Studie zu Smart Grids zeigt: Es gibt viel zu tun

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Der aktuelle Deloitte-Report „Smart Grid – Markt und Regulierung“ analysiert Daten und Fakten und gibt Handlungsempfehlungen: Intelligente Stromnetze (Smart Grids) stellen die Balance zwischen Stromerzeugung und -verbrauch her. Allerdings kann Deutschland bei der Einführung dieser im internationalen Vergleich (EU/USA) bisher nur mäßigen Erfolg vorweisen – es besteht hier noch erheblicher Handlungsbedarf. Ein maßgebliches Hindernis beim Aufbau smarter Netze ist das verbraucherseitige Lastmanagement, da bei Erneuerbaren Energien (EE) Angebot und Nachfrage nicht mehr wie gewohnt angepasst werden können. Problematisch ist zudem die Kapazitätsauslastung von Niederspannungsnetzen und auch die Frage der Datensicherheit spielt zunehmend eine wichtige Rolle.


„Die Energiewende bedingt einen hohen Veränderungsbedarf bei der Stromversorgungs-Infrastruktur. Dabei geht es vor allem um das Management der Lastflüsse, aber auch um Dezentralisierung, Investitionsanreize und das regulative Rahmenwerk“, erklärt Hans Günter Wolf, Partner und Leiter Energy & Resources bei Deloitte.


Hürde Netzstabilität


Der Anteil regenerativer Energien an der Strombilanz 2010 ist gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent gewachsen und betrug 17 Prozent. Der Nachteil aus Wind- und Wasserkraft: Die Netzstabilität, also die gesicherte Abweichung von nicht mehr als 0,5 Hertz, kann nicht mehr gewährleistet werden. Smart Grids müssen daher die Kapazitäten koordinieren und die Strommenge entsprechend verteilen – mittels Informationstechnologie, die auch die bidirektionale Datenübermittlung erlaubt. Eine Schlüsselrolle spielen sogenannte Smart Meters, intelligente Strommessgeräte an den Verbindungspunkten zwischen Netz und Verbraucher.


Internationaler Vergleich: USA vorne, Deutschland im Mittelfeld


Im internationalen Vergleich haben die USA eine Vorreiterrolle – hier war der Innovationsdruck wegen der völlig veralteten Infrastruktur besonders hoch. Aufgrund regulatorischer wie auch organisatorischer Fortschritte ist ein umfassender Smart-Grid-Rollout näher gerückt. In Deutschland hingegen existiert noch kein entsprechender Plan, wenn auch einige rechtliche Voraussetzungen bereits in Kraft sind. Italien ist ein gutes Stück weiter – die Installation von Smart Meters in den Haushalten ist dort obligatorisch. Auch Schweden hat bereits einen Smart-Meter-Rollout realisiert. In Europa hat sich die Vergütung eingespeisten EE-Stroms durchgesetzt, nur fünf Nationen setzen auf die Quote.


Anreizregulierung mit temporärer Preisbindung


In Deutschland ist die Wende zu regenerativen Energien mit mehreren Faktoren verbunden: Dazu zählen der Trend zur Versorger-Dezentralisierung sowie Kooperation von Energie- und Telekommunikationsanbietern. Maßgebliche Treiber neben dem EEG sind die Anreizregulierung, um eine temporäre Entkopplung von Kosten und Erlös zu ermöglichen, sowie – künftig – ein ergänzendes Qualitätsanreizsystem. Zu den Zielen gehören zudem der Aufbau eines europäischen Verbundstromnetzes sowie die Angleichung der regulatorischen Rahmenbedingungen. Der Gesamtinvestitionsbedarf in den nächsten Jahren wird auf etwa 200 Mrd. Euro geschätzt.


Schlüsselaspekt Lastenmanagement


Die größten Herausforderungen sind jedoch ein verbraucherorientiertes Lastenmanagement zur Optimierung der Nachfragekurve sowie eine akzeptable Renditeperspektive für Investoren. Überdies müssen die Bürger vom Bau neuer Stromtrassen überzeugt werden. Nicht zuletzt spielt die Datensicherheit eine zentrale Rolle – laut einer forsa-Umfrage fürchten die Befragten wegen mangelnden Datenschutzes Widerstand in der Bevölkerung.


Erfolgsfaktoren


Netzaus- und -umbau müssen deutlich beschleunigt – einschließlich entsprechender Richtlinien und Standards – sowie Investitionshemmnisse abgebaut und das Angebot neuer Strompreismodelle erweitert werden. Auch gilt es, gezielt Technologien im Softwarebereich zu fördern, bestehende Verteilnetze zu optimieren und ein Monitoring zu implementieren, sowohl bei der Stromeinspeisung als auch bei der IT. Es geht darum, nach einem flächendeckenden Rollout von Smart Meters die Advanced Metering Infrasturcture (AMI) zur Zählerfernauslese einzusetzen.


 

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