Stationärer Handel in Innenstädten: Was sich Kunden nach dem Lockdown wünschen

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Die Bedeutung der Innenstädte als Treffpunkt und sozialer Hub wird nach dem Lockdown zunehmen. Verbraucher zeigen eine hohe Solidarität mit lokalen Einzelhändlern. Stationärer Handel muss sich aber auch auf veränderte Erwartungen an Preise, Angebote und Services einstellen, zeigt eine neue Studie von Simon-Kucher & Partners.
Stationärer Handel Soziale Distanz

Quelle: Thomas Wolter/Pixabay

  • Eine neue Studie von Simon-Kucher & Partners belegt, dass sich 90 Prozent der Konsumenten darauf freuen, bald wieder lokale Einzelhändler zu besuchen.
  • Für 88 Prozent ist es in der Corona-Pandemie wichtiger, den Einzelhandel in der Innenstadt zu unterstützen.
  • 60 Prozent wollen die Einkaufstour zu lokalen Händlern für weitere soziale Aktivitäten nutzen.

Einkaufsbummel in der Innenstadt statt Online-Shopping: 90 Prozent der befragten Konsumenten freuen sich darauf, nach der Aufhebung der Lockdown-Regelungen wieder lokale Shops besuchen zu können. 88 Prozent geben an, dass es ihnen im Vergleich mit der Zeit vor der Covid-19-Pandemie wichtiger geworden ist, den Einzelhandel in der Innenstadt unterstützen. 43 Prozent der Befragten sind sogar bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Stationärer Handel profitiert auch von sozialen Aspekten, dass Verbraucher die Innenstadt besuchen wollen. So nutzen 60 Prozent die lokale Einkaufstour, um Freunde und Familie zu treffen und 46 Prozent verbinden damit einen Café- oder Restaurantbesuch.

Stationärer Handel
Die vier wichtigsten Gründe für einen Besuch der Innenstadt. (Grafik: Simon-Kucher & Partners)

Stationärer Handel: Innenstädte werden zu sozialem Hub

„Wir sehen, dass stationärer Handel zwar ein wichtiger Magnet für eine lebendige Innenstadt nach dem Lockdown bleibt, doch die Relevanz der Innenstädte als Treffpunkt und sozialer Hub nimmt zu“, sagt Dr. Tobias Maria Günter, als Partner zuständig für globale Konsumgüter & Einzelhandel Practice bei der der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher. So sind vor allem für jüngere Zielgruppen (53 Prozent) Veranstaltungen und Events wie Stadtfeste oder Weihnachtsmärkte wichtiger geworden. Ebenso spielt für 40 Prozent der Befragten auch die Einkaufsatmosphäre beim lokalen Einzelhändler eine größere Rolle. „Events mit Gleichgesinnten, Wohlfühl-Shoppen, Einkaufserlebnis: Das sind die Faktoren, die nach dem Ende des Lockdowns die Verbraucher wieder in die Innenstädte locken. Angebote, die diese Faktoren miteinander verbinden, bringen Synergien für Stadt, Handel und Konsumenten“, erläutert Tobias Maria Günter.

Stationärer Handel
Mit dem Innenstadtbesuch wollen Konsumenten vor allem den lokalen Einzelhandel unterstützen. (Grafik: Simon-Kucher & Partners)

Veränderte Kundenerwartungen an den Einzelhandel

Die Studie zeigt, dass im Vergleich mit der Zeit vor der Covid-19-Pandemie attraktive Preise und Sonderangebote (40 Prozent) für die Verbraucher wichtiger geworden sind, ebenso wie die Warenverfügbarkeit (37 Prozent).

„Das verstärkte Online-Shopping in den vergangenen Monaten hat die Anforderungen der Kunden an den lokalen Handel verändert: Aus dem Internet sind sie Standards wie einen transparenten Preisvergleich oder die ständige Verfügbarkeit von Artikeln gewöhnt – und erwarten dies nun auch beim Einkaufen in der Innenstadt“, so Dr. Tim Frommeyer, Manager bei der globalen Konsumgüter & Einzelhandel Practice bei Simon-Kucher. „Zusätzlich sind vor allem für jüngere Konsumenten zwischen 16 und 34 Jahren kulante Rückgaberegelungen, ein Lieferservice nach Hause und Click & Collect-Angebote selbstverständlich geworden.“

Tobias Maria Günter ergänzt: „Die veränderte Erwartungshaltung der Kunden ist für lokale Einzelhändler Chance und Herausforderung zugleich. So ist zwar zum einen die Bedeutung der Einkaufsatmosphäre gestiegen, der lokale Handel kann sich hier vom Internetshopping abgrenzen und Mehrwert bieten. Gleichzeitig gibt es auch eine starke Solidaritätswelle der Verbraucher mit den stationären Handel in der Innenstadt – die aber nicht bedingungslos kommt. Händler müssen deshalb ihre Preise, Sortimente, Angebote und Services im neuen Umfeld gezielt weiterentwickeln und – vor allem mit Blick auf die jüngere Zielgruppe – hybride Lösungen anbieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Zur Methodik der Studie: Die Studie „Shopping-Verhalten in der Innenstadt nach dem Covid-19-Lockdown“ wurde von der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners im März 2021 als Online-Befragung durchgeführt. 1.007 Konsumenten in Deutschland wurden unter anderem dazu befragt, inwiefern sich die Anlässe für den Innenstadtbesuch und die Kriterien für die Auswahl der lokalen Händler durch den Lockdown verändert haben.  (sg)

Lesen Sie auch: Multichannel: Wie stationärer und digitaler Handel miteinander verschmelzen

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