Studie: Big Data – Business Value in deutschen Unternehmen auf dem Prüfstand

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Studie: Big Data – Business Value in deutschen Unternehmen auf dem Prüfstand

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Big Data findet seinen Weg kontinuierlich in die Unternehmen. IT und Fachbereiche haben die Chancen und Grenzen von Big Data für das Speichern und Analysieren von Daten verstanden. Projekte sind zunehmend sichtbar. Herausforderungen in der Planung und Umsetzung bestehen in der Verbesserung der Datenqualität sowie Datenbereitstellung, Entwicklung des Know-hows und der Auswahl der geeigneten Lösungsansätze innerhalb vorhandener Analytics-Strukturen. Dies ist das Fazit der neuen IDC-Studie „Big Data und Datenstrategien in Deutschland 2013“.

Abgrenzung von Big Data bleibt Herausforderung

Big Data ist weder ein Produkt noch eine Kundenanforderung, sondern ein Konzept und eine Vorgehensweise. In dieser Betrachtung liegt eine der größten Schwierigkeiten für Initiativen und Projekte, denn unter den Begriff Big Data fallen unterschiedliche Lösungsansätze und Technologien im Kontext Datenbereitstellung und Datenanalyse, die von Anbietern mit einer Vielzahl von Produkten belegt werden.

Aus Sicht von IDC umfasst Big Data neuartige Ansätze und Architekturen für den Umgang mit großen Datenmengen, unterschiedlichen Datenformaten und Datenquellen, die mit herkömmlichen Methoden und Vorgehensweisen (Datenarchitektur, Datenorganisation, Datenmanagement, Datenanalyse und Datenpräsentation) nur unzulänglich bearbeitet werden können. Ziel ist es – mit speziellen Tools und Konzepten – wirtschaftlichen Nutzen aus den Daten zu ziehen.

Analytics-Evolution schreitet voran

Big Data Analytics ist als Evolution und Weiterentwicklung von Business Intelligence und Methoden der Daten-Analyse und -Bewertung in Unternehmen zu verstehen. Methoden der Daten-Analyse und -bewertung in Unternehmen können auf eine fast vierzigjährige Historie verweisen. Jedes Unternehmen nutzt Daten-Analysewerkzeuge. Die Bandbreite reicht von Excel als Frontend oder Stand-alone-Anwendung über gängige komplexe Standardwerkzeuge bis hin zu anwendungsspezifischen Individuallösungen. Prozesse zur Daten-Analyse unterliegen derzeit einer hohen Dynamik. Das betrifft sowohl Technologie als auch Anwender und Nutzungsszenarien. Zu den aktuellen Entwicklungen zählen die Visualisierung von Daten und Zusammenhängen, eine stärkere Automatisierung von Analyse-Prozessen, Ad-hoc-Nutzung unterschiedlicher Datenquellen sowie Entscheidungsunterstützung und vorausschauende Analysen (Predictive Analytics). Zudem interessieren sich immer mehr Anwender für mobile BI. Big Data fungiert hierbei als ein zentrales Element beziehungsweise als eine Klammer der aktuellen Entwicklungen. Eine große Herausforderung ist der Mangel an Fachkräften, die Datenquellen und analytische Prozesse in ihrer Komplexität überschauen und in Lösungen strukturieren können.

Daten noch nicht im Griff

Datenspeicherung, Datenmanagement, Datensicherheit und Datenbereitstellung fordern von vielen Unternehmen einen Aufwand, den einige von ihnen scheuen.

Ein Drittel der Befragten klagt über einen zu langsamen Datenzugriff und für 30 Prozent ist der Schutz der Daten nicht ausreichend. Weitere 28 Prozent bemängeln veraltete Daten und ebenso viele Unternehmen leiden unter Speicherknappheit. Die genannten Punkte spiegeln Herausforderungen wider, die in ähnlicher Form bereits in unserer Befragung im vergangenen Jahr genannt worden sind. „Das Datenmanagement ist in vielen Unternehmen eine Dauerbaustelle. Sie sollten daran arbeiten, das Fundament in Ordnung zu bringen, um über eine saubere Basis für Analysen und Entscheidungsunterstützung zu verfügen“, erläutert Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC in Frankfurt.

Speichern von Daten und deren Analyse von hoher Relevanz

Die Diskussion um Big Data wird nach wie vor aus zwei Blickwinkeln geführt, nämlich im Hinblick auf das Speichern großer Datenmengen (52 Prozent) und die analytische Betrachtung von großen Datenbeständen (47 Prozent). Die Datenspeicherung nimmt unter den befragten Unternehmen weiterhin einen großen Stellenwert ein, denn der Datenzuwachs in den Unternehmen bleibt signifikant. Knapp die Hälfte der befragten IT-Verantwortlichen beziffert das jährliche Datenwachstum in den kommenden 24 Monaten auf 15 bis 25 Prozent. Jedes siebte Unternehmen erwartet ein Wachstum von mehr als 25 Prozent. Neben der reinen Datenanalyse sind für die Unternehmen weitere Aspekte wie Realtime für schnelle Entscheidungen und Entscheidungsunterstützung im Sinne von Predictive Analytics relevant. Das liegt auf der Hand, denn die Anwender in den Fachabteilungen fordern seit Jahren eine höhere Schnelligkeit von der IT. Mit der rasanten Verbesserung von Rechenleistung, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Automatisierung können diese Ansprüche nun ein Stück weit besser umgesetzt werden, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Eine Unterstützung bei Entscheidungen und bei der Entscheidungsinterpretation ist für 29 Prozent der Befragten ein wesentliches Merkmal von Big Data. Unternehmen wollen immer häufiger statistische Verfahren einsetzen, auch bei sehr großen Datenvolumina und in veränderten Datenszenarien.

Buiness Value von Big Data

Ein wesentliches Postulat von Big Data ist der Nutzen beziehungsweise der Wertbeitrag in operativen Prozessen. Am häufigsten wird besseres Informationsmanagement (43 Prozent) von den Befragten genannt. Datenmanagement, Analysen und daraus abgeleitete Business-Szenarien lassen sich mit der richtigen Technologie und den richtigen Lösungen effizienter betreiben und nutzen, was in der Regel einen sofortigen Effekt auf das Geschäft hat. Der Wert der Information selbst wächst und damit auch der Wert des Business-Szenarios selbst. Die Verbesserung des Informationsmanagements ist eine Herausforderung von großer Reichweite und mit vielen Facetten. Vielen Unternehmen fällt es schwer, einen professionellen Stand zu erreichen und diesen zu halten. Unternehmen erleben im Alltag immer wieder, dass Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

Das Schlagwort „Geschwindigkeit“ ist eine zentrale Forderung praktisch aller Fachbereiche. Es gilt immer, dem Wettbewerber, sei es extern oder intern, eine Nasenlänge voraus zu sein. Einen wesentlichen Beitrag leistet hierzu eine schnellere Informationsgewinnung (39 Prozent). Die Beschleunigung von Prozessen ist ein zentrales Kennzeichen aller Aktivitäten des Business. Somit haben die Fachbereiche ein großes Interesse an allen Technologien, die solch eine Beschleunigung unterstützen.

Mit Big Data ist auch der Anspruch an genauere Information verbunden. 34 Prozent der Befragten sehen Potenzial für präziseres Reporting und 33 Prozent für detailliertere Informationen. Das bedeutet nichts anderes als exaktere Auswertungen und höhere Granularität. Damit lassen sich Segmente bis ins Einzelne erfassen, erschließen und bewerten.  

Fazit

Big Data bleibt für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Diese besteht  in der Auswahl der geeigneten Prozesse, der Auswahl der passenden Lösungen sowie deren Positionierung gegenüber vorhandenen Analysetools. Eine höhere Datenqualität und umsetzbares Fachwissen auch an der Schnittstelle zwischen IT und Business wird Unternehmen neue Chancen für eine bessere Datennutzung öffnen. Big Data manifestiert sich nicht so schnell in Lösungen und Projekten, wie manch einer gehofft hat. Aber das liegt in der Natur der Dinge. Wachsende Datenmengen und Datenvielfalt erfordern evolutionäre Ansätze bei Analytics und Entscheidungsunterstützung. Hier müssen Ad-hoc-Initiativen mit strategischen Ansätzen abgeglichen werden. Nur wenn Unternehmen eine stringente Vorgehensweise verfolgen, kann ein umfassender Businessnutzen aus den Daten gezogen werden. IDC ist der Ansicht, dass Big Data wie auch Cloud Computing, Mobility und Social zu den prägenden Kernthemen der Informationstechnologie in den nächsten Jahren zählt, denen sich kein Unternehmen entziehen kann.

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