Studie: B2B-Unternehmen lassen ihre Blog-Community links liegen

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PR-COM hat die B2B-Blogs der 100 führenden deutschen ITK-Unternehmen analysiert. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 24 hatten überhaupt einen Blog in deutscher Sprache, und auch davon konnten nur wenige professionellen Ansprüchen genügen. Anders als im B2C-Umfeld adressiert nur eine Minderheit der B2B-Unternehmen ihre Zielmärkte in Deutschland via Blog, so das zentrale Ergebnis der jüngsten Studie “Die Blogs deutscher Unternehmen im B2B-Umfeld” von PR-COM. Die Münchner PR-Agentur hat den Blog-Auftritt der 100 führenden deutschen ITK-Unternehmen in einem Zeitraum von vier Monaten analysiert und nach Kriterien wie Anzahl, Themen, Aktualität, Stil, Auffindbarkeit oder Übersichtlichkeit bewertet.

Nur 24 der untersuchten Unternehmen hatten überhaupt einen regelmäßigen Blog in deutscher Sprache, obwohl Deutschland für die ITK-Branche einen der größten Zielmärkte weltweit darstellt. Besonders aufgefallen sind deutschstämmige Unternehmen, die lediglich einen englischsprachigen Blog betrieben. Von diesen 24 Unternehmen mit deutschem Blog konnte nur eine Minderheit überzeugen: Einige missbrauchten ihren Blog als Recycling-Plattform und übernahmen bestehende Inhalte anderer Bereiche einfach 1:1, etwa Marketingtexte oder Presseinformationen. Die differenzierte, meinungsbasierte und auf Interaktion zielende Ansprache eines Blogs geht damit jedenfalls weitgehend verloren. Eine Reihe von Unternehmen konzentrierte sich auch darauf, überzogene Lobhudeleien statt informativer Inhalte zu publizieren.

Ein weiterer Grund für den mäßigen Auftritt war die geringe Veröffentlichungsfrequenz: Rund ein Viertel der deutschsprachigen Blogs wurde nicht regelmäßig gepflegt oder erschien nur sporadisch. Andere waren aufgrund schlechter Layouts oder fehlender Bilder nicht lesefreundlich, bei weiteren war die Navigation umständlich – man landete beispielsweise immer wieder auf einem englischsprachigen Blog-Portal. Eine der grundlegenden Voraussetzungen für einen professionellen Blog ist zudem seine einfache Auffindbarkeit. Idealerweise sollte er direkt auf der Homepage anklickbar sein, das war bei einem Viertel der Unternehmen mit deutschsprachigen Blogs nicht der Fall.

Basierend auf diesen und anderen Kriterien hat PR-COM die B2B-Blogs von Bechtle, Capgemini, Datev, Itelligence, Materna, NTT Deutschland und SAS als “gut” oder “sehr gut” bewertet – also gerade mal sieben von 100 Unternehmen. Vor allem der Blog-Auftritt von Datev und mit minimalen Abstrichen der von SAS konnten besonders überzeugen. Beide hat PR-COM in der Studie daher als Gewinner gekürt. Alle Blogs – auch die guten – leiden jedoch darunter, dass die Leser sich so gut wie nie mit Kommentaren aktiv einbringen. Der für Soziale Medien konstitutive Dialog, die Kommunikation in zwei Richtungen, findet in deutschen B2B-Blogs jedenfalls nicht statt. Anders als im B2C-Bereich haben sich in den Blogs nirgends Communities gebildet. Bei insgesamt rund 550 untersuchten Blog-Beiträgen gab es gerade einmal zwei Dutzend Kommentare.

“Die Bilanz ist mehr als enttäuschend”, erklärt PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes in München. “Die Bildung einer Community gehört eigentlich zu den zentralen Anliegen von Social Media, und genau das findet bei den B2B-Blogs der führenden deutschen ITK-Unternehmen nicht statt. Dass drei Viertel von ihnen sich nicht einmal die Mühe machen, einen deutschsprachigen Blog zu betreiben und nur sieben in die Endrunde gekommen sind, ist eigentlich ein Armutszeugnis der Kommunikationsabteilungen, die Social Media nicht in das klassische Kommunikations-Umfeld integrieren. Hier muss man sich schon mal die Frage stellen, ob Social Media im B2B-Bereich hierzulande nicht gescheitert ist.”

Das 20-seitige PR-COM-Whitepaper “Die Blogs deutscher Unternehmen im B2B-Umfeld” mit den Details der Studie kann ab sofort kostenlos heruntergeladen werden.

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