Übersetzungen im E-Commerce – das ist zu beachten

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Übersetzungen im E-Commerce – das ist zu beachten

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Wenn ein Onlineshop seine Geschäftstätigkeit auf ausländische Märkte ausweiten möchte, müssen zunächst die Webseiten in andere Sprachen übersetzt werden. Hierbei sind einige Besonderheiten zu beachten.
Übersetzungen

Mit dem örtlichen Ladengeschäft war es relativ einfach. Je nach Örtlichkeit kam es nie oder höchst selten vor, dass Waren wirklich in anderen Sprachen beschrieben oder beworben werden mussten. Erreicht jedoch ein Onlineshop ein gewisses Erfolgslevel, kann die Bekanntheit rasch die Landesgrenzen überschreiten. Mit einem Mal ruft das internationale Geschäft, doch dies gelingt nicht unbedingt auf Deutsch. Aber was ist bei Übersetzungen zu beachten?

Vorher genau planen

Der Reiz des internationalen Geschäfts ist groß. Shopbetreiber müssen trotzdem überlegen, welcher Aufwand sich gerade bezüglich der Übersetzungen lohnt. Zuerst stellt sich die Frage, welche Märkte nun gezielt angestrebt werden sollen. Das ergibt sich nicht selten aus den bereits erfolgten Bestellungen, aber auch aus der Produktpalette an sich. Vertreibt ein Shop beispielsweise typisch deutschen Gartenbedarf, so ist die Wahrscheinlichkeit, in Griechenland oder in der Türkei groß durchzustarten, eher gering. Grundsätzlich gilt im ersten Schritt:

  • Märkte prüfen: Wie bereits angesprochen, sollten die Möglichkeiten geprüft werden. Welche Märkte sollen heute, welche in der Zukunft erobert werden?
  • Rechtslage prüfen: Es hat einen Grund, weshalb manche Shops einige Länder bezüglich der Belieferung ausschließen. Unternehmer müssen unbedingt die Rechtslage bezüglich der eigenen Produkte und auch bezüglich der Zollregelungen prüfen, bevor sie in das Land expandieren. Dies kann natürlich auch ein speziell geschulter Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit einem Fachanwalt übernehmen. Eine fortlaufende Weiterbildung ist ratsam, denn die Rechtslage kann sich gerade bezüglich des Zollrechts schnell ändern. Glücklicherweise lässt sich dies über Blended Learning heute relativ kostengünstig erledigen.
  • AGBs: Die gehören zwar zur Rechtslage, wichtig ist hierbei jedoch: Die AGBs und auch die Widerrufsmöglichkeiten müssen speziell angepasst werden. Gerade in diesem Punkt darf niemals ein unbedarfter Übersetzer ans Werk gehen, denn ein Fehler in den AGB kann am Ende teuer sein.
  • Service: Für Kunden in anderen Ländern müssen ebenfalls Servicemitarbeiter online zur Verfügung stehen. Den Shop für Frankreich aufzubereiten würde also bedeuten, dass wenigstens ein sehr versierter Französischsprecher im Betrieb ist.
  • Sprachen: Shopbetreiber haben die Wahl: Nutzen sie als Zweitsprache Englisch oder bieten sie auch zusätzliche Sprachen an? Englisch ist dank seiner Eigenschaft als Weltsprache beinahe eine Grundvoraussetzung für Geschäfte im Ausland, doch auch jeweilige Landessprachen wirken positiv und teils verkaufsfördernd.

Englisch als zweite Sprache im Onlineshop ist praktisch eine Grundvoraussetzung und auch schon dann sinnvoll, wenn der Shop eigentlich nur in den deutschsprachigen Ländern bekannt ist. Und trotzdem gilt hier, was auch bei allen weiteren Sprachen gilt: Die Übersetzung ist entscheidend.

Übersetzungen E-Commerce
Übersetzungen für Onlineshops helfen dabei, in andere Märkte vorzudringen – doch der Teufel steckt im Detail. (Bild: @ Leonardo Toshiro Okubo / Unsplash.com)

Richtiges Vokabular wählen

Keine Übersetzung ist besser als eine schlechte Übersetzung. Betreiber von Online-Shops müssen sich vor Augen halten, dass im E-Commerce nicht die eigene Herkunft zählt, sondern was und wie er es anbietet. So wie jeder Shopbetreiber beim eigenen Einkaufsverhalten schon einmal an der Seriosität eines Shops gezweifelt hat, wenn die Beschreibungen der Produkte klang, wie das beste Beispiel von aus dem Chinesischen übersetzten Gebrauchsanleitungen, so werden auch ausländische Kunden auf den eigenen Shop reagieren. Hierbei sollten folgende Aspekte beachtet werden:

  • Webseiten selbst übersetzen? Nein, es sei denn, der Shopbetreiber ist äußerst versiert in einer Sprache und spricht diese quasi als Muttersprache. Das bloße Erlernen einer Sprache lehrt nicht das Gefühl für einzelne Wörter und deren Nutzung.
  • Muttersprachler beauftragen: Wer einen Muttersprachler an der Hand hat, hat es schon einmal leichter. Allerdings kann nur davon abgeraten werden, einfach einen Bekannten zu nutzen. Es reicht nicht, wenn der Shop für die Türkei vom befreundeten Türken übersetzt wird. Kann ein Shopbetreiber nicht überprüfen, ob die Sprache korrekt verwendet wurde, so sollte er immer einen professionellen Übersetzer ins Boot holen.
  • Tonalität beachten: Jedes Land hat eigene Marotten, die sich auch auf die Sprache beziehen. Es ist sinnvoll, sich schon im Vorfeld umzuschauen, wie erfolgreiche Shops in dem Land agieren. Wie weisen sie ihre Kunden auf Produkte hin, wie wird das »Jetzt kaufen« eingesetzt? Nicht in jedem Land akzeptieren Kunden ein sehr offensives Verkaufsgebaren oder offensive Hinweise. Dafür braucht es nicht einmal eine andere Sprache, oft genügt schon ein Blick in die Schweiz, in der Wörter völlig unterschiedlich zum aus deutscher Sicht üblichen Zweck verwendet werden.
  • Kundenbetreuung: Dies ist häufig ein Knackpunkt für Shops, an den jedoch selten gedacht wird. Doch wer beantwortet E-Mails oder Chat-Anfragen von Kunden im gewählten Zielland? Bei der Internationalisierung des Shops ist es nicht damit getan, das Angebot mehrsprachig zur Verfügung zu stellen, auch die Kunden in den jeweiligen Ländern müssen betreut werden. Und gerade bei einer Chat-Betreuung kann es leicht passieren, ein falsches Wort zu nutzen, welches vom Empfänger völlig anders aufgefasst wird, als es gedacht war.

Ist der Aufwand zu Beginn zu groß, sich gleich um die Landessprachen mehrerer Länder zu kümmern, so sollte schlichtweg die Allgemeinsprache und somit Englisch genutzt werden. Zum ersten Test hilft diese Sprache schon einmal, zumal die Verfügbarkeit von Übersetzern deutlich höher ist.

Übersetzungen teilweise automatisieren

Hierfür ist Englisch natürlich perfekt, wobei es teilweise auch schon mit anderen Sprachen funktioniert. Für Onlineshops gibt es API-Anbieter, die Übersetzungen teilweise automatisch anbieten. Dies eignet sich besonders für:

  • Produktbeschreibungen: Diese sollten diese überwiegend aus kurzen Auflistungen bestehen, ist eine automatische Übersetzung natürlich relativ einfach.
  • FAQ: Auch diese lassen sich gut automatisiert übersetzen, sofern sie relativ allgemein gehalten sind.
  • Formulare wie Kundenkonto, Kontaktformular oder Bestellformulare: Diese Seiteninhalte können perfekt automatisiert übersetzt werden, da es sich größtenteils ohnehin nur um wenige Wörter handelt. Dasselbe gilt für Kategorien im Onlineshop.

Ein wenig Vorsicht ist bei allen längeren und komplizierteren Texten geboten. Gerade Beschreibungen von Spezialgeräten oder besonderen Mechanismen mit genormten Spezifikationen könnten automatische Übersetzungen Schwachpunkte aufweisen.

Generell gilt natürlich, dass automatisierte Übersetzungen immer noch persönlich kontrolliert werden sollten und niemals für rechtliche oder rechtsbezogene Texte genutzt werden dürfen.

Übersetzungen E-Commerce
Wer sein Angebot in andere Länder erweitert, sollte stets auch die Rechtslage prüfen. (Bild: @ Bill Oxford / Unsplash.com)

Mehr als nur übersetzen

Mit dem eigenen Onlineshop den Sprung ins Ausland zu wagen, ist ein guter Plan, der aber durchdacht werden muss. Welche Märkte lohnen sich und welche Sprachen kann ich in allen Bereichen zur Verfügung stellen? Es genügt nicht, Produkte in vier Sprachen zu beschreiben, Rückfragen von Kunden müssen ebenfalls in vier Sprachen beantwortet werden können. Automatische Übersetzungs-APIs helfen zumindest, die einfacheren Bereiche des Shops zu übersetzen. Punkte wie AGB oder Haftungsausschlüsse sollten jedoch immer zuerst von fachlich versierten Anwälten für das jeweilige Land aufgesetzt und schließlich von einem zertifizierten Übersetzer übersetzt werden.

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