Studie: Deutscher Markt für Colocation und Housing boomt

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Laut einer Studie von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little weisen Colocation- und Housing-Anbieter derzeit Rekordwachstumsraten von jährlich 17 Prozent auf.
Deutscher Markt für Colocation und Housing boomt

Colocation- und Housing-Anbieter befinden sich derzeit in einem Aufwind, wie man ihn nur von den größten Boom-Zeiten der Wirtschaftsgeschichte kennt. Der Branchenzweig darf bis 2019 mit jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich 17 Prozent rechnen, so eines der Ergebnisse der aktuellen Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015 – 2019“ von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little.

Das rasante Wachstum im Segment Colocation & Housing ist getrieben durch den stetig voranschreitenden IT-Outsourcing-Trend vieler Unternehmen. „Cloud- und Managed-Services und die damit einhergehende Auslagerung des Rechenzentrums sind ein Megatrend. Unternehmen aller Wirtschaftszweige wollen auf diese Weise gebundenes Kapital und laufende Kosten reduzieren“, erklärt Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little. „Zudem steigt der Bedarf an Daten- und Rechenkapazitäten vieler Großkunden. Ihnen kommt die Skalierbarkeit der Leistungen von Colocation-Anbietern entgegen.“

 

(Bildquelle: DCD Intelligence 2015)

 

Während der sich konsolidierende deutsche Markt sehr wettbewerbsintensiv ist, weisen führende Colocation-Anbieter eine attraktive EBITDA-Marge von bis zu 60 Prozent auf. Die hohe Marge wird dabei durch die Kapitalintensität des Geschäftsmodells gerechtfertigt.

Frankfurt auch im internationalen Vergleich einer der Top-Standorte für Colocation

Datacenter gelten als wesentliches Element der digitalen Infrastruktur der Zukunft und bilden eine Basisinfrastruktur für fast jede wirtschaftliche Aktivität. Ihre Bedeutung wird im Zuge der Industrie 4.0 und den damit einhergehenden Veränderungen noch drastisch zunehmen. Ihre enorme volkswirtschaftliche Bedeutung in Deutschland lässt sich insbesondere am Standort Frankfurt am Main sehen. Er zählt zu den internationalen Top-Standorten, was vor allem daran liegt, dass hier der Internetknoten DE-CIX beheimatet ist und dass eine direkte und damit schnelle Anbindung an diesen Internetknoten den Datacentern Vorteile bringt. Gemessen an ihrer Anzahl ist Frankfurt noch immer einer der internationalen Top-Spots und rangiert auf Platz 5 vor internationalen Metropolen wie beispielsweise New York oder Paris.

„Bereits etwa 20 Prozent der deutschen Datacenterflächen sind für Outsourcing, Colocation oder Server-Housing belegt“, sagt eco Geschäftsführer Harald A. Summa. Er prognostiziert, dass die nachgefragte Colocation-Fläche bis 2019 um rund 15 Prozent pro Jahr steigen wird und dass die Preise pro Quadratmeter leicht zulegen werden.

Deutsche Datacenterbetreiber unter Druck

Im internationalen Vergleich sind die Datacenterbetreiber in Deutschland mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Sowohl hohe Energiepreise als auch die Umwidmung von geeigneten Flächen, welche für die Expansion von Datacentern vorgesehen waren, in Wohnungsbauprojekte reduzieren die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter gegenüber der internationalen Konkurrenz, die häufig von massiven Subventionen profitiert. „Langfristig kann dieser Wettbewerbsnachteil dazu führen, dass diese Schlüsselindustrie abwandert“, resümiert Harald A. Summa. Er ruft die Politik dazu auf, gegenzusteuern. „Sie muss mehr Anreize und bessere Rahmenbedingungen schaffen, dann bleiben uns die Anbieter dieser wichtigen Basisinfrastruktur erhalten.“

Die gesamte Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015 – 2019“ können Sie kostenfrei hier abrufen.

(jm)

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