Start-ups retten: So setzen sich Business Angels ein und hoffen auf staatliche Hilfe

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Start-ups retten: So setzen sich Business Angels ein und hoffen auf staatliche Hilfe

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Existenz von Start-ups in der Frühphase sichern: Das Business Angels Netzwerk Deutschland setzt sich für junge Start-ups ein und fordert von der Bundesregierung schnelle und unbürokratische Hilfe zu deren Rettung.
Start-ups retten

Quelle: Rawpixel.com/shutterstock

  • Ziel ist es, die massenhafte Existenzgefährdung von Start-ups zu verhindern.
  • Business Angels wollen Beitrag leisten, der Staat muss mithelfen.
  • Start-ups retten in der Frühphase mittels speziell entwickeltem Kreditprogramm.

Mit Lob und Besorgnis hat der Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND) in einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf die ersten Informationen reagiert, wie die Bundesregierung in der Corona-Krise Start-ups retten will. Danach sollen die öffentlichen und teilweise öffentlichen Wagniskapitalinvestoren wie High-Tech-Gründerfonds und Coparion verstärkt mit Mitteln versehen werden, damit sie gemeinsam mit privaten Investoren Liquiditätsengpasse von Start-ups beheben können. Der Beteiligungsanteil der privaten Investoren dürfte dabei bei mindestens 30 Prozent liegen. 

Für Start-ups in der Wachstumsphase sind Hilfen der Bundesregierung geeignet

BAND hat diese Maßnahme als richtig begrüßt. Sie sei vor allem für Start-ups geeignet, die schon in der Wachstumsphase sind und Finanzierungsrunden hinter sich haben. Dieser Weg ist daher in erster Linie für bereits mit VC-Kapital finanzierte Start-ups nutzbar. Erfreulicherweise gibt es aber auch Business Angels, die solche Runden mit stemmen können. Weniger geeignet sei die Maßnahme aber für Start-ups, die noch in der Frühphase sind und erst eine Seed-Finanzierung erhalten haben oder noch vor der Finanzierung stehen, glaubt Roland Kirchhof, Vorstand des Business Angels Netzwerk Deutschland e.V.

Start-ups retten: Frühphase braucht spezielle Konditionen

In der Frühphase sind es vor allem Business Angels, die Start-ups finanzieren. Sie stellen den größten Anteil von Start-up-Finanzierer, wie aus einer neue Studie hervorgeht. 74 Prozent der Start-ups sind durch Business Angels finanziert werden, rund zwölf Prozent durch VC und acht Prozent durch Corporates (siehe IIT/StartupDetector Report 2019). Aus diesen Zahlen folgt, dass für die meisten der durch die Krise gefährdeten Start-ups ein Instrumentarium gefunden werden muss, welches die privaten Investitionen durch Business Angels ins Blickfeld rückt.

Für die frühe Phase müssten die Konditionen andere sein, sagt Kirchhof. Hier sei das Risiko besonders hoch, sodass der Staat stärker helfen muss, wenn nicht eine ganze Generation von Start-ups gefährdet sein solle. Bundesländer haben inzwischen das Problem erkannt. So hat NRW insbesondere das Angel-Co-Investment Programm NRW SeedCap von 100.000 Euro auf 200.000 Euro erhöht, gibt Wandeldarlehen an Start-ups bis zum Alter von drei Jahren in Höhe von 200.000 Euro und bietet für spätere Phasen eine Beteiligungsfinanzierung bis sechs Millionen Euro an. Entscheidend werde hier sein, so Kirchhof, wie sehr die Prüfvorgänge beschleunigt werden können.

Zwei konkrete Vorschläge für junge Start-ups

Gegenüber der Bundesregierung hat BAND hervorgehoben, dass Business Angels bereit sind, ihren Beitrag für eine Stabilisierung von Start-ups in der Krise zu leisten und zwei Vorschläge unterbreitet, bei denen es vor allem auch um eine schnelle Hilfe geht.

Die bei der BAFA im Rahmen des „INVEST-Programms“ oder beim European Angels Fonds (EAF) registrierten Business Angels sollten legitimiert werden, von der Bundesregierung zur Verfügung gestellte Mittel als Treuhänder, ergänzt um einen 10 -oder 20-prozentigen Eigenanteil, als Nachrangdarlehen oder auch als Wandeldarlehen an die Start-ups auszureichen. Auch ein Co-Investment in diesem Verhältnis sei denkbar. Dies garantiere, dass nicht nur das Start-up, sondern auch der Angel in der Pflicht ist, mit den Geldern verantwortungsvoll umzugehen.

Ein solches Treuhandmodell wird unter anderem beim EAF erfolgreich praktiziert. Wichtig sei, möglichst schnell starten zu können. Für viele Start-ups bestehe kaum mehr als noch 14 Tage Zeit. Daher sollte ein Online Verfahren wie bei der „Soforthilfe“ ins Auge gefasst werden. In einer zweiten Welle sollten auch Start-ups, die nicht BAFA oder EAF notiert sind, diesen Weg nutzen können. Dies werde vermutlich nur leicht zeitlich versetzt möglich sein, weil das dafür notwendige Verfahren (Registrierungsprozess) erst implementiert werden muss.

Start-ups retten: Kreditprogramm für die frühe Phase

Daneben müsse es, ist BAND überzeugt, für viele Start-ups, insbesondere solche, die noch nicht Angel finanziert sind, andere Wege geben, die rein kreditbasiert sein sollten. BAND, das sich nicht nur als Verband der Angels, sondern auch als Fürsprecher der jungen Start-ups versteht, schlägt daher ein spezielles Kreditprogramm für Start-ups insbesondere in der frühen Phase vor. Diese könnten dann online zur Überbrückung von rund drei Monaten einen zinslosen oder zumindest sehr niedrig verzinsten Kredit mit zwei Jahren Laufzeit beantragen. Alternativ wäre eine längere Laufzeit bis zu zehn Jahren möglich, weil die kurzfristige Rückzahlungsverpflichtung möglicherweise Folgeinvestitionen erschwert.

Schnelle Antragsprüfung und Auszahlung, um Start-ups retten zu können

Die Antragsprüfung müsse auf sofort verfügbare Bonitätsinformationen beschränkt bleiben. Eine persönliche Haftung der Gründer oder Gesellschafter müsse ausgeschlossen sein. Wenn die Maßnahme Erfolg haben solle, müsse die Auszahlung sehr schnell erfolgen. Das Verfahren sollte sich am „Soforthilfe“-Programm der Bundesregierung ausrichten. Der Blick ins Ausland zeige, sagt Kirchhof, welche guten Wege dort gefunden wurden. So vergibt das Nicht EU-Land Schweiz Kredite bis zu 500.000 CHF mit null Prozent Zins und zu 100 Prozent freigestellt von Haftung.

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