Studie: E-Commerce treibt immer schnellere Lieferungen an

Logistiker stellen sich auf immer schnellere Lieferungen ein. Same Day Delivery soll bei 78 Prozent der Logistik-Unternehmen bis 2023 kommen, 2028 sollen Lieferungen binnen zwei Stunden möglich sein. Das hat die „Future of Fulfillment Vision Study“ von Zebra Technologies ergeben.

Zebra Technologies, Anbieter Lösungen für Echtzeit-Transparenz in Unternehmen, hat die Ergebnisse seiner Future of Fulfillment Vision Study, einer neuen Studie zur logistischen Abwicklung beim Onlineshopping, vorgestellt. Die globale Studie analysiert, wie Hersteller, Transport- und Logistikunternehmen (T&L) sowie Einzelhändler sich auf die steigenden Anforderungen in der „On-Demand-Wirtschaft“ einstellen.

Als Antwort auf den Onlineshopping- und Smartphone-affinen Verbraucher von heute, der ein reibungsloses und immer schnelleres Einkaufserlebnis erwartet, planen laut Studie 78 Prozent der Logistikunternehmen, bis 2023 eine Lieferung am selben Tag anzubieten. 40 Prozent rechnen bis 2028 mit einer Auslieferung innerhalb von zwei Stunden. Darüber hinaus erwarten 87 Prozent der Befragten, bis 2028 auf sogenannte Crowdsourcing-Lieferungen oder ein Netzwerk von Fahrern zurückgreifen zu können, die bereit sind, bestimmte Zustellungen zu übernehmen.

Kernergebnisse der Studie

  • Nur 39 Prozent der Befragten aus dem Supply-Chain-Bereich gaben an, auf Omnichannel-Ebene zu agieren. Die Umfrage ergab, dass die Reduzierung von Lieferrückständen für ein Drittel der Befragten die größte Herausforderung auf dem Weg zum Omnichannel-Fulfillment darstellt, gefolgt von der Bestandszuweisung und den Frachtkosten.
  • 76 Prozent der befragten Einzelhändler verwenden Produkte aus dem Filialbestand, um Online-Bestellungen zu bearbeiten, und 86 Prozent der Befragten planen, im nächsten Jahr Click & Collect-Angebote zu implementieren. Einzelhändler investieren zunehmend in die Umrüstung von Filialen, um sie auch als Online-Fulfillment-Center zu nutzen, und verringern die Verkaufsfläche, um Platz für Abhol- und Retoure-Stationen für Online-Bestellungen zu schaffen.
  • Weltweit stimmten 87 Prozent der Befragten zu, dass die Annahme und Verwaltung von Produktrückgaben eine Herausforderung darstelle. Die Zunahme von kostenlosen und schnellen Lieferungen geht mit einem Anstieg der Produktretouren einher. Für Einzelhändler, die häufig Schwierigkeiten haben, Retouren effizient über viele verschiedene Einkaufsmodelle hinweg zu managen, stellt dies eine kostspielige Angelegenheit dar. Sieben von zehn befragten Führungskräften glauben, dass Einzelhändler Filialen zunehmend in Fulfillment-Center verwandeln werden, um Produktrückgaben effizienter zu handhaben. Mehr als 60 Prozent der Einzelhändler, die derzeit keinen kostenlosen Versand, keine kostenlosen Retouren und keine Lieferung am selben Tag anbieten, planen dies in nächster Zeit einzuführen, während 44 Prozent vorhaben, das Retourenmanagement an Dienstleister auszulagern.
  • Obwohl 72 Prozent der Unternehmen heute Barcodes nutzen, verwenden 55 Prozent der Unternehmen weiterhin ineffiziente, manuelle, papierbasierte Prozesse, um Omnichannel-Logistik zu ermöglichen. Bis 2021 werden 94 Prozent der befragten Unternehmen Handheld-Mobilcomputer mit Barcode-Scannern für die Omnichannel-Logistik nutzen. Die Umstellung von manuellen Papierprozessen auf Handhelds oder Tablets wird die Omnichannel-Logistik entscheidend verbessern, da Unternehmen so Echtzeitzugriff auf ihre Warehouse-Management-Systeme erhalten.
  • Die Verbreitung von Bestandsverwaltungspllattformen auf Basis von RFID-Technologie wird in den nächsten Jahren um 49 Prozent zunehmen. RFID-fähige Software-, Hardware- und Kennzeichnungslösungen bieten minutengenaue Bestandsabfragen auf Artikelebene, erhöhen die Bestandsgenauigkeit und die Kundenzufriedenheit und reduzieren gleichzeitig Bestandslücken, Überbestände und Nachschubfehler.
  • Zukunftsorientierte Entscheider gehen davon aus, dass Supply-Chain-Prozesse künftig zunehmend von vernetzten, intelligenten und automatisierten Lösungen bestimmt werden, die in Logistik- und Arbeitsprozessen für mehr Geschwindigkeit, Präzision und Wirtschaftlichkeit sorgen werden. Die befragten Führungskräfte erwarten, dass Drohnen (39 Prozent), fahrerlose/autonome Fahrzeuge (38 Prozent), tragbare und mobile Technologie (37 Prozent) sowie Robotik (37 Prozent) dabei zu den disruptivsten Technologien zählen werden.

Regionale Ergebnisse

  • Bestandsgenauigkeit gewinnt in Nordamerika weiter an Bedeutung. Hersteller, Logistikunternehmen und Händler bezifferten die derzeitige Bestandsgenauigkeit mit 74 Prozent und gaben an, dass sie zur Bewältigung der zunehmenden Omnichannel-Logistik bei 83 Prozent liegen müsste.
  • Einzelhändler in Europa und dem Nahen Osten bearbeiten Online-Bestellungen direkt von ihren Filialen aus. Einzelhändler und Betriebsleiter gehen davon aus, dass ein Netzwerk von Filialen Online-Bestellungen schneller und effizienter bearbeiten kann als eine Handvoll zentralisierter Lagerhäuser. Mehr als 80 Prozent nutzen den Lagerbestand, um Bestellungen auszuführen und 29 Prozent erwarten, dass diese Vorgehensweise in den nächsten fünf Jahren um mehr als 10 Prozent zunehmen wird.
  • 95 Prozent der Befragten im asiatisch-pazifischen Raum betrachten E-Commerce als Treiber für schnellere Lieferung. Die Region erwartet die Einführung von „Same-Day-Delivery“ früher als die anderen Regionen und 42 Prozent der Befragten stuften Drohnen als eine der wichtigsten disruptiven Technologien ein.
  • Versand- und Retourenkosten werden in Lateinamerika überdacht. Rund 40 Prozent der Befragten beabsichtigen, den kostenlosen Versand einzustellen, während 55 Prozent planen, die kostenlose Rücksendung zu beenden. 61 Prozent erwarten darüber hinaus das Ende der separaten Rücksendezentren, die von Drittanbietern betrieben werden.

Über die Studie: Für die „Future of Fulfillment Vision Study“ von Zebra Technologies wurden mehr als 2.700 Fachkräfte aus den Bereichen Transport und Logistik, Handel und Fertigung zu ihren Plänen, Erfahrungen, Einstellungen und zum Implementierungsgrad bei der Omnichannel-Logistik befragt. Die Umfragen wurden 2017 in Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner Qualtrics in den USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Chile, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Russland, Spanien, China, Indien, Australien und Neuseeland durchgeführt.

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