30.11.1999 – Kategorie: Handel, Kommunikation

User fordern mehr Entertainment beim Online-Shopping

E-Commerce in Deutschland ist langweilig – das ergab zumindest eine Umfrage er Software-Initiative Deutschland (SID).1.000 Internet-Nutzer im Alter zwischen 18 und 40 wurden hierbei zum Kaufverhalten im Internet befragt. Über 70 Prozent empfinden das Kauferlebnis im WWW als langweilig, besonders benannt wurden hier Portale wie Amazon oder eBay. Entgegen den Anfängen des Online-Einkaufs haben die klassischen Portale damit an Spaß;faktor eingebüß;t. Mehr als 50 Prozent der 1.000 Befragten wünschen sich ein Einkaufserlebnis mit mehr Unterhaltung und Spaß;. Zudem vermissen 45 Prozent der Nutzer Möglichkeiten, interaktiv in das Kaufgeschehen einzugreifen. Nur wenige Portale lassen dies zu.

„E-Commerce in Deutschland ist an einem langweiligen Tiefpunkt angekommen, was die sinkenden Umsatzzahlen beispielsweise der bekannten Auktionsplattform bestätigen“, erklärt SID-Vorsitzender Helmut Blank. Befragt nach mutigen Alternativen im deutschen Markt wurden in der Umfrage Portale wie rabattschlacht.de oder Gimahhot genannt. So können bei der Rabattschlacht die Käufer den Preis mit geringem Geldeinsatz fallen lassen und bei passenden Konditionen zuschlagen – der Entertainment-Faktor ist hoch, die Ersparnis auch. „Solche Ansätze werden von Traditionalisten zu Unrecht mit Glücksspiel verglichen – dabei kann der Kunde hier wirklich den Preis beeinflussen“, so Blank.

Gimahhot ermöglicht beispielsweise die Abgabe eines Gebots vom Kunden, der Händler kann sich entscheiden ob er sich darauf einlässt oder nicht. Genutzt wird so der Zusammenschluss auch mehrerer Kaufinteressenten, was dem Händler mehr Sicherheit erlaubt. „Konzepte wie rabattschlacht.de zeigen, das es anders geht. Langfristig werden E-Commerce-Modelle auch Entertainment abbilden müssen“, so Helmut Blank. Mehr als 60 Prozent der Befragten sind zumindest bereit, die bisherigen Standartplattformen zugunsten von mehr Entertainment beim Shoppen zu verlassen. Ein klares Signal an den Web-Handel, den User neu zu binden.

Die Software-Initiative Deutschland (SID) hat zum Ziel, die auf ca. zwei Billionen Euro geschätzten Investitionen der Verbraucher, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand in Computersoftware zu sichern. Dabei fällt der Entstehung neuer Internetsoftware und Onlineportale eine Schlüsselrolle zu, weil sie die einfachste und populärste Benutzerschnittstelle zur Nutzung sowohl neuer als auch alter Software darstellen. Das Projekt hat eine hohe Bedeutung, weil ca. 70 Prozent aller für die Volkswirtschaft und das öffentliche Leben wichtigen Anwendungen auf Bestandssoftware basieren, die dringend einen modernen Zugang per Internet benötigt.

Info: www.softwareinitiative.de


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