Studie: Situation und Perspektive des europäischen Einzelhandels

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GfK GeoMarketing hat eine Studie zur Situation des Einzelhandels in Europa in 2013 veröffentlicht. Die Daten wurden im Auftrag des ESCT, dem European Shopping Centre Trust, zusammengestellt und ausgewertet. Die als Einzelhandelskompendium Europa in englischer Sprache veröffentlichte Studie bietet einen europaweiten Überblick über handelsrelevante Kennziffern. Für alle europäischen Länder inklusive Russland und der Türkei wurden folgende GfK Kennziffern ausgewertet: GfK Kaufkraft, Einzelhandelsumsatz, Anteile der Einzelhandelsausgaben an den Gesamtausgaben der Bevölkerung, eine Umsatzprognose für 2013, Inflationsraten, sowie die Verkaufsflächenausstattung und -leistungen der europäischen Länder.

Insbesondere Deutschland sowie die skandinavischen und baltischen Staaten entwickeln sich positiv. Aufgrund der außerordentlich dynamischen Entwicklung in Russland konnte der russische Einzelhandel erstmals den höchsten Ladeneinzelhandelsumsatz in Europa erwirtschaften. Hingegen ist ein nachhaltiger positiver Richtungswechsel für die südeuropäischen Länder noch nicht absehbar.

Sebastian Müller und Manuel Jahn, GfK-Einzelhandelsexperten und Autoren der Studie, kommentieren: „Die Entwicklung des Einzelhandels in Europa war auch im vergangenen Jahr wieder enorm spannend und vielschichtig: Die Entwicklungsunterschiede zwischen den einzelnen europäischen Ländern und Regionen zeigten sich im letzten Jahr in noch stärkerem Ausmaß als in den Jahren zuvor. Besonders in jenen Ländern, die weiterhin von harten Sparmaßnahmen betroffen sind, ist das Konsumklima angesichts der niedrigen Erwartungen der Konsumenten in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und für die persönliche Lohnentwicklung zurückgegangen, was zu rückläufigen Einzelhandelsumsätzen führte. Hier ist zu beobachten, dass die Schere in Europa tatsächlich weiter auseinander geht.“

Ergebnisse der Studie sind unter anderem Folgende

Bei der Betrachtung der Kaufkraft zeigt sich, dass trotz der aktuellen Schuldenkrise sowie der bestehenden Verunsicherung bezüglich der volkswirtschaftlichen Entwicklungen in den EU-27 Ländern das verfügbare Einkommen der Haushalte in Europa 2011 weiter gestiegen ist. So standen den europäischen Verbrauchern in den betrachteten Ländern im Jahr 2012 ca. 9,2 Billionen Euro für Konsumausgaben zur Verfügung. Die Kaufkraftentwicklung der einzelnen Länder stellt sich entsprechend der volkswirtschaftlichen Entwicklungen sehr unterschiedlich dar. Die höchsten Steigerungsraten waren für Russland, Norwegen, Großbritannien, die skandinavischen und die baltischen Staaten zu verzeichnen. Während die Russen und Balten tatsächlich auf eine durchgreifende Erholung ihrer Wirtschaft zurückblicken, verbergen sich hinter den positiven Zahlen der Briten zum Teil Wechselkurseffekte sowie die tiefe Disparität zwischen London und dem Rest des Landes.

Die Einzelhändler in den betrachteten 32 Ländern generierten im Jahr 2012 einen Ladeneinzelhandelsumsatz von rd. 3,09 Billionen Euro, ein Anstieg um etwa +3,7 Prozent im Vergleich zu 2011. Der positive Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort, durch die schwache Verfassung des Einzelhandels in einigen Krisenstaaten (u.a. Griechenland (-11,8 Prozent), Portugal (-5,6 Prozent), Spanien (-4,4 Prozent), Slowenien (-2,4 Prozent) und Italien (-1,8 Prozent)) allerdings insgesamt mit gedämpfter Entwicklungsdynamik. Aufgrund des starken Umsatzzuwachses sowie der Größe der Volkswirtschaft kann sich Russland beim absoluten Umsatzvolumen an die Spitze aller betrachteten Staaten setzen. Die Top 2 in der EU, Frankreich und Deutschland, konnten im vergangenen Jahr trotz stramm wachsender Online-Umsätze immerhin noch moderate Ladenumsatzzuwächse generieren (Frankreich: +1,7 Prozent, Deutschland: +1,0 Prozent).

Für das Jahr 2013 prognostiziert GfK GeoMarketing steigende Ladeneinzelhandelsumsätze in den betrachteten 32 Ländern (gemessen in €) um nominal rd. +1,9 Prozent. Per Saldo stehen dabei vereinfacht gesagt positive Umsatzentwicklungen in Nordosteuropa einer negativen Einwicklung in vielen südeuropäischen Ländern gegenüber. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Restriktionen wird länderübergreifend der Ladeneinzelhandel zunehmend durch den sich dynamisch entwickelnden Distanzhandel unter Druck gesetzt. Der Ladeneinzelhandel muss Multi-Channel-Strategien entwickeln, um vom Wachstum zu profitieren. Vorreiter sind hier UK, Deutschland, Frankreich und die skandinavischen Staaten.

Der Anteil der Einzelhandelsausgaben an den privaten Konsumausgaben ist in 2012 in den Ländern der EU-27 leicht gesunken; die Quote liegt nunmehr bei 31,2 Prozent (Vorjahr: rd. 31,3 Prozent). Für alle betrachteten Staaten in Europa liegt die Quote mit 33,6 Prozent etwas höher. Die Gründe für den weiter sinkenden Anteil der Einzelhandelsausgaben im Ladeneinzelhandel sind die nach vor steigenden Kosten für Energie und Wohnen, aber auch wachsende Ausgaben für Freizeitaktivitäten, Mobilität und im Distanzhandel. Darüber hinaus dämpfen in einigen Ländern wirtschaftliche Unsicherheiten die Konsumbereitschaft.

In 2012 wiesen fast alle europäischen Staaten unauffällige Inflationsraten zwischen 1,0 Prozent und 4,3 Prozent auf. Deutlich darüber rangierten die Türkei (8,0 Prozent), Russland (6,0 Prozent) und Ungarn (5,6 Prozent). Der Ladeneinzelhandel in den EU 27-Ländern erzielte im Jahr 2012 nominal einen Umsatzzuwachs von rd. 1,4 Prozent. Bereinigt man diesen um die durchschnittliche Inflation von 2,7 Prozent, zeigt sich, dass der Einzelhandelsumsatz real rückläufig ist, ein Trend, der sich auch im Jahr 2013 fortsetzen dürfte.

Die Verkaufsfläche pro Kopf ist in den betrachteten 32 Ländern im Zeitraum 2012 gegenüber 2011 insgesamt um rd. 2,8 Prozent gestiegen. Die Steigerungsrate der Verkaufsfläche liegt in 2012 damit – wie auch schon im Vorjahr – unterhalb des Umsatzwachstums. Außerhalb der EU-27 weisen die Türkei und Russland die größten Steigerungsraten von rd. 7 Prozent bzw. 8 Prozent auf, wobei hier auch noch gewisse Nachholeffekte zu sehen sind. Diese Länder weisen derzeit aber auch noch mit die geringsten Ausstattungsgrade auf. Während in Griechenland und Portugal die aktiv betriebene Verkaufsfläche stark rückläufig war, weisen die skandinavischen und baltischen Staaten überdurchschnittliche Verkaufsflächenzuwächse auf.

Zur Studie 

Die Berechnungen von GfK GeoMarketing zu Umsätzen und Kaufkraft erfolgten alle in Euro ausgehend vom durchschnittlichen Wechselkurs der Landeswährung im Jahr 2012 (laut EZB). Der Redaktionsschluss für die Informations- und Datenaufbereitung war Ende Februar 2013. Die Studie wurde im Auftrag des ESCT (European Shopping Centre Trust) durchgeführt. Die Studie ist als 12-seitiges, englischsprachiges Kompendium auf Anfrage bei GfK GeoMarketing erhältlich.

 

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