Unternehmensfinanzierung: Finanzlücke bei Onlinehändlern schon vor der Corona-Krise

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Eine aktuelle Umfrage von Banking Circle zur Unternehmensfinanzierung zeigt, dass sich bei vielen Onlinehändler schon vor der Corona-Krise deutliche Finanzlücken aufgetan haben.
Unternehmensfinanzierung

Quelle: allstars/Shutterstock

53 Prozent der deutschen Onlinehändler haben in den vergangenen zwei Jahren zusätzliche Finanzmittel für ihre Unternehmensfinanzierung benötigt. Hierbei sind jedoch Kreditaufnahmen aufgrund der Covid-19- Krise nicht eingerechnet. Das ist das Ergebnis einer europaweiten Umfrage, die der Finanzinfrastruktur-Anbieter Banking Circle in Auftrag gegeben hat.

Unternehmensfinanzierung: Die Lücke muss geschlossen werden

19 Prozent der Befragten in Deutschland benötigten die zusätzlichen Mittel zur Deckung der Gehaltsabrechnung und weitere 32 Prozent zur Deckung der regulären Geschäftskosten. Der Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln ist für viele Unternehmen Realität. Dennoch zeigt die Untersuchung des Finanzinfrastruktur-Anbieters eine gravierende Lücke im Hinblick auf einen einfachen und schnellen Zugang zu Finanzmitteln.

Dies spielt in der aktuellen Situation eine noch wichtigere Rolle. 27 Prozent der Befragten in Deutschland musste zwischen drei und vier Wochen warten, bis sie das Geld zur Deckung ihrer wesentlichen Kosten erhalten haben. 31 Prozent der Teilnehmer glauben, dass sie ohne zusätzliche finanzielle Mittel gezwungen wären, Mitarbeiter zu entlassen. Und fast ein Viertel (24 Prozent) ist der Meinung, dass ihr Unternehmen ohne Zugang zu neuen Finanzmitteln letztendlich scheitert.

Angesichts der großen Belastung, die auf Unternehmen aller Größenordnungen, insbesondere auf kleinen Unternehmen herrscht, zeigt das neue Whitepaper „Mind the Gap: How payments providers can fill a banking gap for online merchants“ von Banking Circle das anhaltende Problem der finanziellen Ausgrenzung von KMUs und die Chancen für Zahlungsanbieter. Diese sind bereits mit Online-Händlern verbunden und können eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung umfassender Bankdienstleistungen sowie beim Zugang zu Finanzmitteln spielen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Grenzübergreifende Bankgeschäfte sind eine Herausforderung:

  • Im EMEA-Raum nutzen durchschnittlich 18 Prozent der deutschen Online-Händler in den verschiedenen Ländern, in denen sie tätig sind, jeweils unterschiedliche Banken. Das erhöht die Kosten und die benötigten Ressourcen.
    • 18 Prozent der deutschen Händler pflegen in jedem Land, in dem ihr Unternehmen tätig ist, eigene Bankbeziehungen
    • 41 Prozent der deutschen Händler arbeiten für alle Länder, in denen das Unternehmen tätig ist, mit nur einer Bank zusammen
    • 26 Prozent der Unternehmen in den nordischen Ländern arbeiten am ehesten mit separaten Banken in jeder Gerichtsbarkeit zusammen
    • 13,9 Prozent der französischen Händler arbeiten mit mehreren Banken zusammen
    • 20,3 Prozent der niederländischen Unternehmen arbeiten mit mehreren Banken zusammen

Von Online-Händlern genutzte Bankdienstleistungen:

  • Deutsche Händler haben am seltensten Zugang zu Lösungen, die den grenzübergreifenden Handel unterstützen. Dabei ist der Anteil aller Befragten die auf Abrechnungskonten (38,8 Prozent) und Devisenkonten (16,8 Prozent) zugreifen, am geringsten.
  • Knapp die Hälfte der befragten deutschen Online-Händler nutzt kurzfristige Kredite (49 v), Überziehungskredite (44 Prozent) und Finanzierungsvereinbarungen (53 Prozent)
  • 38,8 Prozent haben über ihre Hauptbank Zugang zu Abrechnungskonten für grenzübergreifende Zahlungen (38,8 Prozent)
  • 16,8 Prozent der deutschen Online-Händlern nutzen ihre Bank für Devisendienstleistungen (Foreign Exchange – FX) (16,8 Prozent)

Wie lange dauert es, bis Finanzmittel bereitgestellt sind?

  • Die Online-Händler in Deutschland gaben an, dass es bis zu sechs Monaten gedauert habe, bis sie Zugang zu finanziellen Mitteln erhielten:
    • 19,4 Prozent warteten ein bis zwei Wochen
    • 27 Prozent drei bis vier Wochen
    • 20 Prozent ein bis zwei Monate
    • 12,2 Prozent drei bis vier Monate
    • 4,6 Prozent fünf bis sechs Monate

Chancen für FinTechs und Zahlungsanbieter:

  • 87,3 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass ihr Geschäft von ihren derzeitigen Bankpartnern gut bedient wird; die deutschen Händler sind mit 83 Prozent am wenigsten zufrieden
  • 58 Prozent der unzufriedenen Unternehmen sagen, dass ihr Geschäft für ihre Bank keine Priorität hat, 36,8 Prozent der unzufriedenen deutschen Unternehmen nannten hohe Gebühren als Grund für ihre Unzufriedenheit
  • Etwa jeder vierte unzufriedene deutsche Befragte gab folgende Gründe an:
    • schlechte Qualität und uneinheitlicher Service (31,6 Prozent)
    • lange Antwortzeiten (15,8 Prozent)
    • schlechte FX-Raten (15,8 Prozent)

Unternehmensfinanzierung für Online-Händler

„Der digitale Handel ist ein schnell wachsender Sektor. Aber er ist auch ein Bereich, in dem Neueinsteiger mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert sind, weil etablierte Finanzinstitute Angst vor dem Unbekannten haben. Das Eröffnen eines Bankkontos – Grundvoraussetzung für die meisten Unternehmen – kann sich wie eine Prüfung anfühlen“, erklärt Anders la Cour, Mitbegründer und Chief Executive Officer von Banking Circle.

„Der Zugang zu einer kurzfristigen Unternehmensfinanzierung, um etwa eine Cashflow-Lücke zu schließen oder Wachstumspläne zu unterstützen, kann mehrere Hürden mit sich bringen, die sich oftmals nicht überwinden lassen. Zahlungsanbieter können für Online-Händler einen echten Mehrwert schaffen, indem sie Bankdienstleistungen einschließlich Zugang zu Finanzmitteln anbieten. Im gegenwärtigen Klima wird diese Unterstützung mehr denn je geschätzt. Zahlungsanbieter, die ein echtes Verständnis für die Bedürfnisse von KMUs zeigen, können langfristig bedeutende Gewinne erwirtschaften“, so Anders la Cour

Lesen Sie auch: Corona-Krise: Wie sich die Pandemie auf den B2C-Handel auswirkt

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