupplyChain – bekommen dafür einen geringeren Stückpreis um für den Handel die Kosten einzusparen. Die Verbraucher sitzen gemütlich auf der Couch und verfolgen auf ihrer App (vom Logistiker finanziert) die Laufzeiten, wann das viel zu billig angebotene Ding endlich ankommt. Die Logistik-Branche lässt sich schon so lange gefallen, dass die Gewinne mit der… Weiterlesen »

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