Studie: Mittelständler suchen nach passenden Target-Unternehmen

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handschlag

Laut Deloitte-Studie „Mergers & Acquisitions im Mittelstand“ bewertet eine deutliche Mehrheit der befragten Mittelständler das Thema M&A als besonders aktuell und geht von einem weiteren Anstieg aus. Die Unternehmen sehen M&A als Chance für externes Unternehmenswachstum, behalten aber auch die Risiken, wie Sicherheitsabstand im finanziellen Bereich und begrenzte finanzielle Mittel, im Blick.


Große praktische Erfahrungen weisen in mittelständischen Unternehmen besonders Mitglieder von Leitungs- und Aufsichtsgremien auf – im Vergleich zu Großunternehmen allerdings mit Nachholbedarf. Mittelständler binden M&A-Aktivitäten als Instrument der Unternehmensentwicklung in ihre Strategie ein. Besonders Wachstums- und Wettbewerbsstrategien spielen hier eine Rolle. Umsatz- und Komplementärziele stehen im Vordergrund, Kostenargumente hingegen weniger. Bei der Finanzierung setzt die Mehrheit auf Eigenkapital, bevorzugt aus dem eigenen Cashflow.


„M&A wird bei mittelständischen Unternehmen immer alltäglicher, es findet eine Professionalisierung statt. Auch zukünftig werden sich die Mittelständler mit der wachsenden Komplexität, Dynamik und Globalisierung in der Unternehmensumwelt auseinandersetzen müssen“, kommentiert Jürgen Reker, Partner und Leiter Mittelstand bei Deloitte.


M&A-Marktumfeld im Mittelstand


Eine deutliche Mehrheit der Befragten bewertet die Aktualität von M&A-Transaktionen als hoch bzw. sehr hoch, denn deren Bedeutung steigt. Sie werden in der Zukunft notwendig, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Der Mittelstand zieht Akquisitionen Zusammenschlüssen klar vor: So kann die andere Partei durch den Käufer leichter gesteuert und einfacher in bestehende Strukturen integriert werden.


29 Prozent der Befragten sehen das Marktumfeld als wichtigen externen Einflussfaktor von M&A, daneben den Kapitalmarkt und den Wettbewerb. Als weniger signifikant schätzen die Manager Konjunktur, politische und technologische Entwicklungen sowie die Globalisierung ein. Zu den internen Einflussfaktoren zählen strukturelle und strategische Veränderungen sowie die Nachfolgethematik.


Das A & O


Neben theoretischem Wissen ist die praktische Erfahrung maßgeblich bei M&A-Prozessen. M&A-Transaktionen sind für den Mittelstand eine Situation außerhalb des Alltagsgeschäfts. Besonders erfahren sind Mitglieder von Leitungs- und Aufsichtsgremien, die aber im Vergleich zu Großunternehmen noch Nachholbedarf zeigen. Insgesamt behandeln Mittelständler M&A risikoaverser als Großunternehmen. 87 Prozent gaben an, bereits eine Transaktion abgebrochen zu haben, teilweise sehr spät im Verhandlungsprozess.


Ziele sind Umsatz und Ressourcen wie Produkt-Komplementarität, Kundenzugang, Technologie und Mitarbeiter. Finanzwirtschaftliche Ziele beinhalten vor allem Rendite oder Steuervorteile, welche allerdings nicht im Mittelpunkt stehen.


Branche und internationales Umfeld


Die Branche ist für 97 Prozent der Mittelständler entscheidendes Auswahlkriterium beim Zielunternehmen, gefolgt vom Geschäftsfeld (84 Prozent) und der Region (77 Prozent). Ebenfalls relevant sind die Finanzkennzahlen sowie die Unternehmensgröße. Die Hälfte der Befragten sucht potenzielle Kandidaten im internationalen Raum, nur wenige präferieren ein Zielunternehmen im regionalen Umfeld.


Trend zur finanziellen Unabhängigkeit


Bei der Finanzierung zeigt sich: Die überwiegende Anzahl der Mittelständler (60 Prozent) nutzt Eigenkapital – nur 40 Prozent Fremdkapital. Mit Eigenkapital können M&A-Prozesse schneller vollzogen werden, ohne die finanzielle Unabhängigkeit aufzugeben. Bevorzugt nutzen die Unternehmen ihren Cashflow zur Finanzierung einer Transaktion. Alternative Finanzierungsinstrumente wie Schuldscheine oder Anleihen benutzen sie nur vereinzelt. 


„Auffällig ist, dass die Vorbereitungs- und Integrationsphase in der Praxis häufig unterschätzt wird. Eine wichtige Bedeutung kommt auch der Post-Merger-Integration zu. Denn auch nach Abschluss der Transaktion bleibt der M&A-Prozess spannend und riskant zugleich. Häufig ist das Misserfolgsrisiko der Unternehmensintegration deutlich höher als die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss“, merkt Reker an.


 

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