Studie zur Zukunft der Informationsgesellschaft veröffentlicht

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft haben die internationale Studie „Zukunft und Zukunftsfähigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien” vorgestellt.Rund 550 IKT-Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurden zu wesentlichen Entwicklungen ihrer Branchen für die kommenden zwanzig Jahre befragt. Die Kernbotschaften der Delphistudie sind:

-Die zunehmende Digitalisierung geht mit einer weiteren Durchdringung aller Lebensbereiche mit Informations- und Kommunikationstechnologien einher und verändert unsere Informationsgesellschaft umfassend und nachhaltig.

-Akzeptanz und Vertrauen der Menschen im Umgang mit IKT sind die Grundlage der Entwicklung einer modernen und offenen Informationsgesellschaft.

-Leistungsfähige Kommunikationsnetze sind Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Informationsgesellschaft.

-Die mobile Nutzung des Internets verändert die Informationsgesellschaft und schafft neue, eigenständige Anwendungsfelder.

-Die dynamische Entwicklung der IKT-Basistechnologien hat umfassende Auswirkungen auf viele Schlüsselindustrien der deutschen Wirtschaft und auf die Mediennutzung.

Die Herausgeber der Studie – Münchner Kreis, EICT, Deutsche Telekom und TNS Infratest – wollen mit den Ergebnissen eine breite gesellschaftliche Diskussion über die Bedeutung und zukünftige Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien anregen. Aus den Befragungsergebnissen leiten die Herausgeber zentrale Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft ab. Unterstützt wurde die Studie durch Siemens, Vodafone, Focus, VDE, SAP, Alcatel-Lucent Stiftung und IBM sowie im Rahmen des IT-Gipfel-Prozesses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Spätestens in zehn Jahren werden über 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland, Europa und den USA das Internet regelmäß;ig nutzen. Der Überwindung der Digitalen Spaltung gilt in Deutschland besondere Aufmerksamkeit: Die Bundesbürger verfügten im internationalen Vergleich noch nicht über genügende Kompetenzen im Umgang mit den neuen Technologien und Medien. “Politik und Wirtschaft sollten die Fertigkeiten der Bürger im Umgang mit dem Internet und mit digitalen Daten gezielt fördern.

Dies wird sowohl die Akzeptanz der IKT insgesamt erhöhen als auch das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den neuen Technologien schärfen”, sagte Robert A. Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest. Medienkompetenz wird nach Ansicht der befragten Experten auch im Arbeitsumfeld der Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnen. “Die Kluft zwischen Gesellschaftsgruppen, die am digitalen Leben teilhaben und denen, die hiervon nicht profitieren, gilt es zu überwinden. Und zwar in mehrfacher Hinsicht: zwischen Stadt und Land, Alt und Jung sowie zwischen Menschen geringeren und höheren Bildungsstands”, sagte Prof. Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des Münchner Kreises.

Ab dem Jahr 2015 werden in Deutschland mehr Menschen das Internet regelmäß;ig über mobile Endgeräte als über stationäre Computer nutzen. Zukunftsweisende Applikationen sind vor allem Navigations-, Ortungs- und Lokalisierungssysteme, Communities, Assistenten sowie die visuelle Darstellung von umfeldbezogenen Informationen (Augmented Reality). Die Weiterentwicklung flächendeckender, mobiler Breitbandtechnologie werde eine stimulierende Wirkung auf alle Bereiche der Wirtschaft haben. “Die Nutzung des Internet über unterschiedliche Endgeräte und Netze hinweg wird für Menschen und in Unternehmen völlig neuartige Möglichkeiten schaffen, immer und überall auf Informationen, Inhalte und Anwendungen zuzugreifen”, betonte Christopher Schläffer, Chief Product & Innovation Officer, Deutsche Telekom AG.

Die Delphistudie zeigt, dass IKT in den kommenden Jahren vor allem in den zentralen deutschen Branchen Automobil, Automatisierung und Maschinenbau, Energie, Medien und im Gesundheitssektor als Wachstumsbeschleuniger und Innovationstreiber wirken wird. Die Wirtschafts- und Technologiepolitik der kommenden Jahre müsse den Technologietransfer und die Technologieentwicklung in und zwischen den Wirtschaftssektoren gezielt stimulieren, so die Verfasser. Damit könnten neue, international wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle entstehen, Nachhaltigkeit wirksam unterstützt und der CO2-Ausstoß; reduziert werden.

“Durch die frühe Förderung und Umsetzung von Open Innovation kann die deutsche Forschung und Entwicklung ihre Wettbewerbsposition weltweit weiter ausbauen, stellte Prof. Hartmut Raffler, Vice President, Siemens Corporate Technology, fest. Auch auf den Automobil- und Transportsektor werden laut Expertenbefragung IKT-Innovationen starken Einfluss nehmen. Erwartet wird ein hohes Potenzial neuer Systeme für die Fahrzeugkommunikation, für die Verminderung der Unfallzahlen und für die Stauvermeidung. Ab 2015, so die Studie, wird das Internet auf Deutschlands Straß;en der zentrale Kommunikationszugang für fahrtrelevante Informationen, wie Routenplanung, Verkehrsinformationen und Gefahrenwarnung sein. Der in Deutschland und Europa bereits eingeschlagene Technologie-pfad wurde von den Experten bestätigt. Die Einführung kommerzieller Dienste ermöglicht es, die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur teilweise zu refinanzieren, so Prof. Jörg Eberspächer, TU München und Vorstand des Münchner Kreises.

Spätestens 2024 wird das Internet das Unterhaltungsmedium Nummer 1 in Deutschland sein. Dennoch wird die demokratische Meinungsbildung weiterhin durch die öffentlich-rechtliche Rundfunkversorgung sichergestellt werden. Ab dem Jahr 2020 sei es für die Mediennutzer in Deutschland normal, ein und denselben Medieninhalt über verschiedene Träger zu nutzen – so werden zum Beispiel Zeitungsartikel auf dem mobilen Endgerät, Fernsehsendungen auf dem PC oder Internetinhalte auf dem Fernseher genutzt. Zeitungen und Zeitschriften würden nach Expertenansicht durch neue Medien ergänzt und in ihrer Nutzung konvergent erweitert. Danach wird es auch in den kommenden Jahrzehnten Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland ganz klassisch auf Papier geben und nicht nur digital im Internet. Für über die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland, Europa und den USA gehört es nach Expertenauffassung im Jahr 2015 zur Normalität, für den Abruf professionell erstellter Medieninhalte aus dem Internet, wie etwa Filme, elektronische Zeitungen und Zeitschriften oder Musik, zu bezahlen.

Die vollständige Studie steht zum kostenfreien Download bereit unter: www.zukunft-ikt.de und www.muenchner-kreis.de und www.eict.de und www.telekom.com/zukunftsstudie und www.tns-infratest.com/zukunftsstudie und www.siemens.de/muenchner-kreis-zukunftsstudie2009 oder www.bmwi.de .

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Werbung
Nichts mehr verpassen!

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.